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Wachstumsschübe beim Kleinkind: Tabelle und Überblick


Dass ein Baby in den ersten 14 Monaten insgesamt 8 Entwicklungs- bzw. Wachstumsschübe durchläuft, ist vielen Eltern bekannt. Doch was kommt eigentlich danach? Auch Kleinkinder entwickeln sich nicht gleichmäßig, sondern durchlaufen weiterhin sogenannte Sprünge bzw. Schübe. In diesen Phasen können Eltern meist beobachten, wie Kinder scheinbar aus dem Nichts ganz neue Fähigkeiten zeigen. Leider ist dieser Prozess meist auch mit sehr anstrengendem Verhalten wie schlechtem Schlaf, Anhänglichkeit und Unzufriedenheit verbunden. Darum tut es gut, zu wissen, dass dieses Verhalten nur vorübergehend und Teil der natürlichen Entwicklung ist. Welche Wachstumsschübe beim Kleinkind stattfinden, woran du sie erkennst und wie Du deinem Kind helfen kannst, erfährst du hier.

Wachstumsschub oder Entwicklungsschub beim Kleinkind?

Als erstes möchte ich kurz über die beiden Begriffe Wachstumsschub und Entwicklungsschub sprechen. Die strenge Auslegung der Begriffe legt nahe, dass es sich bei einem Wachstumsschub um eine rein körperliche Entwicklung, bei einem Entwicklungsschub dagegen um eine Entwicklung der kognitiven oder motorischen Fähigkeiten handelt. Ärztliche Fachliteratur dagegen widerspricht dieser Deutung der Begrifflichkeiten. Wachstums- und Entwicklungsschub können synonym verwendet werden und beziehen sich auf eine Weiterentwicklung folgender Bereiche:

  • Grobmotorik
  • Feinmotorik
  • Kognitive Fähigkeiten
  • Sprachentwicklung
  • Soziale Entwicklung

Auch der Begriff “Schub” ist eigentlich etwas irreführend. Denn auch wenn von außen eine bestimmte Reihenfolge der Entwicklungsschritte bei Kindern zu beobachten ist, ist der Verlauf eigentlich doch fließend. Sie erlernen nicht eine bestimmte Fähigkeit ausschließlich in einem bestimmten Entwicklungssprung, sondern sie lässt sich eben dann besonders eindrücklich von außen sehen und kategorisieren.

Wachstumsschub beim Kleinkind: Symptome und Anzeichen

Ein Entwicklungsschub beim Baby äußert sich vor allem darin, dass die Kleinen plötzlich schlechter schlafen, häufiger stillen wollen und sich ungern oder gar nicht mehr ablegen lassen. Die Maßnahmen, um einem Baby im Entwicklungsschub weiter zu helfen, sind also recht überschaubar.

Bei Kleinkindern wird die Sache schon etwas komplexer. Ein Entwicklungssprung wirkt sich weiterhin auf Schlaf- und Trinkverhalten aus – und auch auf alle anderen Verhaltensbereiche. Diese sind bei einem Kleinkind schon wesentlich komplexer, denn es kann schon viel mehr äußern, verweigern oder in Unordnung bringen. Deshalb ist eine Schub bei Kleinkindern für Eltern oft wesentlich anstrengender.

Typische Symptome für einen Wachstumsschub beim Kleinkind können sein:

  • Einschlafschwierigkeiten, häufiges Aufwachen
  • Verweigern gewohnter Rituale wie Einschlafen oder Zähneputzen
  • Häufiges Stillen bzw. Flasche
  • Verweigern von fester Nahrung
  • Einsetzen der “Trotzphase” (Autonomiephase)
  • Anhänglichkeit
  • Unzufriedenheit, Nörgeln, Quengeln
  • Selbstständigkeitsentwicklung
  • Abkapseln von gewohnten Bezugspersonen

Wachstumsschübe beim Kleinkind: Tabelle

Die ersten 10 Entwicklungsschübe werden beschrieben in “Oje ich wachse” von Hetty von de Rijt, Frans X. Plooij und Regine Brams und haben dadurch große Bekanntheit erlangt. Auch, wenn ihre Beobachtungen nach dem 10. Schub, also im Alter von etwa 17 Monaten enden, bedeutet das nicht, dass dein Kind danach keine Wachstumsprünge mehr macht. Sie sind nur eben nicht in einem Buch übersichtlich und zum nachlesen beschrieben. Sicherlich kommt auch das irgendwann, aber solche Systematiken zu beschreiben kostet viel Zeit und Geld.

