Was hilft gegen Hyperemesis gravidarum oder extreme Schwangerschaftsübelkeit?

Hyperemesis gravidarum: Was hilft gegen extreme Schwangerschaftsübelkeit?


Die meisten Frauen kennen die morgendliche Übelkeit oder Erbrechen, vor allem in den ersten zwölf Schwangerschaftswochen. Treten diese Beschwerden allerdings übermäßig auf, spricht man von einer Hyperemesis gravidarum. Bist Du eine von etwa 0,5 bis 2 % der Schwangeren, die unter dieser extremen Form der Schwangerschaftsübelkeit leiden? Dann lies meinen Bericht, vielleicht kann der ein oder andere Tipp Dir helfen, dass Du Dich besser fühlst.

Leidest Du unter einer „normalen“ Schwangerschaftsübelkeit oder unter Hyperemesis gravidarum?

Wie ich oben schon erwähnt habe, ist Übelkeit oder Erbrechen in den ersten Wochen einer Schwangerschaft eine häufige Begleiterscheinung. Ebenso Geruchsempfindlichkeit oder die Abneigung gegen bestimmte Speisen. Spätestens in der 14. Schwangerschaftswoche lösen sich diese Symptome in Luft auf. Wenn Du Dich allerdings mehrere Male am Tag übergeben musst, nicht essen oder trinken kannst, ohne Dich zu übergeben, leidest Du höchstwahrscheinlich unter einer Hyperemesis gravidarum — der extremen Schwangerschaftsübelkeit. Meistens verlieren die Betroffenen auch an Körpergewicht. Sind es mehr als 3 Kilo oder 5 bis 10 Prozent Deines Ausgangsgewichts, oder bist Du dehydriert, sollte Dein Frauenarzt hellhörig werden und eine Behandlung beginnen.

Die wichtigsten Symptome einer Hyperemesis gravidarum:

• starke, immerwährende Übelkeit
• zahlreiches Erbrechen, besonders morgens, aber auch nachts
• Austrocknung durch den Flüssigkeitsmangel
Gewichtsverlust von mehr als 5 % des Ausgangswertes vor der Schwangerschaft
Kreislaufschwäche (niedriger Blutdruck) mit einem hohen Puls
Kribbeln in den Gliedern

Woher kommt die extreme Schwangerschaftsübelkeit?

Die Ursache für die extreme Schwangerschaftsübelkeit ist bis heute nicht bekannt. Sicherlich spielen hormonelle Faktoren eine Rolle. Ob jedoch die hohe Hormonkonzentration eine Hyperemesis gravidarum auslöst, oder ob einige Frauen einfach empfindlicher auf den Hormonanstieg reagieren, weiß man nicht. Allerdings ist bekannt, dass das Risiko für eine Hyperemesis gravidarum größer ist, wenn Du…

  • Zwillinge oder eine Mehrlingsgeburt erwartest.
  • …in einer früheren Schwangerschaft unter extremer Übelkeit und Erbrechen gelitten hast.
  • …auch früher schon Reiseübelkeit oder Migräne hattest.
  • …eine schon vorher existierende Lebererkrankung hast.
  • …eine Schilddrüsenanomalie hast.
  • …unter psychischem Stress leidest oder eine psychische Vorerkrankung hast.

Auch, wenn Deine Mutter oder Schwester an einer Hyperemesis gravidarum gelitten hat, ist das Risiko erhöht, dass auch Du unter extremer Schwangerschaftsübelkeit leidest.

Was hilft gegen Hyperemesis gravidarum?

