Risikoschwangerschaft

Alles Wichtige zur Risikoschwangerschaft


Das Wort “Risikoschwangerschaft” klingt im ersten Moment irgendwie bedrohlich. Fast so, als wäre etwas nicht in Ordnung. Was dahinter steckt, wann man von einer Risikoschwangerschaft spricht und was das bedeutet erfährst Du hier.

Was ist eine Risikoschwangerschaft?

Zu Beginn möchte ich sagen, dass bei jeder Schwangerschaft ein gewisses Risiko besteht. Es ist doch schon ein Wunder, dass in neun bzw. zehn Monaten ein kompletter Mensch entsteht. Die Natur richtet alles ein und da kann es immer mal vorkommen, dass es zu kleineren Schwierigkeiten kommt.

Ärzte sprechen von einer Risikoschwangerschaft, wenn dieses Risiko für Komplikationen während der Schwangerschaft größer ist als normalerweise. Statistisch werden 20% aller Schwangerschaften als Risikoschwangerschaft eingestuft. Diese Einstufung ergibt sich aus der Erstuntersuchung oder weiteren Vorsorgeuntersuchungen. Wenn Deine Schwangerschaft als Risikoschwangerschaft eingestuft wird bedeutet das zunächst nur, dass der Verlauf der Schwangerschaft engmaschiger überwacht wird. Das heißt, dass Du häufiger zu Kontrollterminen gehst oder genauer untersucht wirst, z.B. in der Pränatal-Diagnostik. Viele Risikoschwangerschaften verlaufen jedoch ganz ohne Probleme und diese Diagnose an sich ist kein Grund zur Beunruhigung. Eine Risikoschwangerschaft wird immer im Mutterpass notiert, sodass im Notfall schnell Klarheit herrscht.

Welche Kriterien gibt es?

Die Einstufung als Risikoschwangerschaft erfolgt durch ein ausführliches Gespräch und die Vorsorgeuntersuchungen. Wenn nur eines der folgenden Kriterien erfüllt ist, spricht man von einer Risikoschwangerschaft. Mittlerweile gibt es 52 Risikofaktoren, unter anderem:

  • Alter der Mutter: jünger als 20 oder älter als 35
  • Komplikationen bei vorherigen Schwangerschaften: Fehlgeburt, Frühgeburt oder Kaiserschnitt-Entbindung
  • Komplikationen: drohende Frühgeburt, Überschreiten des Geburtstermins
  • Lage des Kindes: Beckenendlage oder Steißlage
  • Mehrlingsschwangerschaften
  • Vielgebärende mit mehr als vier Kindern
  • allgemeine, meist chronische Erkrankungen: z.B. Diabetes, Hepatitis, Morbus Crohn, Schilddrüsenerkrankungen
  • Alkohol- und Nikotinkonsum, Einnahme von Medikamenten
  • Erbkrankheiten innerhalb der Familie

Welche körperlichen Hinweise gibt es?

Wie bereits oben erwähnt spielt das Alter der werdenden Mutter eine wichtige Rolle: junge Frauen unter 20 Jahren sind stärker gefährdet, vorzeitige Wehen zu bekommen. Ebenso ist das Risiko einer Schwangerschaftsvergiftung, einer Unterentwicklung sowie einer Frühgeburt leicht erhöht. Auch bei Frauen über 35 Jahren steigt das Risiko für Komplikationen während der Schwangerschaft: es kommt häufiger zu Fehl- und Frühgeburten und die Zahl der Kaiserschnitte nimmt zu. Außerdem kommt es beim Kind öfter zu Chromosomenveränderungen, vor allem steigt das Risiko für Trisomie 21 – das Down-Syndrom.

Die körperliche Untersuchung durch den Gynäkologen kann weitere Hinweise auf eine Risikoschwangerschaft  geben. Bei Frauen, die kleiner als 1,50 m sind, steigt die Gefahr für Komplikationen während der Geburt. Durch den kleineren Beckenausgang könnte es zu Problemen bei einer natürlichen Entbindung kommen.

Leidet die werdende Mutter an Unter- oder Übergewicht, so kann auch das zu Schwierigkeiten führen. Bei Untergewicht kann es bei dem Baby zu einer Mangel- oder Unterversorgung kommen. Übergewichtige Frauen leiden häufiger an Diabetes, Bluthochdruck oder einer Schwangerschaftsvergiftung, was die normale Entwicklung des Kindes gefährden kann.

Weitere Kriterien für eine Risikoschwangerschaft sind z.B. Veränderungen im Gebärmutterhals, Fehlbildungen der Gebärmutter oder Myome (gutartige Wucherungen). Akute Entzündungen und Infektionen im Genitalbereich können ebenfalls gefährlich werden und zu einer Risikoschwangerschaft führen.

Worauf musst Du achten?

Eine Risikoschwangerschaft bedeutet zunächst, dass das Risiko für Komplikationen erhöht ist. Aus diesem Grund finden die Vorsorgeuntersuchungen engmaschiger statt, sodass man bei Unstimmigkeiten direkt reagieren kann. Die Krankenkasse, die in der Regel nur drei Vorsorgeuntersuchungen übernimmt, kommt für die Kosten weiterer Untersuchungen auf. Wenn Dich Dein Arzt als Risikoschwangerschaft eingestuft hat sollte das kein Grund zur Sorge sein. Bei der Wahl der Klinik, in der Du entbinden möchtest, kann es ein wichtiger Punkt sein, aber Du solltest Dir keine Sorgen machen. Wir haben ein hohes Niveau an medizinischer Versorgung und ein einziges Kriterium reicht aus, um von einer Risikoschwangerschaft zu sprechen. Vertraue Deinem Körper, achte auf Dich und Dein Baby und versuche, die Schwangerschaft zu genießen.

Durch die häufigeren Untersuchungen kann Dein Gynäkologe sofort reagieren, falls etwas nicht stimmen sollte. In den meisten Fällen verläuft eine Risikoschwangerschaft jedoch ohne Probleme für Mutter und Kind und es bleibt lediglich eine Diagnose auf dem Papier.

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