Flacher Hinterkopf bei meinem Baby


Meine 6-Jährige Tochter hat aktuell eine Gipshand– mit weitreichenden Folgen, denn ich muss ihr plötzlich wieder bei vielem helfen. Beispielsweise gestern beim Haarewaschen. Dabei fiel mir ihr Hinterkopf auf. Er ist auf einer Seite ein wenig flacher als auf der anderen – zum Glück sieht man davon nichts, wenn ihre Haare trocken sind und im gewohnten Struwelpeter-Look in alle Himmelsrichtungen abstehen. Die Verformung kommt von einer Vorzugshaltung, die sie als Baby hatte. Schon als Neugeborenes hat sie den Kopf in Rückenlage immer nur nach rechts gedreht.

Der Kinderarzt stellte die Diagnose Plagiocephalie und riet damals zunächst dazu, ihr auch die andere Seite „schmackhaft“ zu machen. Also baute ich Kuscheltiere auf und befestigte die Spieluhr auf der entsprechenden Seite – leider ohne Erfolg. Sie bestand weiter darauf, nach rechts zu schauen. Schließlich besuchte ich mit ihr eine Krankengymnastin, die mir erklärte, dass solche Lage-Vorlieben manchmal bereits im Mutterleib entstehen und dass sie unbehandelt nicht nur einen flachen Hinterkopf zur Folge haben. Zusätzlich, so sagte sie mir, hätten sie Auswirkungen auf die motorische Entwicklung. Ich dachte zunächst, die Krankengymnastin übertreibe, wurde aber bald eines Besseren belehrt. Als meine Kleine anfing, zu robben, stützte sie sich mit dem rechten Fuß ab – den Linken benutzte sie kaum. Ich weiß nicht mehr genau, wieviele krankengymnastische Termine wir hatten, aber am Ende waren die Fachfrau und ich per Du. Die Termine zielten alle darauf ab, die „schwache Seite“ meiner Tochter zu stärken.

Helmtherapie oder Krankengymnastik?

Zusätzlich nahm ich mit meiner Kleinen einen Termin in einem Münchner Kinderkrankenhaus wahr. Hier wurde die Asymmetrie ausgemessen und erstmals ein Helm ins Gespräch gebracht. Ich bekam es mit der Angst zu tun. Der Helm, der ihrer Verformung entgegenwirken sollte, war einem Fahrradhelm nicht unähnlich. Mein Kind hätte ihn – mit einer kurzen Unterbrechung – rund um die Uhr tragen müssen. Ich beriet mich mit meinem Mann, las einige Fachartikel und sprach mit der Krankengymnastin, die der Helmtherapie gegenüber kritisch eingestellt war. „Die Entwicklung der Sinne wird mit so einem Ding empfindlich gestört“, erklärte sie mir. Beim nächsten Krankenhaus-Termin zum „Kopf-Ausmessen“ war das Ergebnis grenzwertig. Nämlich knapp unter dem Wert, ab dem die Ärzte eine Empfehlung für den Helm aussprechen. Ich wusste nicht weiter und fragte die Kinderärztin schließlich, was sie persönlich tun würde, wenn es sich bei meiner Tochter um ihr eigenes Kind handeln würde. Sie überlegte kurz und sagte dann: „Kein Helm.“. Damit war die Entscheidung gefallen.

Ich ging mit meinem Mädchen weiter zur Krankengymnastin, legte sie tagsüber oft in die Bauchlage, bettete sie auf ein spezielles Kissen, lagerte sie, wenn ich sie in Sichtweite hatte, auf der linken Seite, besuchte mit ihr ein paar mal eine Osteopathin und irgendwann trug das alles Früchte und sie begann ihre vernachlässigte Seite zu nutzen.

Die Verformung wurde sie jedoch nie ganz los. Als ich ihr gestern die Haare wusch, war ich einmal mehr dankbar für ihr dickes, langes Haar. Hätte sie den gleichen 2cm-Stoppel-Schnitt wie meine Söhne, würde man die Abflachung vermutlich auch außerhalb der Badewanne sehen.

Ein Kommentar zu Flacher Hinterkopf bei meinem Baby

  1. Ich kann hierzu noch ein Kissen gegen Plattkopf empfehlen. Das von Anuri orthomedics hat sich sehr bewährt. Es besteht aus 2 Schichten und ist somit lang einsetzbar. Zusätzlich sorgt es für einen erholsamen Schlaf. Der Kopf von meinem Kleinen ist sichtbar runder geworden.

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