Erste Krankengymnastikstunde (17 Wochen)


Bei der U4 wurde uns ja dringend geraten mit dem Bub zur Krankengymnastik zu gehen und gestern Morgen 8.30 Uhr fand unser erster Termin statt. Die Physiotherapeutin hatte ich per Zufall ausgewählt (die Praxis mit der kürzesten Entfernung, da ich keinerlei Infos im Internet fand) und somit war ich etwas aufgeregt, wer und vor allem welche Behandlungsmethode (Vojta, Bobath oder doch etwas ganz anderes) uns erwartet.

Die Praxis befindet sich in einem ziemlich heruntergekommenen Teil unserer Stadt, was mir erst gestern bei der Ankunft auffiel und was mich zunächst irritierte. Aber als mich unsere Physiotherapeutin in Empfang nahm und die Stunde startete, beruhigte ich mich. Sie ist eine junge, aufgeschlossene Dame, die behutsam und einfühlsam mit unserem Buben umgeht. Der Kleine lag tiefenentspannt in ihren Händen, während sie ihn auf seine „Schwachstellen“ hin untersuchte.

Da er am liebsten in die Überstreckung geht, sind seine vorderen Halsmuskeln und seine schrägen Bauchmuskeln nicht stark genug ausgeprägt, erklärte sie. Dadurch gelingt es ihm beispielsweise nicht, in der Rückenlage die Beine anzuziehen und gleichzeitig nach einem Spielzeug zu greifen. Will er nach etwas greifen, stützt er sich mit dem Fuß ab oder er verliert sein Gleichgewicht und rollt unkontrolliert zur Seite. Selbst in der Bauchlage sucht er permanent den Weg in die Überstreckung, indem er seinen Po in die Luft schiebt. So befindet er sich – egal in welcher Position – in einer für ihn ziemlich unbequemen Grundspannung.

Mandy, unsere Therapeutin, zeigte sie mir daraufhin einige Übungen, mit denen ich seine schwächeren Muskeln trainieren und so langfristig für eine entspannte Haltung sorgen kann. Denn in seiner Lieblingsposition, dem “C” rudert er, ob auf dem Bauch oder in Rückenlage, stets hektisch mit Ärmchen und Beinchen. Es scheint ihn selbst nicht zu stören, denn er ist ein zufriedenes Kerlchen und meckert nur äußerst selten, z.B. wenn er müde wird und nicht einschlafen kann. Aber ich wünsche mir für ihn, dass er auch im wachen Zustand mal komplett zur Ruhe kommen und alle Viere locker hängen lassen kann.

Ich schrieb ihre Tipps und Hinweise eifrig mit, damit ich diese nun zu Hause im täglichen Umgang mit ihm umsetzen kann. Denn solch eine Therapie ist nur dann sinnvoll, wenn ich zusätzlich zum wöchentlichen Krankengymnastik-Termin jeden Tag ein paar Minuten mit ihm übe.

Unsere ersten Hausaufgaben sind zum Glück einfach umzusetzen. Befindet er sich in Rückenlage, soll ich zum Beispiel seine Beine zu seinem Oberkörper schieben, damit er sich rund macht und seine Füßchen entdeckt. Dass er welche hat, ist ihm nämlich bislang noch nicht aufgefallen :)
Liegt er auf dem Bauch, soll ich ihm ein Spielzeug in die Hand drücken und seine Ellenbogen nach vorne schieben, damit sein Blick nach unten geht – das trainiere wohl die vorderen Halsmuskeln und verleihe ihm mehr Stabilität im Stütz. Schiebt er dann den Po nach oben, was er mit Vorliebe tut, darf ich ihn sanft wieder runter drücken.

Während sie mir die Übungen demonstrierte, gab mir der Bub mit ächzenden Geräuschen zu verstehen, dass er diese ganz schön anstrengend findet. Aber glücklicherweise hatte er vor der Behandlung 40 Minuten im Auto geschlafen und ausreichend gefuttert, so dass er die kleine Turnstunde trotz aller Anstrengungen gut gelaunt über sich ergehen ließ.

Am besten gefällt mir übrigens, dass unsere Physiotherapeutin auch Osteopathin ist und somit die Krankengymnastik mit einer manuellen Behandlung unterstützen kann. Eine perfekte Kombination wie ich finde, die mir den zusätzlichen und für mich kostenpflichtigen Gang zu unserer Osteopathin erspart.

Nach der Behandlung war der Bub dann durstig und platt wie eine Flunder. Nachdem er meine Milch in großen Schlucken zu sich genommen hatte, steckte ich ihn in die Babyschale, wo er während der Autofahrt nach Hause noch ein bisschen vor sich hin brabbelte, bevor er erschöpft einschlief. Mission erfolgreich abgeschlossen, würde ich sagen :)

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