persönlicher Geburtsbericht, Geburt Erfahrungen

Mein persönlicher Geburtsbericht


Als schwangere Frau habe ich mir unfreiwillig die verschiedensten Schwangerschaftsbeschwerden und Geburtsberichte von Freunden, Bekannten und sogar Fremden anhören müssen. Während viele meiner schwangeren Freundinnen die vielen — teils auch nicht so schönen — Erzählungen ganz schrecklich fanden, muss ich sagen, dass ich damit auch noch kurz vor der Geburt gar keine Probleme hatte. Ich habe persönliche Geburtsberichte immer gerne gehört und gelesen!

Denn ich habe mir gedacht, irgendwie wird mein kleines Baby schon auf die Welt kommen und ich glaube ganz fest daran, dass alles gut wird. Und so kam es dann natürlich auch!

Vielleicht stehst Du ja selbst kurz vor der Geburt und bist schon sehr nervös oder vielleicht auch noch ganz entspannt, da Du ähnlich denkst wie ich? Wenn Du magst, lies doch einfach mal meinen persönlichen Geburtsbericht. Und keine Angst, hier wartet wirklich keine Gruselgeschichte auf Dich.

Meine Schwangerschaft

Vorweg muss ich sagen, dass ich die komplette Schwangerschaft sehr gut überstanden habe. Ich hatte nicht unter Übelkeit zu leiden und war bis zum Ende noch sehr fit. Eine Zeit lang hatte ich ziemliche Schmerzen an meiner Rippe, die plötzlich einige Wochen vor der Geburt aber Gott sei Dank wieder verschwanden. Der geplante Geburtstermin war der 25. April, aber da wollte unser kleiner Schatz noch nicht auf die Welt. Ab jetzt hieß es alle zwei Tage zur Kontrolle gehen.

4:00 Uhr: Bauchschmerzen oder Wehen?

Am 29. April merkte ich dann aber plötzlich etwas. Ich wachte morgens um 4 Uhr mit Bauchschmerzen auf und konnte einfach nicht wieder einschlafen. Irgendwie wurden die Schmerzen immer schlimmer und ich hatte schon die Ahnung, dass die Bauchschmerzen wohl leichte Wehen sein müssen. Gut, dass wir um 10 Uhr sowieso einen Kontrolltermin im Krankenhaus hatten. Dort bestätigte sich meine Vermutung, mein Muttermund war inzwischen 2 cm geöffnet. Die Hebamme sagte, dass wir im Krankenhaus bleiben können, aber man nicht sagen kann, wie lange es noch dauert. Deshalb fuhren wir zunächst wieder nach Hause. Am Nachmittag waren wir außerdem bei meinen Eltern zum ersten Mal in diesem Jahr zum Spargelessen eingeladen und das wollte ich mir natürlich nicht entgehen lassen. Beim Bauch vollschlagen waren die Wehen aber schon stärker und wir fuhren bald wieder nach Hause.

20:30 Uhr: Ab ins Krankenhaus

Ab 20.30 Uhr fing ich dann an zu notieren, in welchen Abständen die Wehen kommen. Erst waren es alle 7 Minuten, um 22 Uhr dann alle fünf Minuten. Noch immer waren mein Mann und ich total ruhig und entspannt. Wir schauten Fernsehen und ich surfte ein wenig am Computer. Nebenbei schrieb ich noch mit einer Freundin bei Whats App, die total nervös wurde, als sie hörte, dass meine Wehen schon alle fünf Minuten kommen. Ich sollte unbedingt sofort ins Krankenhaus fahren, meinte sie. Deshalb rief ich im Krankenhaus an, um nachzufragen, ob wir jetzt schon kommen sollen. Wir sollen uns auf den Weg machen, sagte die Krankenschwester. Inzwischen waren die Wehen schon deutlich unangenehmer und die 15-minütige Fahrt ins Krankenhaus dauerte gefühlt länger als üblich.

