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Wachstumsschub mit 22 Monaten: Symptome, Tipps und Erfahrungen


Für die ersten 17 Lebensmonate beschreibt das Buch “Oje ich wachse” von Hetty von de Rijt, Frans X. Plooij und Regine Brams zehn Entwicklungs- bzw. Wachstumsschübe bei Kindern. Leider enden ihre Beschreibungen danach – aber auch Kleinkinder machen weiterhin Entwicklungssprünge. Nur sind wir Eltern jetzt auf uns alleine gestellt, wenn es darum geht, diese zu identifizieren und zu erkennen, was in den Köpfen unserer Kinder passiert. Warum ich nach zwei Kindern der festen Meinung bin, dass es einen Entwicklungs- oder Wachstumsschub mit 22 Monaten gibt, erkläre ich dir nun.

Meine Kinder waren mit 22 Monaten sehr anstrengend

Als mein erster Sohn (*2015) 21 Monate alt war, waren wir gerade zu meinen Eltern zu Besuch. Er war schon immer ein Kind, das häufig stillen wollte. Aber nun wollte er plötzlich alle 15 Minuten an die Brust. Wenn ich verneinte, nörgelte und weinte er so lange, bis ich nachgab und ihn trinken ließ. Er trank dann ein paar Züge und war fertig. Auch nachts schlief er wieder so schlecht wie schon lange nicht mehr. Ich war wirklich ratlos. Und genervt. Auf der Rückfahrt nach Hause beschloss ich, ihn endgültig abzustillen. Denn wir planten, wenig später zu einer Art Weltreise aufzubrechen. Wenn das sein Verhalten auf Reisen war, wollte ich das keinem der Beteiligten antun, mir selbst am aller wenigsten.

Fast vier Jahre später, bei Kind Nummer 2, ahnte ich es: Das war ein Entwicklungsschub. “Nur eine Phase”, wie man so schön sagt. Hätte ich das gewusst, hätte ich den Großen damals vermutlich nicht abgestillt. Warum ich mittlerweile glaube, dass mit 22 Monaten ein Wachstumsschub bei Kleinkindern stattfindet? Mein zweiter Sohn hat in diesem Alter exakt dasselbe Verhalten gezeigt!

Entwicklungsschub mit 22 Monaten: Anzeichen bei meinen Kindern

  • Er hatte sich selbst tagsüber bereits abgestillt. Doch von einem Tag auf den anderen forderte er plötzlich auch tagsüber wieder die Brust.
  • Nachts wachte er wieder häufig auf und wollte stillen.
  • Er wich mir nicht mehr von der Seite. Vor dem Schub war er sehr selbstständig und akzeptierte auch Papa oder Opa als Bezugspersonen.
  • Sein sonst so sonniges Gemüt wich plötzlich einem Dauernörgeln – ohne ersichtlichen Grund.

Diesmal war ich schlauer und wartete ab, statt ihn voreilig abzustillen. Es dauerte wirklich lange, aber etwa um seinen zweiten Geburtstag herum, also mit etwa 24 Monaten, wurde es wieder besser. Seine Laune wurde wieder fröhlich und ausgeglichen wie vorher. Er akzeptiert jetzt wieder, dass wir nicht durchgehend stillen, sondern nur zu festen Zeiten. Auch nachts darf ich wieder schlafen.

Entwicklungsschub mit 22 Monaten: Berichte anderer Eltern

Nun wollte ich sicher gehen, dass es sich dabei nicht nur um zufällige Einzelfälle handelt, sondern wirklich um einen Wachstumsschub mit 22 Monaten. Also machte ich mich auf die Suche nach Erfahrungen anderer Eltern mit ihren 22 Monate alten Kindern. Zunächst befragte ich meine Instagram-Community, ob ihre Kinder mit 22 Monaten ebenfalls plötzlich so anhänglich und quengelig waren. Und siehe da: 85% bestätigten dieses Verhalten!

So war ich auch nicht überrascht, dass sich in den gängigen Elternforen zahlreiche Beiträge finden lassen von Eltern, die mit ihren Kleinkindern zwischen 21 und 23 Monaten schier am Verzweifeln sind. Viele Eltern berichten von extrem anhänglichem Verhalten. Eltern bekommen in dieser Zeit wenig erledigt, weil die Kinder sie gefühlt rund um die Uhr brauchen. Andere berichten von ersten Wutanfällen und wähnen sich voll in der sogenannten Trotzphase.

