die perfekte Mutter

Die perfekte Mutter: Wie wir uns selbst am stärksten stressen


Ich bin in der Regel kein Mensch, der die guten alten Zeiten heraufbeschwört, in denen angeblich alles besser gewesen sein soll. Allerdings gibt es eine Entwicklung in den letzten Jahren bei uns Müttern, welche mich nachdenklich stimmt. Nämlich der Anspruch, eine perfekte Mutter zu sein, den Kindern perfekt gerecht zu werden und sie unter allen Umständen optimal zu fördern. Da ich selbst Mutter bin, kenne ich diese Falle nur zu gut. Ist es nicht schön, wenn man im Brustton der Überzeugung von sich behaupten kann, wirklich alles richtig für die Kleinen und später Großen gemacht zu haben?!

Erste Falle: „Ich fördere mein Baby ideal!“

Dies erkennt Ihr daran, dass Ihr mit Eurem kleinen Schatz von Termin zu Termin hetzt – über Pekip, Babymassage bis hin zum Babyschwimmen usw.  Ihr schnauft und der Stress schafft Euch, Euer Baby weint vor Überforderung. Dennoch hakt Ihr alle Programmpunkte ab.

Zweite Falle: „Mein Baby / Kind braucht sich nie zu langweilen.“

Irgendwie ist es in den vergangenen Jahren eine Überzeugung geworden, dass nur permanent bespielte und bespaßte Kinder glückliche Kinder sind. Was dabei herauskommt ist Folgendes: Ich nehme viele Kinder, ja sogar schon Babys wahr, die nicht einmal mehr eine Minute alleine sich beschäftigen können. Sie sind es gewohnt, ständig abgelenkt und bei Laune gehalten zu werden. Natürlich gibt es auch hier Kinder, welche Langeweile besser als andere aushalten können. Das meiste ist allerdings selbst hinerzogen. Hier möchte ich Euch ermuntern, wenn Eure Babys älter werden und das Frustquengeln anfängt, es dabei liebevoll zu begleiten und es ruhig auch Frust erfahren zu lassen. Das tut Euch und auch Eurem Kind gut, wenn jeder seiner Beschäftigung für eine kleine Weile nachgehen kann.

Dritte Falle: „Ich bastel, backe, nähe, stricke, häkel usw. alles selbst!“

Dieser Absatz richtet sich nicht an Mütter, die in solchen Tätigkeiten Erfüllung finden, sondern an jene die denken, dass diese Dinge eine gute Mutter ausmachen.

Dieser Trend, dass eine perfekte Mutter nicht nur ihre Kinder optimal ernährt und fördert, sondern sie auch noch möglichst viel selber macht und ihre zu viel kreierten Dinge auf DaWanda & Co. zur Verfügung stellt, ist relativ neu.

Natürlich ist es wichtig, für Eure Kleinen Rituale zu schaffen und diese zu zelebrieren. An Weihnachten alles festlich gestalten, Weihnachtsbasteln, Geburtstagskuchen backen und vieles mehr. Aber auch hier gilt, weniger ist mehr. In der Vorweihnachtszeit reicht es, einmal etwas Schönes zu basteln und dieses Stück dann einen Ehrenplatz auf dem Esstisch zu geben. Es ist nicht nötig, fünf verschiedene Stücke herzustellen, da es dann in der Masse an Wert verliert. Euer Baby kann sich in sechs Jahren sowieso nicht mehr daran erinnern…

Warum ich nicht die perfekte Mutter sein muss

Als Abschluss will ich Euch ermuntern, den Trends der Zeit nur ein wenig hinterher zu hetzen. Findet lieber heraus, was für eine Mutter Ihr sein wollt und was Euch wirklich liegt. Seid authentisch. Wenn Ihr es verabscheut zu backen, dann kauft einen Kuchen und verziert ihn schön. Euer Kind wird sich genauso darüber freuen, wie über einen Selbstgebackenen. Das könnt Ihr mir glauben.

Zum Weiterlesen:

Die perfekte Mutter - Stressfalle - Warum es wichtiger ist, seine Ansprüche herunterschrauben und für sein Kind da zu sein #mutter #baby #perfekt

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