Leider gibt es keine Behandlung, welche die Symptome komplett verschwinden lassen kann. Man versucht, bei einer Hyperemesis gravidarum die Symptome zu lindern, um Dir den Leidensdruck etwas zu nehmen. Manchmal reicht eine ambulante Therapie mit intravenöser Flüssigkeit bei Deinem Frauenarzt aus. Häufig ist es aber besser, wenn Du stationär im Krankenhaus aufgenommen wirst. Dort wirst Du intravenös mit Flüssigkeit, Vitaminen und Elektrolyten versorgt. Hyperemesis ist einer der häufigsten Gründe für einen Krankenhausaufenthalt während der frühen Schwangerschaft. Außerdem sollten Dir Medikamente gegen die starke und hartnäckige Schwangerschaftsübelkeit angeboten werden, die weder Dir noch Deinem Baby schaden. Tabletten machen in dieser Situation keinen Sinn, weil Du sie wahrscheinlich nicht bei Dir behalten kannst. Zäpfchen, Tabletten die sich in der Wangentasche auflösen oder Spritzen sind hier die bessere Alternative. Da der Leidensdruck in dieser Situation extrem groß ist, sollte Dir auch eine psychologische Begleitung angeboten werden.

Hyperemesis gravidarum belastet die Psyche

Wenn Du an einer Hyperemesis gravidarum leidest, merkst Du ganz schnell, dass diese nicht nur Deinen Körper, sondern auch Dein Psyche und Dein soziales Leben stark belasten kann. Du hast Dich bestimmt auf Deine Schwangerschaft gefreut und hast jetzt das Gefühl, dass Du sie nicht genießen kannst. Dies hast Du Dir sicher ganz anders vorgestellt! Es kann auch zwischen Dir und Deinem Partner zu Problemen kommen. Viele Frauen, die unter einer Hyperemesis gravidarum leiden, fühlen sich isoliert und nicht verstanden, und ziehen sich zurück. Dadurch fühlt sich Dein Partner vielleicht ausgegrenzt. Häufig hört man aus dem Umfeld auch Sätze wie: „… stelle Dich nicht so an!“ oder „… Du bist schwanger und nicht krank!“. Solche Reaktionen aus dem Umfeld verunsichern Dich vielleicht noch mehr und kratzen stark an Deiner Psyche. Vielleicht kannst Du eine ganze Zeit lang keine alltäglichen Dinge mehr verrichten, wie Einkaufen, Autofahren oder Duschen und nicht wie geplant bis zum Mutterschutz arbeiten.

Was Du tun kannst, wenn Du unter extremer Schwangerschaftsübelkeit leidest

Wenn Du unter Hyperemesis gravidarum leidest solltest Du unbedingt einen Arzt oder eine Hebamme aufsuchen, damit Sie eine Behandlung der Symptome mit Dir besprechen können. Denn wenn der Nährstoff-, Wasser- und Elektrolythaushalt gestört ist, kann das Dich und Dein Baby gefährden.

Tipps, um die Symptome zu lindern:

  • Bitte Deinen Partner, Deine Familie oder Freunde um Hilfe, zum Beispiel beim Kochen, Einkaufen, bei der Betreuung Deiner anderen Kinder und im Haushalt.
  • Versuche Dich auszuruhen und habe dabei kein schlechtes Gewissen!
  • Nimm möglichst viel Flüssigkeit zu Dir, wenn es irgendwie geht. Vielleicht klappt es besser, wenn Du Eiswürfel lutscht.
  • Stelle Deine Ernährung auf eine leichte kohlenhydratreiche Ernährung um. Esse kleine Portionen von dem, auf das Du gerade Lust hast.
  • Sei offen für alternative Heilmethoden. Vielleicht hilft Dir Akupressur, Akupunktur, autogenes Training, Massagen, homöopathische Mittel oder eine Fußreflexzonentherapie.
  • Andere natürliche Heilmittel wie Vitamin B 6, Ingwer, Kamille oder Pfefferminze können Deine Beschwerden häufig lindern.

Schadet das viele Erbrechen Deinem Baby?

