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Milchpumpen mieten oder kaufen?

Die erste Bekanntschaft mit einer Milchpumpe machen die meisten frischgebackenen Mütter direkt nach der Geburt im Krankenhaus: Sie hilft zum Beispiel dabei die Milchproduktion anzukurbeln, wenn das Baby noch etwas zu müde zum Saugen ist. Die bekannteste und am häufigsten eingesetzte Milchpumpe in deutschen Geburtskliniken ist die Milchpumpe Symphony von Medela. Aber was ist nach der Entlassung? Soll man sich gleich eine kaufen – oder reicht es, eine Milchpumpe zu mieten? Und wo kann man das überhaupt?

Vorweg: Die meisten Frauen, die Milchpumpen mieten, haben ein Rezept vom Arzt. Medizinische Gründe dafür sind zum Beispiel eine Trinkschwäche des Babys, Milchstau bei der Frau oder Hohl-/Flachwarzen. Vermietet werden aber lediglich die Pumpen. Das Zubehör, wie die Pumpsets inklusive der Brusthauben und Schläuche muss aus hygienischen Gründen separat hinzu gekauft werden. (Tipp: Am besten Du legst Dir gleich ein Doppelpump-Set zu. Damit kannst Du an beiden Brüsten gleichzeitig abpumpen und sparst Dir so die Hälfte der Zeit!)

Ob sich das Mieten lohnt? Um das zu beantworten, stell’ Dir zunächst folgende 4 Fragen. Von den jeweiligen Antworten hängt es ab, was sich für Dich besser eignet.

  1. Wie viel Geld möchte ich ausgeben?
  2. Wie oft nutze ich die Milchpumpe?
  3. Stille ich einen Säugling oder habe ich Mehrlinge?
  4. Möchte ich noch weitere Kinder?

Kostenvergleich Milchpumpen mieten – kaufen

Wenn die Krankenkasse aus medizinischen Gründen die Mietkosten der Pumpe nicht übernimmt, muss man am Tag mit einer Mietgebühr von etwa 1,50 € bis 3 € rechnen. Hinzu kommen Anschaffungskosten für das Zubehör (zwischen 20 € und 50 €) und eine Kaution (50 € bis 100 €).

Eine gute Handmilchpumpe (wie zum Beispiel die “Harmony”  – hier im Magazin findest Du einen Testbericht über das Modell) ist ab etwa 30 € zu erwerben. Effiziente und sehr angenehme elektrische Modelle – wie die „Swing“ oder „Swing maxi“ von Medela, die gibt es ab 149 €). Die Unterschiede zwischen beiden Pump-Systemen findest Du hier im Magazin.

Bei einem angenommenen Mietpreis von 2 € sowie angenommenen Anschaffungskosten für das Zubehör in Höhe von 25 €, lohnt sich das Mieten dann, wenn Du die geliehene Pumpe nicht länger als ca. 60 Tage benutzt. Dann hast Du in etwa das ausgegeben, was Du für die elektrische Milchpumpe “Swing” von Medela investiert hättest (die Kaution ist hier nicht berücksichtigt).

Wie oft eine Milchpumpe nutzen?

Wie bei allen Anschaffungen gilt die Regel: Je öfter und länger Du etwas verwendest, desto eher rentieren sich Kosten. Nutzt Du die Pumpe während der Stillzeit mehrmals die Woche oder sogar täglich, ist ein Kauf deshalb auf jeden Fall zu empfehlen. Aber in welchen Fällen ist der häufige Einsatz nötig?

  1. Wenn Du Dein Baby ausschließlich mit abgepumpter Milch fütterst – weil es nicht ausreichend an der Brust trinkt oder Du schnell wieder in den Job einsteigen möchtest. In solchen Fällen ist die Milchpumpe täglich bis zu 12 Mal im Einsatz.
  2. Wenn Du Dein Baby stillst, aber zeitlich flexibel sein möchtest: Denn so kannst Du Dir immer einen Vorrat Deiner Muttermilch anlegen und bist unabhängig von den Stillzeiten. Das ist zum Beispiel dann wichtig, wenn Du schnell wieder arbeiten oder wieder regelmäßig Deinem Hobby nachgehen möchtest. Außerdem können so auch andere Familienmitglieder Deine Milch mit dem Fläschchen füttern.
  3. Wenn Du insgesamt zu wenig Milch hast (zum Beispiel durch einen Kaiserschnitt), hilft Dir die Pumpe regelmäßig vor dem Stillen dabei, die Milchproduktion anzuregen.

Das Mieten einer Milchpumpe lohnt sich also vor allem bei einem kurzzeitigen Einsatz. Das ist zum Beispiel dann der Fall, wenn Du in den ersten Tagen nach der Geburt Deines Babys einen Milchstau verhindern möchtest. Denn nicht selten haben Frauen anfangs einen starken Milcheinschuss. Die Milchproduktion reguliert sich in der Regel bald durch regelmäßiges Stillen.

Das Mieten kommt auch dann infrage, wenn Deine Brustwarzen kurzzeitig entzündet sind. Dann ist der vorübergehende Einsatz einer Milchpumpe eine echte Erleichterung!

Milchpumpe kaufen bei mehreren Kindern

Der Kauf einer Milchpumpe lohnt sich natürlich definitiv, wenn Du planst, noch ein oder mehrere Kinder zu bekommen und zu stillen. Aber auch, wenn Du Mutter von Zwillingen oder gar Drillingen bist, ist die Anschaffung einer Milchpumpe vorteilhaft. Wenn alle gleichzeitig Hunger haben, hilft es, immer einen abgepumpten Vorrat parat zu haben. Mit einer Handmilchpumpe wäre das viel zu aufwendig!

Bei Mehrlingen ist es auf jeden Fall effektiver, sich gleich eine sogenannte Doppelmilchpumpe anzuschaffen (zum Beispiel die “Swing” oder die “Freestyle” – beide von Medela). Damit wird Milch gleichzeitig an beiden Brüsten abgepumpt, wodurch Du doppelt so schnell bist als beim einseitigen Abpumpen.

@ Babyartikel.de | Medela Swing Maxi

Fazit: Milchpumpen mieten oder kaufen?

Für einen strukturieren Überblick haben wir Dir unsere Empfehlungen in einer Tabelle zusammengefasst:

Mieten, wenn Du:Kaufen, wenn Du:
die Pumpe nur kurzzeitig nutzt (z.B. wegen eines medizinischen Problems)die Pumpe lange und häufig nutzt
Dich während des Stillens regelmäßig nach den Stillzeiten richten kannst/möchtestDich nicht immer nach den Stillzeiten richten kannst/möchtest
ausschließlich stillen und Muttermilch nicht mit dem Fläschchen zufüttern möchtestMuttermilch auch mal mit dem Fläschchen zufüttern möchtest
keine Mehrlinge stillstMehrlinge stillst
in Zukunft keine weiteren Kinder haben bzw. stillen möchtestin Zukunft weitere Kinder haben bzw. stillen möchtest

Bildnachweis: @ Poj – Fotolia.com.

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