haushaltshilfe nach geburt

Haushaltshilfe nach Geburt + während der Schwangerschaft


Schon die normale Arbeit im Haushalt kann purer Stress sein. Wenn Du dann noch schwanger oder frischgebackene Mutter bist, kann der Haushalt zu einer echten Herausforderung werden.  In diesem Fall kannst Du eine Haushaltshilfe für die Zeit der Schwangerschaft oder nach der Geburt beantragen. Auch wenn beides natürlich keine Krankheiten sind, kann es während dieser Zeit zu körperlichen Beeinträchtigungen kommen. Diese machen es einer (werdenden) Mutter eventuell nicht möglich, den Haushalt allein zu bewältigen.

Gründe, warum eine Haushaltshilfe nötig sein kann

Wenn Du als werdende oder frischgebackene Mutter in Deinen Bewegungen eingeschränkt bist, kann jede Hausarbeit, das Wäsche waschen oder Einkaufen zu anstrengend werden. Vielleicht hast Du aber auch noch mehr Kinder, die versorgt werden müssen und bist körperlich gerade nicht in der Lage dazu. Zum Beispiel weil Du Dich im ersten Trimester befindest und unter extremer Übelkeit leidest, oder weil Du liegen musst. Vielleicht hattest Du eine schwere Geburt oder einen Kaiserschnitt und bist darauf angewiesen, Dich zu schonen. Wenn Du bei all dem jetzt keine oder nur wenig Unterstützung hast, solltest Du darüber nachdenken, eine Haushaltshilfe zu beantragen. 

Doch auch abgesehen davon: Jede Mutter sollte die Möglichkeit haben, sich nach der Geburt im Wochenbett auszuruhen! Das ist nicht nur schön für Deine Bindung zu Deinem Baby, sondern auch förderlich für eine problemlose Rückbildung und Milchbildung. 

So beantragst Du eine Haushaltshilfe

Die Antragsformulare für eine Haushaltshilfe während der Schwangerschaft oder nach der Geburt kannst Du von Deine Krankenkasse bekommen oder im Internet herunterladen.

Hier ein Beispiel zum Antragsablauf bei der AOK.

Wichtig ist, dass Du in dem Formular die Diagnose einträgst, die Deinen Unterstützungsbedarf erklärt. Diese Bescheinigung kann Dir Dein Arzt oder Deine Ärztin ausstellen. Außerdem solltest Du Dir vorher überlegen, für welchen Zeitraum und wie viele Stunden Du die Haushaltshilfe beantragen möchtest. Die Mitarbeitenden der Krankenkasse können Dich beim Ausfüllen beraten und unterstützen. 

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In dem Antrag musst Du außerdem erklären, dass kein im Haushalt lebendes Familienmitglied die Aufgaben übernehmen kann. 

So findest Du eine Haushaltshilfe

Wenn Dein Antrag gestellt (und genehmigt) ist, kannst Du Dich auf die Suche nach einer passenden Haushaltshilfe machen. Du kannst dafür zum Beispiel bei Deiner Krankenkasse, Deiner Hebamme oder in der Klinik nachfragen.

💡 Wichtig zu wissen: Achte darauf, dass Deine Haushaltshilfe Vertragspartnerin Deiner Krankenkasse ist. Nur dann werden die Kosten übernommen.

In der Regel sind es Krankenschwestern, Dorfhelferinnen, Hauswirtschafterinnen oder Kinderpflegerinnen, die als Haushaltshilfe eingesetzt werden.  Es gibt außerdem die Möglichkeit, Dich von Freunden oder Familie unterstützen zu lassen. Im Haushalt lebende Personen zählen allerdings nicht dazu. Bei Verwandten ersten und zweiten Grades zahlt die Krankenkasse nur Fahrtkosten und eventuell einen entstehenden Verdienstausfall. 

Kosten

Wenn Du die Voraussetzungen erfüllst und einen erfolgreichen Antrag stellst, übernimmt die Krankenkasse in der Regel die Kosten für eine Haushaltshilfe während der Schwangerschaft oder nach der Geburt. Allerdings ist der maximale Betrag pro Stunde begrenzt. Deshalb sind eventuell manche Leistungen nicht abgedeckt. Du solltest solche Fragen unbedingt vorher mit Deiner Krankenkasse klären, damit im Nachhinein keine unerwarteten Kosten für Dich entstehen. Oft lehnen private Kassen die Kostenübernahme auch ab.