Du machst Dir bestimmt sorgen um Dein ungeborenes Kind. Hier kann ich Dich aber gleich beruhigen, die Anstrengung beim Würgen und Übergeben fügt Deinem Baby keinen Schaden zu. Die Gefahr einer Fehlgeburt ist bei einer bestehenden Schwangerschaftsübelkeit sogar geringer. Hält die Hyperemesis gravidarum über die 14. Schwangerschaftswoche an, vielleicht sogar bis zum Ende der Schwangerschaft, könnte Dein Baby ein etwas geringeres Geburtsgewicht haben. Das Wachstum sollte in so einem Fall natürlich gut von Deinem Frauenarzt überwacht werden. Dein Baby holt das in der Regel aber schnell nach der Geburt wieder auf. Mach Dir nicht zu große Sorgen, wenn Du Medikamente gegen die Übelkeit einnehmen musst, Dein Arzt wird Dir mit großer Sorgfalt nur Medikamente verschreiben, die in der Schwangerschaft unbedenklich sind.

Was hat Dir gegen Schwangerschaftsübelkeit geholfen? Wir freuen uns über Deinen Kommentar!

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Ein Kommentar zu Hyperemesis gravidarum: Was hilft gegen extreme Schwangerschaftsübelkeit?

  1. Ich kenn das nur zu gut ich habe zwei wundervolle Kinder ein Mädchen und einen Jungen und bei beiden hatte ich ab der 6 und der 8 Schwangerschaftswoche bis zum Schluss mich am Tag mehrmals übergeben müssen. Alles was eigentlich selbstverständlich war aufeinmal die Hölle, bei meiner ersten Schwangerschaft war ich noch berufstätig und arbeitete als Filialleiterin in einer Bäckerei/Café die Gerüche dort waren für mich eine Qual und vor allem schon beinahe unerträglich, ich hab mich so oft übergeben müssen das ich dann eines Tages umgefallen bin, das war etwa die 16ssw ab da an bekam ich täglich Infusionen mit Vitaminen und elektrolyte, was mich bisschen aufpäppelte aber nie lang Angehalten hat.
    Ich hatte alles versucht Ingwer, Alternativ Medizin, kleine happen am Tag verteilt zu essen, bevor man aufsteht.. einfach alles und nichts half, ich war am Boden und die Psyche mit dazu ich konnte mich nur noch zuhause verkriechen als Angst ich müsste mich dann in der Öffentlichkeit übergeben ( und da hab es oft sehr unangenehme peinliche Situationen) ich war mehr oder weniger 9 Monate eingesperrt. Am Tag der Geburt meiner Erstgeborenen habe ich mich auch noch übergeben dann war mein süßes kleines Mädchen auf der Welt und noch am selben Tag war die Übelkeit vorbei. Ja und dann nicht lange darauf war ich wieder schwanger und das ganze begann 2 Wochen später, das selbe jeden Tag bis zur Geburt Übelkeit nur diesmal hatte ich noch eine kleines Kind um die ich mich kümmern musste, da war ich froh das ich Omas und bekannte und Freunde hatte die mir einkaufen gingen für uns kochten oder mir mal meine Tochter Abnahmen!
    Mein glück war ja das meine Tochter eine sehr brave ist sie schlief 3 Stunden Mittag und da hab ich dann auch geschlafen, wenn ich mich übergeben habe hab ich es ihr immer erklärt warum das ist und wir haben dann im wc Bücher angeschaut oder uns unterhalten oder sonstiges ja das war ein Ort wo wir uns leider sehr oft aufgehalten haben. Auch in der 2 Schwangerschaft half mir nichts nur dieses Mal musste ich mich einfach mehr zusammenreißen, wenn dann die kleine im Bett war hab ich oft geweint und war einfach fix und fertig weil das immer so anstrengend war und ich es einfach nicht verstand warum es mir gerade so schlecht in der Schwangerschaft gehen musste.
    Am Tag der Geburt meines Sohnes habe ich mich wieder das letzte mal übergeben und seither nichts mehr.

    Man weiß ja für was man sich das antut aber es ist verdammt hart, 9 Monate der absolute Wahnsinn, das positive ist man weiß dann alles wieder viel mehr zu schätzen und Freunde und Familie ist einfach das wertvollste auf der Welt wenn es einem schlecht geht und die dann zu einem stehen und helfen wo sie können. Dann sieht man die Welt wieder mit ganz anderen Augen!

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