Vielleicht ist dieser Entwicklungsschub der Grund dafür, dass man im englischsprachigen Raum von den “Terrible Twos”, also der furchtbaren Zeit ab dem 2. Geburtstag spricht? Viele Eltern haben das Gefühl, dass Kinder jetzt anfangen, ihre Grenzen auszutesten, während sie vorher überwiegend kooperativ und angenehm waren.

Andere fragen sich sogar, ob sie in der Erziehung etwas falsch gemacht haben. Ob sie zu liebevoll und zu wenig autoritär waren. Manche Kinder fangen in diesem Alter sogar (wieder) an, zu beißen, zu hauen und andere an den Haaren zu ziehen.

Was hilft im Entwicklungsschub mit 22 Monaten

Ausnahmslos alle Fragesteller in Foren sind mit ihrem Latein am Ende und suchen nach Ratschlägen und Tipps, wie sie mit dem Entwicklungsschub um den 2. Geburtstag klar kommen sollen. Natürlich gibt es hier kein Patentrezept. Aber wie immer hilft Verständnis und Begleitung in all den neuen Gefühlen und Wahrnehmungen. Mach Dir klar, dass dein Kind dich nicht ärgern will, sondern wirklich deinen Trost braucht. Kinder in diesem Alter tun nie etwas gegen andere, sondern nur für sich selbst. Dein Kind entdeckt gerade, dass es eine eigene Persönlichkeit, ein eigenständiger Mensch ist. Vielleicht fängt es sogar in bzw. nach diesem Schub an, das Wort “ich” zu benutzen? Bei uns zumindest ist der Wortlaut, der seitdem ständig fällt “Ich auch!”.

Wenn dein Kind mit 22 Monaten unausstehlich ist, dann liegt das wahrscheinlich einfach daran, dass es mit sich und der Welt überfordert ist. Was es braucht, sind verlässliche Bezugspersonen, die eine Art sicherer Hafen sind. Was es nicht braucht, ist Unverständnis, übertriebene Strenge und eine Veränderung Deines Verhaltens. Gib Deinem Kind zu verstehen, dass Du da bist und es aushältst, wenn es unzufrieden oder anhänglich ist. Ich weiß sehr gut, dass das so viel einfacher gesagt, als getan ist.

Auch die Ablösung von den Eltern und der Weg in die Selbstständigkeit ist ein ungemein wichtiger, aber eben auch anstrengender und manchmal frustrierender Entwicklungsschritt. Wenn man sich die Schuhe selbst anziehen will, aber es partout nicht hinbekommt, dann kann man schon mal wütend werden. Wenn Mama im Supermarkt alles aussuchen darf, was sie will, aber der / die Kleine die bunte, interessante Knisterpackung nicht haben darf, fühlt sich das einfach ärgerlich an. Da hilft auch keine Erklärung, sei sie noch so kindgerecht. Das ist und bleibt ärgerlich. Für uns Eltern hilft da oft nur: Aushalten und abwarten.

In dieser Phase der Autonomieentwicklung hilft es sicherlich, sich detaillierter mit der sogenannten Trotzphase zu beschäftigen und einen guten Ratgeber zu lesen. Uns hat dazu das Buch “Das gewünschteste Wunschkind aller Zeiten treibt mich in den Wahnsinn: Der entspannte Weg durch Trotzphasen” von Danielle Graf und Katja Seide sehr geholfen.

Wie hast Du die Wachstumsschübe im Kleinkindalter bei Deinem Nachwuchs erlebt? Glaubst Du auch, dass es einen Entwicklungsschub mit 22 Monate gibt? Schreibe mir gerne einen Kommentar!

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6 Kommentare zu “Wachstumsschub mit 22 Monaten: Symptome, Tipps und Erfahrungen

  1. Und ob ich das glaube. Unsere Tochter ist 22 Monate alt und förmlich ein Monster. Sie schläft sehr schlecht ist anhänglich und hat richtige wutanfälle. Es ist wirklich hart muss ich sagen. Aber ich versuche immer für sie da zu sein und Verständnis zu haben. Meine Schwester sagte mir, das ihre 3 Mädels auch mit 22 Monaten so waren und genau das ist der Grund warum ich glaube, das da was dran ist an dem entwicklungsschub.

