Geschwister – 6 Dinge, die sich mit dem 2. Baby ändern!

Geschwister – 6 Dinge, die sich mit dem 2. Baby ändern!


Mit jedem Kind soll sich immer weniger ändern – stimmt das? Diese Frage kann ich Euch nicht beantworten, aber ich kann erzählen, was sich mit einem zweiten Baby ändert.

1. Mannschaftsaufstellung

Vorher:

Vor der Geburt unseres zweiten Spatzes kann man uns eigentlich so beschreiben: Wir waren zwei Torhüter und ein kleiner Stürmer. Egal auf welches Tor der Stürmer schoss, jeder Treffer galt seiner Mannschaft.

Nachher:

Aus der Sicht meines Großen könnte man die neue Situation so beschreiben:

Mama steht nicht mehr im Tor … Wo ist sie denn hin? Hängt bei dem Maskottchen auf der Ersatzbank herum. Aha! Na dann schieß ich eben nur auf ein Tor. Geht auch.
Verfolgt Mama auch, wie toll ich stürme? Nein, ständig mit dem Maskottchen beschäftigt. Mensch, die war auch schon mal aufmerksamer!

Juhu, endlich ist Mama wieder auf ihrem Posten! Richtig so! Das Maskottchen kann ja auch mal alleine auf der Ersatzbank sitzen. Aber, … wo isses der denn hin? Bei Mama im Tor? Nein …
Wer hat hier quer geschossen? Mit MEINEN Ball!!! Das Maskottchen ist auch ein Stürmer? … Okay, Planänderung. Lasst uns Foodball spielen. AUF IHN!!!

2. Aufmerksamkeit

Vorher:

Unser großer Spatz hat von Anfang an viel Aufmerksamkeit von uns gefordert und diese auch bekommen. An den Wochenenden machten wir immer kleine oder große Ausflüge zu dritt. Als die Geburt des Brüderchens immer näher rückte, machten Papa und unser großer Spatz öfter Männerausflüge. Zum nächsten Bahnhof um Züge anzugucken oder an die Spree, um Schiffe zu begutachten.

Nachher:

Nach der Geburt fanden die Männerausflüge etwas häufiger statt. So hatte unser Großer den Papa ganz für sich allein und ich konnte mich in der Zeit um unseren Neuankömmling kümmern. Aber irgendwann kehrt natürlich der Alltag ein und irgendwann muss jedes große Geschwisterkind lernen, dass es die Aufmerksamkeit nun teilen muss. Vor allem in Situationen, aus denen ich schwer raus kam, wurde das ganz genau getestet. Beispielsweise beim Stillen. Genauergesagt, in dem Moment, in dem ich mich zum Stillen hingesetzt und der kleine Spatz zu trinken angefangen hatte. Genau dann erklärte mir mein großer Spatz, dass er JETZT aufs Klo müsse. Sich teilen zu können, wäre da sehr praktisch gewesen!

Egal wie alt die beiden sind, ich denke das Thema Aufmerksamkeit wird uns noch lange begleiten. Mittlerweile ist nun auch der Kleine sehr stark daran interessiert und tut dies auf seine Weise kund.

3. Rollenverteilung

Vorher:

Unser Großer war der kleine Spatz, um den sich alles drehte. Es gab zwar immer wieder Diskussionen ums alleine Anziehen, aber da konnte ich mich auf ihn konzentrieren.

Nachher:

Als das Spätzlein aus der Bauchwohnung auszog, wurde unser ehemaliger Kleiner zum großen Bruder. Anfangs freute er sich riesig darüber, aber nach einer Weile wollte er auch wieder der Kleine sein. Er probierte durch Sabbern und Brabbeln alle Gesichter zum Strahlen zu bringen, was jedoch nicht funktionierte. Es war auch niemand begeistert darüber, dass er wieder angezogen werden musste, obwohl er das doch schon selbst konnte. Eigentlich! Und eigentlich wollte ich geduldig in solchen Situationen reagieren, aber in der Realität sieht das dann einfach anders aus. Mich hat es sehr gestresst, plötzlich zwei Babys zu haben. Ich hab ihm immer wieder gesagt, dass ich es schön finde, dass er mir genau sagen kann, was er möchte und das ich stolz bin, dass er sich schon alleine anziehen kann. Aber in diesen Momenten zog das nie. Er blieb entweder vehement bei seiner Babysprache oder versicherte mir, dass er sich nicht alleine anziehen kann. *Seufz*

Auch diese Phasen gehen vorbei (gut es kommen andere, aber DIESE ist dann vorbei ;-) ).

4. Teilen

Vorher:

Alle Spielsachen gehörten unserem großen Racker. Er teilte seine Spielsachen zwar mal mit Freunden, aber zu Hause machte ihm keiner was streitig. (Mit Ausnahme von Papa, der ein Auge auf die Eisenbahn geworfen hat ;-) )

Nachher:

Je mehr der kleine Bruder konnte, um so schwieriger wurde es für den Großen, seine Spielsachen in Sicherheit zu bringen. Zu seiner Freude durfte das Brüderchen gar nicht alle Autos haben, schließlich haben sie Kleinteile, die er verschlucken könnte. Manchmal bitte ich ihn darum, seinem Brüderchen Spielzeuge zu leihen. Aber ich passe auch auf, dass der Kleine sich kein Lieblingsspielzeug vom großen Bruder schnappt. Ich finde wichtig, dass es für jeden Dinge gibt, die nicht geteilt werden müssen. Bisher funktioniert das ganz gut. :-)

5. Auszeiten

Vorher:

An den Wochenenden haben wir uns gegenseitig Auszeiten verschafft, in dem wir uns mit Ausschlafen abgewechselt haben.

Nachher:

Diese Auszeiten versuchen wir beizubehalten. Allerdings ist es nun schwieriger, da die Aufmerksamkeit geteilt werden muss. Es gibt Tage da funktioniert es gut und an anderen ist es einfach nur anstrengend. Nicht immer einfach, aber es geht trotzdem.

6. Haushalt

Vorher:

Mit der Geburt meines ersten Spatzes wurde der Plan, alles schön aufgeräumt, sortiert und sauber zu halten schnell zu “Mission Impossible”. Nur mit einem neuen Plan war der Lage einigermaßen Herr bzw. Frau zu werden. Ein Zimmer nach dem anderen wurde erst gesaugt und dann geputzt. Ich schaffte viele Spielzeugkisten an, in die am Abend (!) alles verstaut wurde (alles ist in diesem Fall relativ zu sehen). Fürs Trocknen der Wäsche behängte ich in mühevoller Kleinstarbeit zwei Wäscheständer und träumte von einem Trockner.

Nachher:

Die Wäscheberge türmen sich: im Wäschekorb, in der Waschmaschine, im Trockner (Juhu!), auf einem (!) Wäscheständer und auf dem Sofa. Wenn die Wäsche mal nicht überall verteilt ist, geht der Deckel des Wäschekorbs nicht mehr zu.

Naja, was soll ich sagen. Mit mehr Wäsche, mehr Spielzeugen und einem Rumkrümeler mehr, wird der Haushalt zu “Mission Impossible II”. Ein dritter Teil ist nicht geplant. ;-)

 

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