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Wohin mit dem Geschwisterkind bei der Geburt?


Beim ersten Kind ist alles noch recht entspannt. Wenn es losgeht, müsst Ihr Euch um niemand anderen kümmern und könnt einfach ins Krankenhaus fahren oder Euch auf die Hausgeburt vorbereiten. Ist aber bereits ein Geschwisterkind da oder sogar zwei oder mehr, stellt sich die Frage: wohin mit dem Geschwisterkind bei der Geburt? In dieser Situation ist es sinnvoll, zeitig für alle Fälle zu planen. Ich möchte Dir gerne Tipps geben und erklären, worauf Du alles achten musst und Dir von meinen Plänen erzählen, die ich bei meinem zweiten Kind hatte und jetzt beim dritten Baby habe.

Unterbringung des Geschwisterkindes bei vertrauten Personen

Die wohl meisten Eltern wählen diesen Weg. Sprich früh genug mit Personen, die Dein Kind gut kennt und denen es vertraut und plane mit ihnen den Beginn der Geburt. Bei den Bezugspersonen handelt es sich oft um Großeltern oder Tante und Onkel des Kindes, Paten oder sehr gute Freunde von Euch. Bei der Planung solltet Ihr folgende Punkte beachten:

  • Welche Nummer soll angerufen werden? Überprüft, ob Ihr die aktuelle Festnetz- und Telefonnummer der Person habt, eventuell auch eine Nummer, über die sie bei der Arbeit erreicht werden kann. Klärt auch ab, wo zu welcher Uhrzeit angerufen werden soll.
  • Kann das Kind abgeholt werden? Ist ein Sitz im Auto vorhanden? Falls nicht, baut ihn rechtzeitig ein, damit es an dem Tag selbst keinen Stress gibt. Wenn das Kind in den Kindergarten geht, gebt dort Bescheid, dass die Person es abholt. Die meisten Einrichtungen brauchen das oft schriftlich. Hinterlasse am besten noch eine Telefonnummer der Person, die sich um das Kind kümmert. So kannst Du, wenn es losgeht, im Kindergarten Bescheid geben, damit sie die Person anrufen können, falls das Kind früher geholt werden muss.
  • Wo übernachtet das Kind? Gehe niemals davon aus, dass die Geburt beim zweiten Kind viel schneller geht. Setze Dich nicht unter Druck und plane für Dein Kind eine Übernachtung (notfalls auch mehrere) mit ein. Hat es bereits bei der vertrauten Person übernachtet? Falls nicht, beginne frühzeitig damit, sodass es sich daran gewöhnen kann. Falls es nur zu Hause schläft und die Person mitkommt, richte eine Schlafmöglichkeit für diese her und sorge für einen Schlüssel.
  • Müssen mehrere Personen auf das Kind aufpassen? Manchmal lässt es sich z.B. aufgrund der Entfernung oder des Jobs nicht einrichten, dass die Betreuung sofort beginnen kann. Deshalb müssen mehrere Personen diese übernehmen. Vielleicht wohnen Deine Eltern ja weiter weg und solange übernimmt die Nachbarin das Kind? Dann sorge dafür, dass sie Kontakt miteinander haben oder richte eine WhatsApp-Gruppe ein. Besser wäre es, wenn Dein Partner sich darum kümmert, damit Du während der Geburt nicht abgelenkt bist (falls Du Dein Handy neben Dir liegen hast).
  • Was sonst noch wichtig ist: Packe rechtzeitig eine Tasche für Dein Kind mit Wechsel- und Schlafklamotten. Danke dabei an Kuscheltiere, Trinkflasche und sonstige Dinge, die wichtig sind. Sprich’ Rituale vorher ab und informiere die Person auch über Allergien und Unverträglichkeiten.

Das Geschwisterkind ist bei der Geburt dabei

Hier geht es um einen Punkt, der gut durchdacht sein will. Erst einmal spricht nichts dagegen, wenn Ihr Euer Kind dabeihaben wollt oder wenn ältere Geschwisterkinder den Wunsch äußern. Es gibt jedoch auch hier einige Dinge zu beachten und vorab zu klären:

Das Alter des Kindes

Für Kleinkinder, aber oft auch für ältere Kinder, kann es schwierig sein, ihre Mama in solchen Situationen zu erleben. Sie sehen, dass sie Schmerzen hat und es ihr eventuell nicht gut geht. Das kann sie überfordern und dazu führen, dass sie mit der Situation nicht umgehen können. Deshalb ist es wichtig, dass Ihr dem Kind vorab altersgerecht erklärt, was bei einer Geburt alles passieren kann. Ältere Geschwister können besser damit umgehen und wenn sie nach der Aufklärung noch immer dabei sein wollen, dann klärt ab, wie sie sich verhalten sollen, damit Du Dich während der Geburt wohlfühlst.