Haushaltshilfe während der Schwangerschaft

Während der Schwangerschaft kann Dir Dein Arzt oder Deine Ärztin eine Haushaltshilfe verschreiben, wenn

  • Du Dich schonen musst, um Dein ungeborenes Baby nicht zu gefährden
  • durch einen verkürzten Gebärmutterhals oder vorzeitige Wehen eine Frühgeburt möglich ist
  • Du Zwillinge erwartest
  • Du bereits ein oder mehrere Kinder hast, die betreut werden müssen

Welche Aufgaben übernimmt die Haushaltshilfe während Schwangerschaft?

Eine vom Arzt verordnete Haushaltshilfe übernimmt alles, was im Alltag Deiner Familie anfällt. Wenn Du von Deinem Arzt strikte Bettruhe verordnet bekommen hast, kommt die Hilfe bis zu 8 Stunden am Tag. Sie erledigt dann in der Regel den Haushalt selbstständig und spielt auch mit den Geschwisterkindern.

Wenn Du Dich lediglich schonen sollst, kommt die Helferin wahrscheinlich 2 bis 4 Stunden am Tag. Sie übernimmt dann in der Regel die wichtigsten Aufgaben, wie Staubsaugen, Einkaufen und Wäschewaschen. 

Wie geht es nach der Geburt weiter?

Wenn nicht anders verordnet, endet der Anspruch auf eine Haushaltshilfe maximal eine Woche nach der Entbindung. Sollte es Komplikationen geben, die eine weitere Hilfe anfordern, musst Du Dich noch einmal mit Deiner Krankenkasse in Verbindung setzen. 

Haushaltshilfe nach Geburt

Nach der Geburt kann Dir Dein Arzt oder Deine Ärztin für 4 bis 26 Wochen eine Haushaltshilfe verschreiben, wenn

  • Du den Haushalt nicht eigenständig führen kannst
  • Du einen längeren Krankenhausaufenthalt hast
  • Du haushaltsführend bist und keine weitere haushaltsführende Person mit Dir zusammenlebt
  • mindestens noch ein Kind unter 12 Jahren oder ein Kind mit einer Behinderung bei Dir lebt

Nur, wenn der letzte Punkt auf Deine Familie zutrifft, finanziert die Krankenkasse bis zu 26 Wochen. Ist das nicht der Fall, sind es maximal 4 Wochen. 

Welche Aufgaben übernimmt die Haushaltshilfe nach der Entbindung?

Die Aufgabenbereiche sind dieselben, wie während der Schwangerschaft. Aber die Hilfe darf keine medizinischen oder pflegenden Tätigkeiten übernehmen. 

Rechtliche Grundlage zur Haushaltshilfe nach der Geburt oder während der Schwangerschaft

Im Sozialgesetzbuch (§ 24h SGB V) steht: „Die Versicherte erhält Haushaltshilfe, soweit ihr wegen Schwangerschaft oder Entbindung die Weiterführung des Haushalts nicht möglich ist und eine andere im Haushalt lebende Person den Haushalt nicht weiterführen kann“. Ergänzt wird das ganze durch einen Absatz im § 38: „Kann die Krankenkasse keine Haushaltshilfe stellen oder besteht Grund, davon abzusehen, sind den Versicherten die Kosten für eine selbstbeschaffte Haushaltshilfe in angemessener Höhe zu erstatten. Für Verwandte und Verschwägerte bis zum zweiten Grad werden keine Kosten erstattet; die Krankenkasse kann jedoch die erforderlichen Fahrkosten und den Verdienstausfall erstatten, wenn die Erstattung in einem angemessenen Verhältnis zu den sonst für eine Ersatzkraft entstehenden Kosten steht.“


Hast Du Erfahrungen mit einer Haushaltshilfe während der Schwangerschaft oder nach der Geburt? Wie lief die Beantragung bei Dir? Teile Deine Erfahrungen gern mit uns in den Kommentaren.

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