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8 peinliche Kinderfragen und wie Du auf sie reagieren kannst


Kinde sind schonungslos offen und die meisten Eltern eines Kleinkindes sind wahrscheinlich schon mal in den Genuss unangenehmer Fragen gekommen. Also Fragen, bei denen Du vielleicht erschrickst oder Dich sogar ein bisschen schämst. Oft sind das Fragen, über eine Person, die Du nicht kennst, und die die Aufmerksam Deines Kindes bekommen hat. Aber auch Fragen zu Dir als Mutter, zum eigenen Körper oder zum Leben bringen uns manchmal in Verlegenheit. Diese Fragen zeugen von der Neugier Deines Kindes und sind völlig normal und legitim. Oft sind nur wir es, die sich damit unwohl fühlen. Hier stelle ich Euch einige peinliche Kinderfragen vor.

Solltest Du das Thema wechseln?

Ich bin am Anfang oft in die Versuchung gekommen, bestimmten Fragen einfach auszuweichen. Aber bei meinem sehr neugierigen Sohn hat das erstens nicht geklappt und zweitens finde ich es meinem Kind gegenüber auch unfair. Durch das Fragen lernen die Kinder. Sie können im Kleinkindalter noch nicht zwischen uns unangenehmen Fragen und “normalen” Fragen unterscheiden. Ständiges Ausweichen könnte also zur Folge haben, dass Dein Kind weniger oder irgendwann nicht mehr fragt. Oder es wird andere Menschen seine/ ihre Fragen stellen. Es gibt aber viele Fragen, die ich meinem Kind definitiv gern selbst beantworten möchte. Und wenn ich ehrlich bin, vor allem diese “unangenehmen” Fragen. Denn sie bieten eine gute Möglichkeit, meinem Kind grundlegende Werte mitzugeben. 

Kindermund: Warum sind uns einige Kinderfragen peinlich?

Es gibt in unserer Gesellschaft leider bestimmte Tabuthemen. Für Erwachsene ist es oft schwer diesen gesellschaftlich geprägten Vorstellungen nicht zu folgen. Unsere Erfahrungen und die Moralvorstellungen in unserer Erziehung prägen uns tiefgreifend. Genau deshalb bestimmt auch unsere Reaktion auf die “unangenehmen” Fragen unserer Kinder deren Moralvorstellungen. Wenn wir also bestimmte Themen nicht mehr als Tabu behandeln, können sie für unsere Kinder selbstverständlich werden. Für Kinder gibt es erst einmal keine Tabuthemen. Sie sind neugierig und haben in der Regel keine Hintergedanken. Bei manchen Themen wollen wir aber unsere Kinder schützen. Wir möchten nicht, dass sie sich Sorgen machen oder Ängste entwickeln. Aber können wir unsere Kinder wirklich durch die Nicht-Beantwortung einer Frage schützen?

So kannst Du auf Fragen reagieren

Im Folgenden stelle ich eine Auswahl aus dem Bereich Kindermund und unangenehme Fragen vor. Einige betreffen Mitmenschen, einige mich als Mutter und in zwei weiteren peinlichen Fragen geht es um unseren Alltag.

Peinliche Kinderfragen zu anderen Menschen

“Warum ist der Mann so dick?”

Einer der Klassiker unter den peinlichen Kinderfragen ist diese Frage. Und vor allem wenn sie, zum Beispiel laut in einem vollen Bus gestellt wird, wird es für uns Eltern unangenehm. Wir möchten niemanden verletzen und hoffen dann, dass die Person die Frage nicht gehört hat. In solchen Momenten willst Du Dich wahrscheinlich am liebsten einfach unsichtbar machen. Das geht aber nun einmal nicht. Also bist Du jetzt gefragt, “richtig” darauf zu antworten. 

Ich würde erst einmal den Mann freundlich anschauen und meinem Sohn dann erklären, dass alle Menschen nun mal anders aussehen. Manche Menschen sind größer oder kleiner als andere. Und manche eben auch dünner oder dicker. Wichtig ist es, dass Du ehrlich und neutral bleibst und die Frage als “normale” und eben nicht unangenehme Frage beantwortest. Außerdem kannst Du Deine Antwort noch mit anderen Beispielen stützen. Zum Beispiel: “Schau mal ich habe braune Haare und die Frau neben dem Mann ist blond.” Es wäre doch auch langweilig wenn alle Menschen gleich aussehen. 

“Warum kann die Frau nicht laufen?”

Eine weitere peinliche Kinderfrage. Auf viele Kinder üben Menschen mit einer Behinderung eine besondere Faszination aus. Im Gegenteil zu vielen Erwachsenen scheuen sie sich nicht, sie zu beobachten oder anzuschauen. Sie schauen sie eben genauso an, wie jeden anderen Menschen, den sie interessant finden. Vor allem das laute Fragen kann unangenehm sein. Auch hier kannst Du Deinem Kind erklären, dass alle Menschen unterschiedlich sind. Manche können nicht laufen, manche nicht so gut sehen oder hören. Und das es viel wichtiger ist, darauf zu achten, was Menschen gut können. Zum Beispiel, dass ein Mensch, der nicht sehen kann, dafür richtig gut hört.

“Warum hat die Frau eine dunkle Haut?”

Da mein Sohn in Indien aufwächst, ist eine andere Hautfarbe für ihn überhaupt nicht interessant. Prinzipiell finden Kinder “anders aussehende” Menschen aber faszinierend. Vor allem, wenn sie vielleicht noch nie persönlichen Kontakt zu einem Menschen mit einer anderen Hautfarbe hatten. Aber auch spezielle Frisuren, Haarfarben, oder einfach verrückte Outfits ziehen die Aufmerksamkeit der Kleinsten an. Kinder lieben diese Vielfalt und finden sie aufregend. Und natürlich fragen sie dann auch nach. In der Kinderwelt sind Äußerlichkeiten nicht mit Vorurteilen behaftet. Und dass sich das nicht ändert, sollte unser Ziel sein. 

