Babyglück Update: 39 Wochen // 9 Monate zu viert


9 Monate – ein Dreivierteljahr wir Vier. Auf die Gefahr hin, dass ich mich wiederhole: Aber wie schnell vergeht denn nur die Zeit? Wirklich, es kommt mir vor, als sei es gestern gewesen, als wir unseren zweiten bezaubernden Sohn bei uns begrüßen durften und zum zweiten Mal Eltern geworden sind. Und nun? Werden die kommenden drei Monate vermutlich genauso rasen, wie die vergangenen Wochen und ehe wir uns versehen feiern wir auch schon den 1. Geburtstag.

Ich nehme mir jeden Tag vor, jeden Augenblick, jeden Moment so bewusst zu genießen, wie es nur geht. Und auch wenn es mir nicht immer gelingt, weil der Alltag eben doch oft dominiert und meine zwei Jungs mich fordern und es manchmal eben auch sehr anstrengend ist, besinne ich mich immer immer wieder. Ich bin so dankbar für so viel Glück, das ich durch meine Kinder erfahren darf.

39 Wochen Baby sein

Lieblingsbeschäftigung: Mama und Papa und alle, die sonst noch so auf mich aufpassen müssen, den ganzen Tag auf Trab halten. Ich bin schnell wie der Wind und wenn ich etwas entdeckt habe, das ich unbedingt haben muss, können die alle gar nicht so schnell gucken, wie ich es mir geschnappt habe. Am Ziel angekommen, freue ich mich riesig, quietsche, lache und strahle was das Zeug hält. Am liebsten spiele ich mit Sachen, die gar nicht zum Spielen gedacht sind. Plastikflaschen, Wäscheklammern, Schuhe, Bürsten, und was mir sonst noch so zwischen die Finger kommt. Alles muss ich immer erst einmal probieren, ob man es essen kann. Aber zum Glück merke ich inzwischen schnell, wenn es nicht schmeckt und höre dann auf, es anzusabbern. Das freut meine Mama, weil sie mir dann nicht immer gleich wieder alles wegnehmen muss.

Ich liebe es, mich an Allem und Jedem hochzuziehen. Stehen ist sowieso eine ganz tolle Sache und viel besser, als Sitzen oder Liegen. Mamas Beine eignen sich ganz toll dazu. Besonders, wenn sie gerade in der Küche steht, ergreife ich die Chance, damit ich auch etwas sehen kann. Ab und zu hat es nun auch schon frei geklappt und ich habe für einen kurzen Moment losgelassen. Um mich dann gleich wieder auf den Popo plumpsen zu lassen. Irgendwie ist es mir so ganz allein, ohne mich festzuhalten, dann doch noch etwas zu wackelig. Und bevor ich es wage, einen Schritt allein zu machen, setze ich mich lieber wieder hin und krabbele zum Objekt meiner Begierde. Aber ich kann mir ja auch noch Zeit lassen, sagt Mama immer. Auch wenn ich nur zu gern endlich meinem großen Bruder hinterher laufen würde. Aber vorerst reicht auch das Krabbeln. Damit bin ich fast genauso schnell, wie er.

Neugierig erkunde ich dann das Kinderzimmer, schaue ihm beim Spielen zu und schnappe mir seine tollen Autos. Das findet er meistens gar nicht gut und nimmt sie mir dann gleich wieder weg. Ziemlich gemein. Dabei will ich doch nur mitspielen. Wie gut, dass er davon nichts mitbekommt, wenn er im Kindergarten ist. Sein Parkhaus hat es mir besonders angetan!

Was ich sonst noch super finde? Essen! Und ganz viele unterschiedliche leckere Dinge ausprobieren! Das klappt inzwischen schon richtig super und ich freue mich immer riesig, wenn ich gemeinsam mit Mama, Papa und Mika-Flynn am Tisch sitzen und mitessen darf. Zum Probieren bekomme ich eigentlich alles, was nicht zu doll gewürzt oder gesüßt ist. Wenn ich etwas mag und nicht genug davon bekommen kann, lecke ich mit der Zunge wie ein kleines Kätzchen, bis es mehr davon gibt. Andersrum verziehe ich aber auch ganz angeekelt das Gesicht und spucke es wieder aus, wenn es mir nicht schmeckt. Oder schmeiße es gleich ganz provokativ auf den Boden.

