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Kinderfotos im Netz: ja oder nein?


Egal ob auf Facebook oder Instagram – Kinderfotos sind im Netz fast überall präsent. Viele Eltern posten die Schnappschüsse von ihren kleinen Lieblingen, weil sie stolz auf ihren Nachwuchs sind. Viele Kinder sind schon als Baby auf den Profilen ihrer Eltern zu sehen, ohne dass sie selbst darüber Bescheid wissen. Zeigst Du Dein Kind in den Sozialen Medien? Oder überlegst Du vielleicht noch, es zu tun? Ich habe hier ein paar Gedanken über das Thema zusammengefasst. Vielleicht hilft es Dir bei Deiner Entscheidung, ob Du Kinderfotos ins Netz stehen solltest. 

Wozu posten wir überhaupt?

Die Sozialen Netzwerke im Internet sind denen im echten Leben sehr ähnlich: Sie befriedigen das gleiche Bedürfnis nach Beziehung. Im Internet fällt es aber vielen Menschen leichter, eine Beziehung aufzubauen, weil sie immer noch in ihrem geschützten Raum sind, während sie sich einem anderen Menschen nähern. Außerdem können wir durch die Sozialen Medien auch am Leben anderer Menschen teilnehmen. 

Aber warum posten wir nun? Auf Instagram, Facebook und Co kannst Du entscheiden, wer Du sein möchtest und wie Du Dich darstellen willst. Du kannst der Welt also das Bild von Dir vermitteln, das Du möchtest. Oft werden Bilder bearbeitet, damit sie und wir gut aussehen. Wir zeigen das perfekte Leben, perfekte Ausflüge und Urlaube, süße Kinder, leckeres Essen, tolle Landschaften und die perfekte Familie. Und wir wollen eine Reaktion darauf. Und am besten natürlich eine positive Reaktion, damit wir uns bestätigt und wertgeschätzt fühlen. 

Was spricht gegen Kinderfotos im Netz?

Es gibt viele Punkte, die gegen das Teilen von Kinderfotos im Netz sprechen. Die Bilder, die Eltern heute so süß finden, können dem Kind schon in ein paar Jahren richtig peinlich sein. Wenn sie dann durch Zufall noch von jemandem in der Klasse entdeckt werden, kann es unter Umständen zu Hänseleien, bis hin zum Mobbing oder sogenanntem Cyberbullying kommen. 

Zudem sind die Kinderfotos im Netz teilweise auch für jeden sichtbar (je nach Privatsphäre-Einstellungen). Und jeder, der ein Foto sehen kann, kann es auch herunterladen oder einen Screenshot machen und es benutzen wie er will. Ich finde, wenn man sich das mal durch den Kopf gehen lässt, ist die Vorstellung ganz schön gruselig. Denn, wenn die Bilder einmal online gestellt sind, hat man selbst keine Kontrolle mehr darüber.

Die Bilder können nicht nur heruntergeladen, sondern auch noch nach Belieben verändert werden. Im schlimmsten Fall können so auch Kriminelle auf die Bilder aufmerksam werden. Es gibt Fälle, bei denen die Bilder kopiert und mit einem entsprechendem Text auf kinderpornographischen Seiten angeboten werden. Besonders kritisch wird es, wenn auf dem Profil der Eltern auch noch Informationen zum Wohnort oder zum Kindergarten / der Schule des Kindes gemacht werden. 

Was spricht für Kinderfotos im Netz?

Kinder sind Teil unseres Lebens und unserer Gesellschaft. Im echten Leben, sogar in der Werbung und im Fernsehen sieht man sie überall. Warum dann nicht auch in den Sozialen Medien? Die Diskussion über Kinderfotos im Netz ist allgegenwärtig, warum denn nicht auch über Kinder in der Werbung? Auch diese Bilder können dem Kind in ein paar Jahren peinlich sein, und von jedem kopiert oder heruntergeladen werden. Worin liegt dann der Unterschied? 

Wenn Eltern Bilder von ihren Kindern posten, möchten sie auch ein positives Gefühl in den Menschen wecken, die die Bilder sehen. Das sind in der Regel Freunde und Familie, die sich die Bilder anschauen und als süß, lustig oder schön empfinden. Wir kennen das doch alle: Sobald wir ein süßes Baby oder ein lustiges Foto von einem Kleinkind sehen, bekommen wir gute Laune. Kinderbilder wecken in uns in der Regel ein gutes Gefühl. Wir erinnern uns an die eigene Kindheit und die damit verbundene Unbeschwertheit. In den sozialen Medien sehen wir die heile Welt, eben auch mit Kindern. 

Eine Möglichkeit: Kinderfotos verantwortungsvoll ins Netz posten

Ob Du nun Kinderfotos im Netz posten möchtest oder nicht, musst Du am Ende für Dich und Dein Kind selbst entscheiden. Die Gewerkschaft der Polizei rät: “Erst nachdenken, dann posten.” Überlege bei jedem Bild, ob es wirklich notwendig ist, das Kind zum 3. Mal in einer Woche beim Essen zu posten, oder beim Schlafen. Denke darüber nach, ob Du so ein Bild von Dir selbst teilen würdest. Respektierst Du die Privatsphäre und Persönlichkeitsrechte Deines Kindes, wenn Du das Bild postest?

