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8 Geburtspositionen, die jede werdende Mama kennen sollte


Vor der Geburt wirst Du viel über das Thema Geburtspositionen sprechen und diskutieren. Ob mit Deinem Partner, Deiner Freundin oder im Geburtsvorbereitungskurs mit Deiner Hebamme. Fakt ist: Aufrechte Geburtspositionen sind in der Regel effektiver! Allerdings gibt es auch Situationen, in denen andere Gebärpositionen von Vorteil sein können oder nötig sind. Versuche, auf Deinen Körper und auf Deine Hebamme zu hören. Dann „schaukelst“ Du Dein Kind schon!  Alles über die wichtigsten Geburtspositionen erfährst Du hier.

Auf den Rücken, fertig, los…. ???

Zum Glück verändert sich auch zum Thema Geburtspositionen die Meinung in vielen Kreißsälen. Früher wurden alle Frauen, ob sie wollten oder nicht, auf den Rücken gelegt. Heutzutage dürfen sich Frauen unter der Geburt bewegen, von den meisten Hebammen wird dies gewünscht. Ich sage immer zu der Gebärenden: „So lange es Dir und Deinem Kind gut geht und die Geburt voran geht, höre auf Dich und tu was Du willst.“ Die meisten Frauen merken selbst, wie es ihnen am besten geht.

Welche Geburtspositionen gibt es?

Hier beschreibe ich Dir die häufigsten Geburtspositionen und ihre Vor- und Nachteile.

Geburtspositionen für die frühe Eröffnungsphase Deines Muttermundes (0-4 cm)

Vorne übergebeugt
Stehend lehnst Du Dich nach vorne über und stützt Dich auf einem Tisch, Stuhl oder einem Fensterbrett auf. In manchen Kreißsälen gibt es auch eine Sprossenwand. Du musst ausprobieren, was eine bequeme Höhe für Dich hat. In dieser Position kannst Du Dein Becken gut bewegen oder Dein Partner kann Dir Deinen Rücken massieren — beides hilft Dir, die Eröffnungswehen auszuhalten.

Gehen
Beim Gehen bewegt sich Dein Becken automatisch. Aus diesem Grund ist Gehen eine gute Möglichkeit, den Geburtsverlauf positiv zu beeinflussen. Optimalerweise hast Du in der Wehe ein Seil zur Verfügung, an das Du Dich „hängen“ kannst, oder ein Möbelstück, über das Du Dich vorne überbeugen kannst. Aber: Gehen ist anstrengend! Beachte bitte, dass Du keinen Marathon zurücklegen sollst, um Dich nicht zu verausgaben. Auch das früher gerne empfohlene Treppensteigen solltest Du lieber unterlassen. Dies kostet viel zu viel Kraft!

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Geburtspositionen für die späte Eröffnungsphase Deines Muttermundes (4-7 cm)

„In den Seilen hängen“
Ein von der Decke hängendes Tuch, das verknotet ist und so eine Schlaufe bildet, eignet sich optimal für die späte Eröffnungsphase. Versuche Dich in der Wehe richtig „hängen“ zu lassen. Das heißt, halte Dich gut am Tuch fest und versuche so, Gewicht von Deinen Beinen zu nehmen. Natürlich kannst Du das nicht ständig machen. Eine Kombination aus gehen und Dich in der Wehe „hängen“ zu lassen ist sehr effektiv.

Stehen:
Beim Stehen ist es wichtig, dass Du mit Deinen Fersen guten Bodenkontakt hast. Auch hier ist es gut, wenn Du Dich zum Beispiel an einer Wand abstützen oder von Deinen Partner stützen lassen kannst. Im Stehen kannst Du dein Becken kreisen lassen und dabei etwas in die Knie gehen.

Positionen für die Endphase der Geburt

Der Vierfüßlerstand:
Viele Frauen gehen automatische gerne in diese Position. Du kniest im Kreißbett oder auf einer Matte am Boden und beugst Deinen Oberkörper zum Beispiel auf einen Gmynastikball. Die Betten im Kreißsaal lassen sich in alle möglichen Richtungen verstellen. Frag die Hebamme, worüber Du hier Deinen Oberkörper lehnen kannst. In der Wehenpause kannst Du Dich so gut ausruhen und Kraft für die nächste Presswehe sammeln. Ein weiterer Vorteil in dieser Geburtsposition ist, dass Du Dein Becken gut bewegen kannst. Achte darauf, dass Du nicht ins Hohlkreuz fällst. Du solltest unter der Geburt eher einen runden Rücken machen.