Am liebsten trinke ich aber noch immer Mamas Milch. Zur Beruhigung, zum Einschlafen oder weil ich ganz dringend ihre Nähe brauche. Und das fordere ich auch jedes Mal ganz deutlich und lautstark ein.

Das mag ich gar nicht: Ganz schrecklich doll müde sein und dann nicht wissen, was ich will. Auf den Arm? An Mamas Brust? Ins Bett? Schlafen? Doch wach bleiben? Alles blöd. Dann quengele ich und sträube mich, bin schrecklich unruhig. Schlafe kurz ein, wache wieder auf, mache dabei die komischsten Verbiegungen und finde nicht zur Ruhe. Manchmal echt anstrengend, so ein Babyleben.

Und wenn mein großer Bruder gemein zu mir ist, mich ärgert und ich nicht mit seinen Spielsachen spielen darf. Dann schubst er mich zur Seite und reist mir die Sachen aus der Hand. Und zu gern fummelt er mir im Gesicht herum, piekt mich und testet aus, was passiert. Ich glaube, er meint es nicht böse und weiß es einfach noch nicht besser, dass ich nicht sein Versuchskaninchen bin. Aber blöd finde ich es trotzdem.

Dafür ist er manchmal dann wiederum so lieb zu mir. Als ich im Urlaub beim Autofahren weinen musste, fing Mika-Flynn an, für mich zu singen und als wir angekommen waren, musste er mir ganz „schnell die Tränen wegwischen“.

Was ich schon erlebt habe: Ich war das erste Mal im Sommerurlaub und es war so toll und spannend! Eine lange Fahrt dorthin mit Auto und Fähre, die ich wirklich prima gemeistert habe. Das erste Mal Sand unter den Füßen (den Händen, dem Popo und im Gesicht), das erste Mal im Meer baden, plantschen, Salzwasser schmecken, im Sand buddeln, am Strand schlafen, die sanfte Meeresbrise auf der Haut spüren und ganz müde werden von der Luft. Mit Mama, Papa und meinem großen Bruder Sardinien erkundet, viele Ausflüge gemacht.

Zurück in Deutschland waren wir dann noch in einem alten Schloss und in einer Tropfsteinhöhle, und ich kam aus dem Staunen nicht heraus.

Das kann ich schon: Mich an Allem hochziehen und entlanghangeln, klettern, stehen und das manchmal auch ganz kurz allein. Ganz laut lachen, glucksen, quietschen und immer mehr neue Töne ausprobieren. Gigglen, gugglen, brabbeln. Wenn ich quengelig bin und bei Mama auf den Arm möchte, krabbele ich immer zu ihr hin und fange an, „Mamamamama“ zu rufen und zu jammern. Das klappt auch bei Papa „Babababa“. Manchmal verwechsele ich beides aber auch…

39 Wochen Eltern sein von zwei Kindern

Neue Erkenntnisse: Nach Regen kommt Sonnenschein. Nur weil man Kinder hat, heißt das nicht, dass man ständig und immer glücklich und zufrieden ist. Es gibt auch Zeiten, in denen man mit sich hadert, den Kopf in den Sand stecken, die Koffer packen und einfach nur weg möchte. Besonders, wenn bestimmte Dinge so ungewiss sind, und man selbst (noch) nicht weiß, was man wirklich will. Entscheidungen treffen, überlegen, was richtig und was falsch ist. Mit Kindern macht man sich doppelt Gedanken und Sorgen und wägt ab, was für alle das Beste sein könnte. Viele Prozesse erfordern Zeit, eine Lösung findet man nicht von jetzt auf gleich.

Schreckmoment: Keine, an die ich mich erinnern könnte.

Dafür fehlt die Zeit: Für das Übliche. Haushalt, Kleinkram, dies und das. Generell könnte der Tag 48 Stunden haben und selbst das wäre vermutlich noch zu wenig. Taavi krabbelt mir überall hinterher, nichts ist mehr sicher und dementsprechend komme ich zu immer weniger, weil ich ständig nach ihm sehen muss. Was tagsüber liegen bleibt, versuche ich abends zu erledigen. Nachtschichten gehören hier momentan zum Programm.