Wenn Du unbedingt postest möchtest, kannst Du zum Beispiel solche Bilder posten, auf denen man Dein Kind nicht erkennt. Also etwa, weil es eine Sonnenbrille trägt, oder man es nur von hinten oder nur zu einem Teil sieht. Ganz wichtig ist, dass Du auf Deinem Profil keine Informationen, wie Euren Wohnort oder den Kindergarten/ bzw. die Schule Deines Kindes erwähnst. Du solltest Dir auch bewusst machen, dass man durch den Hintergrund auf den Bildern leicht herausfinden kann, wo ihr zum Beispiel wohnt, oder auf welchen Spielplatz ihr immer geht. 

6 Tipps zum sicheren Posten von Kinderfotos im Netz

Falls Du Dir noch unsicher bist, wie Du Kinderfotos im Netz handhaben möchtest, habe ich noch ein paar Tipps für Dich zusammengefasst, die Du beachten solltest, wenn Du Bilder von Deinem Kind im Internet teilst.

Beziehe Dein Kind mit ein

Auch schon Kleinkindern kannst Du das geknipste Bild zeigen und sie nach Erlaubnis fragen. Natürlich können so kleine Kinder nicht abschätzen oder verstehen, was das bedeutet “ein Bild zu posten”. Trotzdem macht es Sinn sie so früh wie möglich, mit in die Entscheidung einzubeziehen. Und wenn Kinder noch nicht die Tragweite verstehen, kannst Du Dich fragen, ob das Bild dann wirklich ins Netz sollte. 

Keine persönlichen Daten angeben

Es ist ratsam nie ein Bild Deines Kindes im Zusammenhang mit dem vollständigen Namen oder weiteren persönlichen Details zu posten. Ohne den Namen verringert es das Risiko, dass das Bild in einer Suchmaschine unter dem Namen gefunden werden kann. Das heißt spätere Schulkameraden oder Arbeitgeber, sehen die Kinderbilder nicht. 

Sicherheits- und Privatsphäre- Einstellungen anpassen

Als erstes solltest Du diese Einstellungen bei der Anmeldung in einem Sozialen Netzwerk anschauen und richtig einstellen. Die Grundeinstellungen sind meist sehr “freizügig”. Das heißt, sie sind so eingestellt, dass möglichst viele Menschen auf Deine Inhalte zugreifen können. Wenn Du das nicht möchtest, solltest Du sie ändern und Deinen Vorstellungen anpassen. 

Nichts Peinliches ins Netz stellen

Viele Dinge, die für Eltern im ersten Augenblick niedlich oder lustig sind, sind den Kindern in ein paar Jahren vielleicht sehr peinlich. Am besten achtest Du darauf, keine Bilder von Deinem Kind in unangenehmen Situationen hochzuladen. Dazu gehören auch Bilder ohne Kleidung. Achte auch immer darauf, dass keine unangenehmen Dinge im Hintergrund zu sehen sind. 

Gesicht zeigen?

Überlege Dir bei jedem Bild, das Du hochladen möchtest, ob es wirklich notwendig ist, das Gesicht Deines Kindes zu zeigen. Wenn Du der Welt zum Beispiel die neues Jeans Deines Kindes zeigen möchtest, kannst Du auch einfach ein Emoji auf dem Gesicht platzieren oder es verpixeln. 

Ein Vorbild sein

Gerade, wenn Du ein älteres Kind hast, ist es wichtig ein Vorbild zu sein. Wenn Du verantwortungsvoll mit Bildern im Netz umgehst, kann sich das Dein Kind von Dir abschauen. Denn gerade in der Pubertät wird ist es besonders wichtig, dass Dein Kind seine eigene Persönlichkeit und Identität in den Sozialen Medien schützt. 

Rechtliche Grenzen von Kinderfotos im Netz

Grundsätzlich hat auch Dein Kind ein Recht am eigenen Bild. In der Theorie müssten Eltern ihre Kinder bei jedem Bild fragen, ob sie es posten dürfen. Wenn das Kind noch nicht mündig ist, kann die erziehungsberechtigte Person mit dem Sorgerecht diese Entscheidung tragen. § 1629 BGB räumt Eltern die gesetzliche Vertretung ein: “(1) Die elterliche Sorge umfasst die Vertretung des Kindes. […]” Das bedeutet, dass die Sorgeberechtigten eines Kindes keine Zustimmung des Kindes einholen müssen, weil sie dessen gesetzliche Vertretung sind. Sobald Dein Kind volljährig ist, darf es das selbst entscheiden. Es kann dann auch entscheiden, ob Bilder nachträglich wieder gelöscht werden sollen. 

Worauf Du allerdings immer achten solltest: Keine anderen Kinder, also beispielsweise enge Freunde Deiner Kinder im Netz zeigen!


Bist Du in den Sozialen Medien aktiv? Postest Du Bilder von Deinen Kindern? Was ist Deine Meinung zu dem Thema? Teile sie uns doch in den Kommentaren mit. Wir würden uns freuen!

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