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Die Hausgeburt: Was Du wissen musst, wenn Du eine Geburt zuhause planst


Nur 1 bis 2 Prozent aller Geburten in Deutschland finden im vertrauten Zuhause statt — davon die Hälfte ungeplant. Dabei belegen zahlreiche Studien, dass Hausgeburten allen Vorurteilen zum Trotz nicht risikobehafteteter sind als Geburten im Krankenhaus. Vorausgesetzt, es handelt sich um eine Geburt nach einer unkomplizierten Schwangerschaft.

Du denkst darüber nach, Dein Baby zuhause zu bekommen? Hier erfährst Du alles, was Du über eine Hausgeburt wissen musst.

Zahlen zur Hausgeburt

Während in Deutschland sehr wenige Frauen ihre Kinder zuhause bekommen, bevorzugt jede dritte Schwangere in den Niederlanden eine Entbindung im vertrauten Heim. Die Hausgeburtenrate in Deutschland ist in den letzten Jahren, obwohl zwischenzeitlich steigend, wieder zurückgegangen. Der Grund: Viele Schwangere wählen statt der Hausgeburt einen Kompromiss zwischen der Klinik und dem eigenen Zuhause: Die Geburt im Geburtshaus.

Die Vorteile einer Hausgeburt

Es gibt viele Gründe, weswegen Schwangere ihre Babys zuhause bekommen möchten. Neben der vertrauten Atmosphäre, die das eigene Heim bietet, spielen oft schlechte Erfahrungen mit Klinikaufenthalten oder vorausgegangenen Geburten im Krankenhaus eine Rolle.

Bei einer Hausgeburt mit einer Hebamme findet zudem eine 1-zu-1-Betreuung unter der Geburt statt, die in der Klinik nur selten geleistet werden kann. Die Geburt mit der vertrauten Hebamme und dem Partner in den eigenen vier Wänden verbinden viele Schwangere mit einem positiven Gefühl. Dagegen bereitet eine Geburt in der Klinik mit vorher unbekannten Hebammen und Ärzten, gegebenenfalls unter Zeitdruck, manchen Frauen Ängste und Unbehagen.

 

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Zudem finden bei der Geburt im Krankenhaus regelmäßig Vorgänge statt, die den Geburtsverlauf stören können — wie etwa das Kommen und Gehen von Ärzten, parallel ablaufende Geburten oder Eingriffe, die den Geburtsverlauf beschleunigen sollen. Diese Interventionen gehören im Kreißsaal-Alltag einfach dazu, können die werdende Mutter aber mitunter aus dem Konzept bringen und die Geburt sogar verkomplizieren.

Unter diesen Voraussetzungen kannst Du Dein Kind zuhause zur Welt bringen

Ob Du Dein Kind in einer Klinik, in einem Geburtshaus oder zuhause bekommst, kannst Du frei entscheiden. Wenn Du über eine Hausgeburt nachdenkst, solltest Du Dich jedoch im Vorfeld gründlich informieren.

Das Gespräch mit der Hausgeburtshebamme

Eine Hausgeburt sollte immer durch eine erfahrene Hebamme betreut werden, die schon viele Hausgeburten begleitet hat. Eine Liste von Hausgeburtshebammen findest Du beispielweise im bundesweiten Gesamtverzeichnis der Hebammen.

Hausgeburtshebammen nehmen nicht jede Schwangere an. Es kann sein, dass Du längere Zeit suchen musst, um eine Hebamme zu finden, die um Deinen Geburtstermin herum Zeit hat. Aufgrund der sinkenden Zahl an freiberuflichen Hebammen ist es möglich, dass Du in Deiner Nähe keine Hebamme findest, die Deine Geburt betreuen kann. Und auch nicht alle freiberuflichen Hebammen führen Hausgeburten durch. Kümmere Dich deshalb frühzeitig um eine geeignete Hebamme.

Während die Anwesenheit einer Hebamme bei einer Hausgeburt in Österreich verpflichtend ist, darfst Du Dein Kind in Deutschland theoretisch sogar ganz allein zur Welt bringen. Davon ist allerdings dringend abzuraten! Auf die Begleitung durch eine erfahrene Hebamme mit all ihrem Wissen und Möglichkeiten solltest Du keinesfalls verzichten.

Das spricht gegen eine Hausgeburt

Die Hebamme, die Dich bei einer Hausgeburt betreuen soll, wird im Vorfeld sämtliche Risiken abklären und erst im Anschluss entscheiden, ob sie Deine Hausgeburt übernimmt. Diverse Vorerkrankungen, komplizierte Schwangerschaftsverläufe, Probleme bei vorausgegangenen Geburten, eine Lageanomalie des Kindes (z.B. Querlage) und weitere Probleme können gegen eine Hausgeburt sprechen.