Das war blöd: Mich über Banales und Kleinigkeiten aufzuregen. Im Moment bin ich ziemlich leicht reizbar und meine Nerven sind leider nicht die dicksten. Gefühlschaos und Gedankenwirrwarr, Fragen, die die Zukunft betreffen, Ungewissheit, ein tägliches Auf und Ab. Manchmal platzt mir dann der Kragen und ich fahre aus der Haut. Hinterher tut es mir schrecklich leid und das schlechte Gewissen, das an mir nagt, ist enorm. Gerade auch Mika-Flynn provoziert im Moment sehr gern, will nicht hören, testet seine Grenzen extrem. Da immer ruhig zu bleiben, gelingt leider nicht immer. Und besonders abends wünsche ich mir dann oft einfach nur, dass Yannick nach Hause kommt und mir die Jungs mal kurz abnimmt, damit ich durchatmen kann…

Glücklichster Moment: Neben einigen Tiefpunkten gab es auch viele schöne Glücksmomente in den letzten Wochen. Besonders natürlich während unseres traumhaften Sommerurlaubs, dem ersten zu Viert. Viele erste Male und Erlebnisse, freudestrahlende Kinderaugen. Meinen kleinen Entdeckern beim Erkunden der Welt zuzusehen. Diese Faszination in ihren Augen. Mit Mika-Flynn allein im Meer zu schwimmen, dabei nichts zu sagen, nur zu genießen. Während der Autofahrten „unsere“ italienischen Sommerlieder zu hören und dabei laut und falsch mitzusingen.

Kuschelmomente mit meinen zwei Jungs, in denen Mika-Flynn plötzlich wieder ganz lieb und verschmust ist.

Mein Baby, wie es sanft in meinen Armen schlummert. Pures Glück.

Nächte/Schlaf: Mal so, mal so, aber im Grunde ok. Taavi schläft immer noch bei uns im Bett oder Beistellbett und wacht nachts meistens so 2-3 mal auf. Oft zähle ich aber gar nicht mit, deswegen kann ich es so genau auch nicht sagen. Nur dass er mal mehr, mal weniger unruhig ist. Dementsprechend ist dann auch mein Schlaf. Wenn er nachts wach wird, stille ich ihn; auch wenn er keinen Hunger hat schläft er dadurch meist gleich weiter. Und auch ich finde dann schnell wieder in den Schlaf zurück. Momentan ist das Einschlafen abends allerdings etwas langwieriger. Obwohl man ihm deutlich anmerkt, dass er müde ist, kommt er einfach nicht zur Ruhe. Döst er beim Stillen ein und wir legen ihn, so lange wir noch im Wohnzimmer sind, drüben im Kinderzimmer ins Bett, wacht er oft nach fünf Minuten wieder auf und schreit. Nicht selten schläft er dann erst gegen 22 oder 23 Uhr richtig tief und braucht in dieser Zeit noch öfter die Brust und meine Nähe. Schub oder Phase – vermutlich verarbeitet er abends einfach ziemlich viel.

Morgens wacht er meist so zwischen sechs und sieben auf und ist dann fit. Yannick nimmt ihn mit dem Klingeln des Weckers mit nach unten, sodass ich dann noch kurz dösen kann, bevor ich aufstehen muss. Nach dem Frühstück lege ich ihn meistens gegen zehn Uhr nochmal im Kinderzimmer ins Bett, wo er dann zuerst noch etwas spielt und meistens von allein einschläft. Auch nachmittags hält er oft noch ein kurzes Schläfchen (sowohl vor- als auch nachmittags meist so 1 – 1 1/2 Stunden). Danach hat er dann allerdings auch Power, die bis abends reicht.

Darauf freuen wir uns: Auf noch ein paar freie gemeinsame Tage zu Viert und den restlichen Sommer, der hoffentlich nochmal alles gibt. Wir wollen noch ganz oft schwimmen gehen, Ausflüge machen, Geburtstag feiern, Spaß haben.

Das macht Mama und Papa glücklich: Urlaub, ganz viel gemeinsame Familienzeit, Sommer, Sonne, Wärme. Gemeinsam Pläne schmieden, die Zukunft planen.

 

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