Die tiefe Hocke:
Diese Geburtsposition ist super für die späte Austreibungsphase. Du sitzt entweder auf Deinen Fersen (dies ist aber ziemlich anstrengend), im umgebauten Kreißbett oder auf dem Gebärhocker. Dein Partner oder die Hebamme kann Dich dabei unterstützen. Durch das tiefe Hocken wird der Beckendurchmesser größer und Dein Kind kann so besser tiefer treten. Du solltest aber nicht zu früh in diese Position gehen, da sie sehr kraftraubend ist und sich durch zu langes Hocken und die Wehenkraft Wasser im Genitalbereich einlagern kann.

Die Seitenlage:
Viele Kinder kommen in der Seitenlage zur Welt. Wenn sich Dein Baby noch in eine bestimmte Position drehen soll, kannst Du es so dazu animieren. Meistens schlägt die Hebamme in solchen Situationen diese Geburtsposition vor. Diese Position kann für Dich aber auch eine Alternative sein, wenn Du sehr erschöpft bist und Dich zwischen den Wehen ausruhen möchtest oder wenn Du eine PDA hast, die „zu gut“ liegt und Deine Beine etwas schwach sind.

Die Rückenlage / Steinschnittlage
Hier liegst Du auf dem Rücken, manche nennen diese Lage auch halbsitzende Position. Vielen Frauen ist diese Geburtsposition allerdings sehr unangenehm. Sie kommen sich „ausgeliefert“ vor oder empfinden die Wehen als sehr unangenehm. Wenn Du zu flach liegst, merkt man am Kind auch häufig eine Herztonveränderung, weil es zu einen Vena-Cava-Syndrom kommen kann. Dabei liegt Dein Baby auf der großen Hohlvene, die durch Deinen Körper läuft. Durch die Kompression wird Dein Baby schlechter versorgt.

In der Geburtshilfe gibt es aber Situationen, bei der diese Position gebraucht wird. Zum Beispiel sollten Frauen bei einer vaginal-operativen Entbindung (Zangen-, Saugglocken– oder Kiwiglocken-Geburt) in dieser Geburtsposition liegen, da wir Geburtshelfer so den besten Überblick haben und helfen können.

Geburtspositionen für eine Wassergeburt

Natürlich kannst Du in der Gebärwanne nicht alle oben genannten Positionen einnehmen, aber trotzdem kannst Du beweglich sein. Vielleicht entscheidest Du Dich nur für ein Entspannungsbad unter der Geburt und bist froh, wenn Du Dich einfach in die Wanne legen kannst. Oder Du hast auch hier das Bedürfnis, Dein Becken zu bewegen. Dann könntest Du auf die Knie gehen und Dich vorne über den Badewannenrand beugen.

Wenn es dir guttut, entscheidest Du Dich vielleicht, zur eigentlichen Geburt in die Gebärwanne zu gehen. Dabei kannst Du liegen oder Dich auch hier einfach über den Badewannenrand beugen. Der klassische Vierfüßlerstand ist wegen der Wasserhöhe eher schwierig durchführbar.

Welche Geburtsposition ist die beste?

Wenn es Dir danach ist und es die geburtshilfliche Situation zulässt, sind aufrechte Geburtspositionen, bei denen Du immer schön in Bewegung bleiben kannst, am besten! Denn:

  • Die Wehen kommen in diesen aufrechten Positionen meist regelmäßiger und häufiger. Dies geschieht durch den Druck des Kindes auf den Muttermund.
  • Die Bewegungen Deines Beckens und die Schwerkraft machen es dem Baby leichter, den richtigen Weg durch Dein Becken zu finden.
  • Außerdem funktioniert in der aufrechten Position die Atmung besser und somit auch die Sauerstoffversorgung Deines Kindes.

Bleib flexibel!

Das meine ich in zweierlei Hinsicht. Vertraue Deinem Körper! Teste verschiedene Geburtspositionen aus und Du wirst schnell merken, was Dir guttut. Wenn Du Hilfe benötigst, sollte Dir Deine Hebamme zur Seite stehen. Trau‘ Dich auch, nach anderen Positionen, nach einem Pezziball oder nach dem Gebärhocker zu fragen.

Flexibel solltest Du auch in Deinem Kopf bleiben. Man kann sich vor jeder Geburt Positionen im Kopf ausmalen. Mit Wehen schaut die Welt allerdings oft ganz anders aus. Positionen, die Dir in der Schwangerschaft gut getan haben, kannst Du mit Wehen vielleicht nicht mehr ertragen. Lege Dich in den Wehenpausen auch mal hin — am besten in Seitenlage — und ruhe Dich aus, wenn Dir danach ist. Auch dies ist für Deinen Geburtsverlauf wichtig.

In welcher Position hast Du Dein Baby bekommen? Wir freuen uns über Deinen Kommentar!

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