Drei der 10 beschriebenen Entwicklungsschübe finden im Kleinkindalter, also ab dem 1. Geburtstag statt:

WachstumsschubAlter in WochenAlter in Monaten
8. Sprung55 Wochen12 Monate
9. Sprung64 Wochen15 Monate
10. Sprung75 Wochen17 Monate

55-Wochen Schub: Vom Baby zum Kleinkind

Kurz vor dem 1. Geburtstag werden viele Babys unruhiger und quengeliger als sonst: Der 55-Wochen Schub steht an. Erst einige Wochen nach ihrem Geburtstag bessert sich Verhalten wieder. Im Verlauf dieser Entwicklung sagen viele Eltern, dass ihr Baby quasi über Nacht vom Baby zum Kleinkind geworden ist.

64-Wochen Schub: Eigenwilliges Verhalten

In diesem Schub mit 16 Monaten lernen Kinder die sogenannten “Prinzipien” kennen, das heißt, sie wandeln erlerntes Verhalten jetzt ab um zu sehen, was passiert. Das kann für Eltern wieder einmal sehr anstrengend sein. Auch erste Wutanfälle oder trotziges Verhalten kommen jetzt manchmal schon vor.

75-Wochen Schub: Gezieltes Handeln

Mit etwa 18 Monaten begreifen Kinder nun im zehnten Entwicklungssprung die Welt der “Systeme”. Das bedeutet, dass sie nun gezielt Handlungen ausführen – oder eben nicht. Sie können vorher überlegen, was passieren wird und versuchen, das gewünschte Ergebnis herbeizuführen. Dass bei Mama andere Regeln gelten, als bei Oma, hat ein Kind in diesem Alter schnell durchschaut – und zu nutzen gelernt.

Schub mit 22 Monaten?

Nach dem zehnten Entwicklungssprung – also mit 17 Monaten – endet die Beschreibung in “Oje ich wachse” und wir Eltern können nur noch vermuten, wann Entwicklungssprünge stattfinden. Bei einem Zeitpunkt bin ich mir als 2-fache Mama nun ziemlich sicher: Um den 22. Monat herum waren beide meiner Kinder mit einem Schlag plötzlich wieder furchtbar launisch und wollten die Brust quasi von früh bis spät. Nach dieser Phase, die einige Wochen anhielt, hatten sie sich kognitiv wie körperlich wahnsinnig weiter entwickelt.

Wenn du aufgrund deiner Erfahrung oder aktuellen Situation einen Wachstumsschub bei deinem Kleinkind vermutest, schreib’ es mir unbedingt in die Kommentare und tausch’ dich mit anderen Eltern aus!

Haben Kleinkinder Wachstumsschmerzen?

Wenn nun also Wachstumsschübe im Sinne von körperlichem Wachstum mit dem Begriff nicht gemeint sind, was ist dann mit den häufig erwähnten Wachstumsschmerzen? Tatsächlich gibt es wissenschaftlich keinen Nachweis, dass bzw. woher solche Schmerzen in der Kindheit kommen können. Trotzdem berichten sehr viele Eltern von Schmerzen ihrer Kinder vor allem im Bereich der Knie, Waden und Oberschenkel. Oft geht den Schmerzen ein Tag mit viel Bewegung und Anstrengung voraus. So sollen die Wachstumsschmerzen vor allem abends und nachts auftreten. Das würde übereinstimmen mit der Tatsache, dass Wachstumshormone vor allem im Schlaf ausgeschüttet werden.

Ich selbst habe bei meinem zweiten Sohn ebenfalls phasenweise beobachtet, dass er scheinbar ohne Grund “Aua, Aua” ruft und sich das Knie hält. Auch nachts wurde er in solchen Phasen häufiger wach und weinte. Meine Meinung ist darum: Egal, ob wissenschaftlich belegt oder nicht, wenn dein Kind Schmerzen hat, solltest du es ernst nehmen und trösten. Gegen Gliederschmerzen in den Beinen können Wärme, Massagen oder manchmal auch Homöopathie helfen – wenn Du unsicher bist, sprich das Thema bei Eurem Kinderarzt an.

Alle Infos über Wachstumsschmerzen bei Kindern hat Dir Mareike zusammengefasst.

Unsere Texte zu Gesundheitsthemen ersetzen keinesfalls den Arztbesuch.
Mehr Infos dazu findest Du hier.

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