Wenn Dein Kind also nach Äußerlichkeiten einer Person fragt, empfehle ich Dir wieder: Nimm freundlich Augenkontakt zu der Person auf und erkläre Deinem Kind, dass es ganz viele unterschiedliche Menschen auf der Welt gibt. Und dass genau das toll ist. 

Ich würde Antworten, die mit der Herkunft der Person zusammenhängen und da etwas vermuten, definitiv nicht empfehlen. Denn das sind nur Spekulationen, die Menschen verletzen können. Ein Mensch mit einer dunkleren Hautfarbe kommt nicht zwangsläufig aus Afrika. Das sind Vorurteile in unserer Gesellschaft, die es gilt zu durchbrechen.

Peinliche Kinderfragen zu Körper und Sexualität

“Mama, warum blutest du?”

Als Mama von einem Kleinkind bist Du wahrscheinlich relativ selten allein auf der Toilette. Genau so geht es mir mit meinem Sohn. Es kann also auch vorkommen, dass Dein Kind sieht, wie Du einen Tampon o.ä. wechselst. Als mein Sohn, das das erste mal bewusst wahrnahm, fing er an zu weinen. Er dachte ich hätte mich verletzt und große Schmerzen. Ich konnte ihn natürlich schnell beruhigen. In unserer Gesellschaft ist die Menstruation noch viel zu oft ein Tabuthema. Das sollte schnellstens geändert werden, da es doch das Natürlichste der Welt ist. Ich habe meinem Sohn erklärt, dass Frauen einmal im Monat bluten. Und dass das wichtig ist, damit sie Babys bekommen können, wenn sie das wollen. Auch wenn er das natürlich mit 4 Jahren noch nicht versteht, hat er eine ehrliche Antwort bekommen. Auch wenn er noch nicht versteht, was das mit Babys zu tun hat, weiß er, dass es ein natürlicher Prozess ist.

“Warum hast Du keinen Penis?”

In unserer kleinen Familie gehen wir sehr offen mit unseren Körpern und Nacktheit um. Wir gehen auch zusammen in die Badewanne. Und natürlich ist meinem Sohn schon früh aufgefallen, dass sein Körper, oder der seines Papas anders aussieht als meiner. 

Kleinkinder erkunden ihren eigenen Körper und finden es oft sehr spannend, sich auch andere Körper genau zu betrachten. Körper sind viel diskutierte Themen im Kleinkindalter. Auch hier war ich offen und ehrlich und habe die Funktion der weiblichen und männlichen Geschlechtsteile so kindgerecht wie möglich erklärt.

“Wo kommen die Babys her?”

Bei einer solchen Frage musst Du Dir bewusst machen, dass Dein Kleinkind Dich hier rein aus Neugier nach dem Baby fragt. Es geht dabei nicht um Sex – denn davon hat Dein Kind ja noch gar keine Ahnung. Am besten Du bleibst sachlich und erklärst die Herkunft der Babys Deinem Kind so kindgerecht wie möglich. Natürlich kannst Du auch Phrasen wie “wenn Mama und Papa sich sehr lieb haben,…” benutzen. Es gibt übrigens auch tolle Bücher zu dem Thema.

Weitere peinliche Kinderfragen im Alltag

“Wann wird Oma sterben?”

Auch diese Frage war mir erst einmal sehr unangenehm. Obwohl ich mit meinem Sohn sehr offen mit dem Thema Tod umgehe. Das liegt daran, dass ich nicht möchte, dass er Angst davor entwickelt. Für Kleinkinder ist der Tod sehr abstrakt und schwer zu fassen. Für mich ist es auch hier besonders wichtig, offen und ehrlich zu meinem Sohn zu sein. Er kann die Tragweite des Todes noch nicht fassen. Und genau deshalb stellt er solche Fragen. Auf der einen Seite ist die Vorstellung für ihn nicht so schlimm. Auf der anderen Seite weiß er, dass Oma dann weg sein würde und das macht ihm Angst. Ich möchte ihm diese Angst nehmen, ohne ihn dabei anzulügen.

“Warum musst Du so viel arbeiten?”

Das ist auch so eine Frage die mir persönlich immer wieder sehr unangenehm ist. Denn irgendwie sagt sie mir, dass mein Sohn denkt, dass ich zu viel arbeite. Aber auch hier bin ich offen und ehrlich mit ihm. Ich sage ihm, dass ich arbeiten muss, damit wir Geld haben. Ich sage ihm aber auch, dass ich gern arbeite und mich danach umso mehr auf ihn und unsere gemeinsame Zeit freue. 

Fazit: Peinliche Kinderfragen müssen sein

Die “unangenehmen” Fragen Deines Kindes sollten Dir nicht unangenehm sein. Sie zeugen von der Neugier und Unbeschwertheit Deines Kindes. Wir sollten uns freimachen von gesellschaftlichen Tabus. Dann fällt uns auch die Beantwortung solcher Fragen leichter. Dadurch kannst Du von Deinem Kind lernen, nämlich offen und neugierig gegenüber Dingen zu sein. 

Hast Du schon Erfahrungen mit peinlichen Kinderfragen gemacht? Welche Frage hat Dir Dein Kind schon gestellt, die Dir unangenehm war? Erzähle uns von Deinen Erfahrungen in den Kommentaren. 

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