Es besteht natürlich immer die Möglichkeit, dass sich im Verlauf Deiner Schwangerschaft abzeichnet, dass eine Hausgeburt doch nicht die richtige Wahl für Dich ist. Am besten, Du bereitest Dich entsprechend vor und wählst für diesen Fall im Vorfeld eine Geburtsklinik aus.

Übrigens: Viele Frauenärzte raten grundsätzlich von einer Hausgeburt ab. Hole Dir im Zweifelsfall mehrere Meinungen ein, bevor Du Dich für oder gegen eine außerklinische Geburt entscheidest. Ganz wichtig: Genauso, wie Du Dich nicht zu einer Klinikgeburt drängen lassen solltest, solltest Du Dich natürlich auch nicht — von wem auch immer — zu einer Hausgeburt überreden lassen, obwohl Dir bei dem Gedanken unwohl ist.

Komplikationen unter der Hausgeburt

Etwa jede 6. Hausgeburt in Deutschland endet im Krankenhaus. Dabei handelt es sich glücklicherweise nicht immer um echte Notfälle. Du solltest das Risiko bei der Planung Deiner Hausgeburt aber bedenken. Unter jeder Geburt kann es zu einer Situation kommen, die die Hebamme mit den Mitteln, die ihr zur Verfügung stehen, nicht lösen kann.

Doch keine Sorge: Grundsätzlich ist eine Hebamme bestens ausgestattet, um Dich und Dein Kind unter der Geburt zu betreuen. Neben dem CTG, mit dem sie die Herztöne Deines Babys überwacht, bringt die Hausgeburtshebamme natürlich auch ein Repertoire an Schmerzmitteln mit und kann Dich damit unter den Wehen unterstützen. Wie auch im Geburtshaus sind eine PDA oder gar ein Kaiserschnitt nicht möglich, da diese Eingriffe nur von Ärzten durchgeführt werden dürfen.

Sei Dir stets bewusst, dass es passieren kann, dass Du vorsorglich in ein Krankenhaus verlegt werden musst. Gut zu wissen: Bei nur ca. 3 von 1000 Hausgeburten entsteht unter der Geburt eine schwerwiegende Komplikation, bei der unverzügliche ärztliche Hilfe benötigt wird.

Kosten einer Hausgeburt

Wenn Du eine Geburt in den eigenen vier Wänden planst, können Kosten für die Rufbereitschaft der Hebamme anfallen. Diese belaufen sich auf ca. 300 bis 500 Euro. Dafür hält sich die Hausgeburtshebamme einen bestimmten Zeitraum um Deinen Geburtstermin frei und wird bei einer termingerechten Geburt allein für Dich da sein. Während dieser Zeit betreut sie dann auch keine weitere Schwangere. Ganz anders als in der Klinik: Hier muss sich eine Hebamme oft um mehrere Geburten parallel kümmern. Viele Krankenkassen übernehmen diese Kosten mittlerweile.

Mehr zur außerklinischen Geburt kannst Du in einem weiteren Artikel in unserem Magazin lesen. Hier erläutert Hebamme Christina S. ihren Standpunkt zur Hausgeburt: Die außerklinische Geburt.

Wie schon erwähnt, sinkt die Zahl der freiberuflichen Hebammen — und somit auch die Anzahl derer, die eine Hausgeburt betreuen. Ein schwerwiegendes aktuelles Problem, das nicht nur werdende Mamas betrifft, die eine Hausgeburt planen. Sondern alle! Lies hier mehr zum Thema: Können wir unsere Hebammen noch retten?

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Ein Kommentar zu Die Hausgeburt: Was Du wissen musst, wenn Du eine Geburt zuhause planst

  1. Dieser Artikel irritiert mich doch ein wenig. Schon gleich zu Anfang: „Ob Du Dein Kind in einer Klinik, in einem Geburtshaus oder zuhause bekommst, kannst Du frei entscheiden“
    Es gibt jede Menge Gründe, weswegen eine Geburt zwingend im Krankenhaus stattfinden muss, Risikogeburten, Mehrlingsschwangerschaften, Frühgeburten, falsche Kindslage usw. Das bedeutet natürlich, dass man sich den Geburtsort nicht frei aussuchen darf. Außer man setzt sich über die Vorgaben der Krankenkasse und der Ärzte hinweg und bekommt sein Baby gegen die Empfehlung alleine zu Hause.
    Was die Hebamme für ein „Repertoire an Schmerzmitteln“ dabei haben soll erschließt sich mir auch nicht. Üblicherweise kann eine Hebamme unter der Geburt mit Massagen, Homöopathie, Atemtechniken u.ä. helfen. Starke Schmerzmittel gehören definitiv nicht zu ihrer Ausstattung.

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