Bei der Untersuchung um 22.30 Uhr wurde festgestellt, dass der Muttermund inzwischen — oder vielleicht auch erst — 4 cm geöffnet war. Wir wurden in den Kreißsaal mit der Gebärwanne gebracht, da ich diese gerne ausprobieren wollte. Die Schmerzen waren darin tatsächlich eine Zeit lang angenehmer, aber durch die Wärme wurde es mir nach einiger Zeit schwindelig und ich stieg wieder raus. Bevor ich die Wanne benutzen durfte, musste ich allerdings noch meinen Darm mit einem Abführmittel entleeren, was gar nicht schlimm war, obwohl ich mir vor der Geburt darüber Gedanken gemacht hatte. Am besten ging es mir, wenn ich während der Wehen an der Wand stand und das Becken kreiste. Den Gymnastikball oder Seile benutzte ich nicht.

1:00 Uhr: Jetzt wird es ernst

Ab 1 Uhr wurden die Wehen ziemlich schmerzhaft. Bei der nächsten Kontrolle war der Muttermund aber schon 7 cm geöffnet und ich entschied mich gegen eine PDA. Meine Blase war inzwischen ziemlich voll, da ich ständig Wasser trinken wollte. Unter starken Wehen versuchte ich auf Toilette zu gehen, aber es kam einfach nichts. Kein Wunder, meinte die Hebamme, da der Kleine direkt auf meiner Blase lag. Deshalb wurde mir ein Katheter gesetzt, der aber überhaupt nicht schmerzhaft war. Weil ich aber schon ziemlich geschafft war und die Wehen immer stärker wurden, blieb ich im Bett auf dem Rücken liegen und wartete einfach ab.

6:34: Endlich ist er da!

Dennoch dauerte es noch bis 6.34 Uhr, bis Max geboren wurde. In der Stunde davor wurden die Herztöne von Max langsamer, weshalb zweimal aus seinem Kopf Blut entnommen wurde. Die Werte waren aber super, weshalb ein Kaiserschnitt Gott sei Dank erst einmal nicht notwendig war. Da Max nicht von alleine ganz nach unten wandern wollte, musste die Saugglocke zur Hilfe genommen werden und zwei Hebammen drückten mit ordentlich Druck von oben auf meinen Bauch. Die Schmerzen waren durch die Saugglocke wirklich schrecklich, aber dann war Max endlich da!!!

Er wurde mir sofort blutig auf die Brust gelegt und fing an zu schreien. Mein Mann und ich schauten uns an und hatten Tränen in den Augen. Max war anfangs richtig blau, aber seine Apgar-Werte waren Gott sei Dank super. Anschließend durfte mein Mann die Nabelschnur durchtrennen und Max baden. Wir blieben noch etwa drei Stunden im Kreißsaal und erholten uns von der Geburt.

Mein Mann und ich waren während der acht Stunden im Kreißsaal sehr ruhig und lieb zueinander und wirklich aufgeregt war ich eigentlich nicht. Im Nachhinein gesehen fand ich den Ablauf der Geburt sehr gut. Das einzige, was ich gerne vermieden hätte, war der Einsatz der Saugglocke. Aber das kann man sich eben nicht immer aussuchen… ;)

Möchtest Du uns auch von der Geburt Deines Babys berichten? Wir freuen uns über Deinen Kommentar!

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2 Kommentare zu “Mein persönlicher Geburtsbericht

  1. Vielen Dank für deinen kurzen, aber doch eindrucksvollen Bericht. Er bestärkt mich nur noch mehr, positiv an die Geburt heranzugehen (heute ist der errechnete ET, also kann es nicht mehr allzu lange dauern).
    Wie du hatte ich eine echt angenehme Schwangerschaft ohne große Schwierigkeiten und das wird dann hoffentlich während der Geburt so weitergehen :-) Viele Grüße, Steffi

    1. Hallo Steffi,
      vielen Dank für deinen lieben Kommentar. Ich hoffe, dass deine Geburt genauso gut verlaufen ist, wie deine Schwangerschaft und du nun eine tolle Zeit mit deinem süßen Schatz verbringen kannst :)

      Alles Liebe,
      Sandra

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