    1. Hallo Kathi,

      schön zu hören, dass ich bei weitem nicht alleine bin! Bei mir wurde nach ein paar Monaten auf jeden Fall wieder alles wie vorher und ich habe meinen kleinen Sonnenschein zurück :)

      Also durchhalten!
      Viele Grüße,
      Hanna

  2. 21 – 22 Monate
    Habe einfach google gefragt und bin Gott sei Dank hier gelandet. Die Nächte sind heftig….kurze Schlafphasen, stillen oder einfach nuckeln am liebsten die ganze Nacht und den halben Tag, dabei war Stillen am Tag zu 95% nicht mehr gefragt. Auf einmal muss ich immer und überall dabei sein (war davor auch so, jedoch etwas anders). Habe es zuerst auf die vorherige Erklärung geschoben, doch heute Nacht überkam mich ein komisches Gefühl der Ursache auf den Grund zu gehen. Danke, für den tollen Artikel!!!!! Wäre ich auf ihn nicht gestoßen, hätte ich als nächstes “Abstillen” gegoogelt.

  3. Es gibt ihn, diesen Schub mit 22 Monaten, ganz sicher! Ich habe es mit meiner Tochter gerade erlebt, sie ist eigentlich total offen und nahezu angstfrei – aber plötzlich fing sie an, sich vor lauten Geräuschen, Autos, Katzen, der Dunkelheit zu fürchten und wollte dann immer ganz schnell auf den Arm oder Händchen halten. Und auch dauernd an die Brust. Wir haben einfach versucht, das Ernst zu nehmen und sie so gut es ging zu begleiten. Inzwischen (mit fast 23 Monaten) ist der Spuk etwas abgeebbt und sie ist plötzlich extrem selbstbewusst und frech! Wahrscheinlich ein Vorgeschmack auf die Autonomiephase :-D Ich habe allerdings dennoch jetzt nachts abgestillt, weil es mir einfach zu viel wurde, und es klappt tatsächlich ganz gut.
    Meine Schwester hat Ähnliches berichtet, ihr Sohn ist im selben Alter und war in der Krippe plötzlich panisch, wenn andere Kinder ihm zu nahe kamen und hat sich in dieser Zeit auch nur von Mama ins Bett bringen lassen, obwohl sie sich schon seit Monaten mit dem Papa abgewechselt hat.

  4. Meine Maus ist nun 21 Monate und seit ein paar Tagen ist bei uns auch Land unter, wobei heute der “schlimmste” Tag gefühlt ist. Nichts passt der Maus: es wird dann gehauen, fürchterlich geweint oder mit den Kopf auf den Boden/Wand gehauen. Geduld? Was ist das? Das Verhalten zerrt schon an den Nerven. In der Minute höre ich geschätzt 50 Mal das Wort “Mama” und “nein” gefolgt von Gejammer oder sie will getragen werden… Mir fehlt ihre fröhliche und lustige Art sehr. Allerdings schläft die Maus in der Nacht oder Mittags soweit relativ normal. Gestern wurde sie nach 2 Std wach und hatte nach mir gerufen. Ließ sich glücklicherweise dann schnell wieder zum Schlafen überreden.
    Bin gespannt, was noch auf uns zukommt…

    1. Ich bin sehr froh, diesen Artikel gefunden zu haben. Meine Tochter ist 21 Monate und es ist zur Zeit wirklich heftig. Wir stillen seit über 1 Monat eigentlich nur noch 1x abends und 1x morgens aber jetzt will sie nachts wieder öfter stillen und schreit sich total in Rage, richtig hysterisch. Papa geht zur Zeit gar nicht.. Und wenn ich sie stille, reicht ihr das auch nicht. Sie will am liebsten 10x jede Seite oder einfach dauerhaft dran bleiben. Es ist so mega anstrengend… Ich hab in letzter Zeit auch viel übers abstillen nachgedacht aber wüsste eh nicht wie ich das anstellen sollte, weil sie das definitiv nicht akzeptieren würde. Für mich ist es zur Zeit wirklich hart. Gleichzeitig lernt sie aber auch so viel und macht enorme Sprünge.

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