äußere Wendung bei Beckenendlage

Die äußere Wendung bei Beckenendlage


In meinen letzten Berichten habe ich Euch schon viel über die Beckenendlage erzählt und erklärt, was Ihr tun könnt um Euer Kind bei der Drehung in Schädellage zu unterstützen. Was passiert aber wenn dies alles nicht funktioniert und Euer Kind in der 36. Schwangerschaftswoche immer noch in Eurer Gebärmutter sitzt?
Wie ich schon in allen Artikeln erwähnt habe, ist eine gute Betreuung mit einer guten Aufklärung über alle möglichen Wege das wichtigste. Sucht Euch eine Geburtsklinik aus, die sich mit Beckenendlagen auskennt und alle Möglichkeiten anbietet. Fragt Eure Hebamme oder Euren Gynäkologen nach einer Klinik, die sie in diesem Fall wählen würden. Sollte sich Euer Kind in der 36. Schwangerschaftswoche immer noch in Beckenendlage befinden, gibt es die Möglichkeit des Versuchs einer äußeren Wendung.

Was ist eine äußere Wendung?

Bis in den 70er Jahren war die äußere Wendung ein weitverbreitetes Verfahren, während in den darauffolgenden Jahren eine immer ablehnendere Haltung deutlich wurde. In den letzten Jahren hat sich die Haltung gegenüber der äußeren Wendung wieder geändert. Bei der äußeren Wendung umfasst der Geburtshelfer mit einer Hand den Steiß des Kindes und versucht diesen nach oben, also aus dem Becken rauszuschieben. Gleichzeitig wird mit der anderen Hand der Kopf des Kindes umfasst und rückwärts gedrängt. Gelingt diese „Rolle rückwärts“ nicht, wird eventuell eine „Rolle vorwärts“ versucht.

Was sollte ich noch über die äußere Wendung wissen?

Wie Ihr Euch sicher anhand der Beschreibung vorstellen könnt, muss der Geburtshelfer einige Kraft aufwenden um das Kind zu dieser Rolle zu bewegen, das heißt für die Mutter können diese Manöver durchaus unangenehm sein. Leider gelingt die äußere Wendung nicht immer. Den größten Erfolg hat man bei Mehrgebärenden, da die Gebärmutter mehr Platz aufweist als bei einer Erstgebärenden. Umso weiter der Entbindungstermin näher rückt, umso unwahrscheinlicher ist der Erfolg der äußeren Wendung. Hat die Wendung geklappt, gibt es leider auch keine Garantie, dass sich Euer Kind nicht wieder in Beckenendlage zurück dreht.

Welche Voraussetzungen braucht es zur äußeren Wendung?

Auch hier möchte ich noch einmal darauf hinweisen, wie wichtig es ist, in eine Geburtsklinik zu gehen, die Erfahrung mit äußeren Wendungen haben. Es werden bei der äußeren Wendung nur geringe Komplikationsraten beschrieben, aber trotzdem solltet Ihr über diese Risiken ausführlich aufgeklärt werden. Nicht jede Beckenendlage ist geeignet für den Versuch der äußeren Wendung. Diese Indikationsstellung ist allerdings der Klinik vorenthalten. Die äußere Wendung wird unter stationärer Aufnahme in Kaiserschnittbereitschaft durchgeführt, um bei einer auftretenden Komplikation das Kind auch direkt auf die Welt holen zu können. Das Kind sollte bei der äußeren Wendung immer wieder mit Ultraschallkontrollen und CTG-Kontrollen überprüft werden. Die Mutter bekommt über die Infusion einen Wehenhemmer, damit die Gebärmutter schön weich ist. Dies vereinfacht den Geburtshelfer die Arbeit.

Was passiert nach der äußeren Wendung?

Egal ob die äußere Wendung geklappt hat oder nicht, sollten die Herztöne Eures Kindes über eine Stunde kontrolliert werden. In der Regel bleiben die Frauen für eine Nacht stationär in der Klinik und bekommen in dieser Zeit intermittierende CTG-Kontrollen. Vor Entlassung sollte die Kindslage noch einmal mit Ultraschall kontrolliert werden. Wenn Ihr von der Blutgruppe Rhesus negativ seid, bekommt Ihr nach der Wendung eine Anti-D-Prophylaxe gespritzt.

Zu welchen Komplikationen kann es bei und nach der Wendung kommen?

• Herztonveränderungen
• Nabelschnurkomplikationen
Frühgeburten
• Vorzeitiger Blasensprung

Ein notwendiger Kaiserschnitt nach Wendung aufgrund der oben angegebenen Ereignisse wird von unterschiedlichen Autoren mit 1-2% bis hin zu 9,5% angegeben.
Ob die äußere Wendung bei Euch geeignet ist, muss die ausführende Klinik entscheiden. Ihr selbst solltet auch hinter dieser Entscheidung stehen. Lasst Euch nicht unter Druck setzen, Ihr habt zwar nicht ewig Zeit, die Entscheidung dafür oder dagegen zu treffen, aber eine Nacht sollte man immer darüber schlafen können. Besprecht Eure Fragen oder Bedenken auch ruhig noch einmal mit Eurer Hebamme in Ruhe.

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