Geburt im Krankenhaus

Wenn Du Dein Baby im Krankenhaus bekommst und Dich dafür entscheidest, Dein Kind mitzunehmen, solltest Du das bei der Geburtsplanung ansprechen. Die Hebamme wird Dir sagen, ob das überhaupt möglich ist. Im Kreißsaal ist oft nur eine zusätzliche Person erlaubt bzw. keine Kinder. Im Krankenhaus kommt hinzu, dass viel Personal vor Ort ist und das Kind keine Rückzugs- bzw. Betreuungsmöglichkeit hat. Das kann auf Kinder oft beängstigend wirken. Sprich also mit dem Kreißsaal-Personal und entscheidet zusammen, ob es sinnvoll ist, das Kind mitzunehmen.

Als Gebärende hast Du übrigens das Recht, jederzeit zu sagen, welcher Anwesende Dir passt oder eben auch nicht. Solltest Du also merken, dass Dein Kind besser gehen sollte, dann ist das jederzeit möglich. Organisiere für diesen Fall eine Vertrauensperson, die erreichbar ist und das Kind abholen kann.

Geburt im Geburtshaus

Im Geburtshaus geht es etwas ruhiger zu, die Atmosphäre ist aufgrund der Einrichtung meist sehr entspannt. Viele Geburtshäuser bieten deshalb separate Räume für Geschwisterkinder an. Auch hier gilt das vorherige Planen und Absprechen mit den Hebammen vor Ort und das Organisieren einer Abholung, falls Dein Kind nicht mehr bleiben möchte oder soll.

Geburt zu Hause

Eine Hausgeburt ist am unkompliziertesten, wenn es darum geht, das Geschwisterkind bei sich zu haben. Es kann sich jederzeit zurückziehen oder sich in vertrauter Umgebung zu Dir setzen und Dich in den Wehenpausen ablenken. Ich habe schon Geschichten gehört, bei denen das Kind aus dem Bett bzw. von den Großeltern, die mit im Haus wohnen, geholt wurde, bevor das Baby auf die Welt kam. Ich persönlich finde das wunderschön, doch entscheiden muss das jeder für sich.

Du musst Dich bei der Geburt wohlfühlen

Viele Frauen haben ein schlechtes Gewissen, wenn sie das Geschwisterkind für die Geburt abgeben müssen und überlegen deshalb, es mitzunehmen. Das ist völlig normal. Doch im Grunde genommen muss es bei einer Geburt darum gehen, wie Du Dich fühlst. Kannst Du Dich konzentrieren, wenn Dein Kind dabei ist? Kannst Du loslassen und Dich ganz Deinem Baby und der Geburt widmen? Denkst Du, Dein Kind kann Dich in dieser Ausnahmesituation sehen und es verarbeiten? Kann es sich in einen anderen Raum zurückziehen, wenn es das möchte? Wenn nicht, dann wäre es für Euch besser, wenn es nicht dabei ist. Gerade Kleinkinder sind woanders oft besser aufgehoben und umso mehr freuen sie sich, wenn sie Dich wiedersehen und das Baby endlich kennen lernen dürfen.

Hast Du schon ein älteres Kind, kannst Du es in die Geburt mit einbeziehen, indem es vielleicht die Nabelschnur durchtrennt und beim Wiegen und Messen dabei sein darf. In den Wehenpausen kann es für Dich da sein und Dich vielleicht zum Lachen bringen.

Meine Erfahrung mit dem Geschwisterkind bei der Geburt

Mein Sohn war zum Zeitpunkt der Geburt unseres zweiten Kindes zweieinhalb Jahre alt. Wir hatten im Vorfeld schon geplant, dass meine Schwiegereltern ihn übernehmen, wenn es losgeht, da sie nur eine Straße weiter weg wohnen. Wie es der Zufall wollte, war er zum Geburtsbeginn bei meinen Eltern 300km entfernt und machte Ferien bei ihnen. Sie machten sich gemeinsam mit ihm auf den Weg, als wir ins Krankenhaus gingen und konnten am nächsten Tag das Baby begrüßen. Es war wirklich sehr entspannt.

Die Geburt unseres dritten Kindes steht bevor und da meine Schwiegereltern nicht mehr leben, brauchen wir mehrere Pläne. Im Idealfall sind die beiden im Kindergarten, wenn es losgeht und können dann von bestimmten Personen abgeholt werden. Sollte es am Wochenende, tagsüber, am Abend oder in der Nacht losgehen, hätten wir eine Person, die zu uns nach Hause kommt und übernimmt, bis meine Eltern hier sind. Im allerschlimmsten Fall würde eine Freundin von mir einspringen. Es kann also ganz entspannt oder ganz spannend werden. Wir lassen uns überraschen :)

Wie habt Ihr das mit Geschwisterkindern bei der Geburt gemacht? Oder steht die Geburt eines weiteren Babys noch bevor? Erzählt uns gerne von Euren Plänen und Tipps in den Kommentaren.

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