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Placenta praevia: Alles über die Plazenta Fehllage


Bei einer Plazenta Fehllage (Plazenta praevia) liegt der Mutterkuchen an der falschen Stelle. Das Phänomen tritt bei 0,5 Prozent der Schwangeren auf und ist somit gar nicht so selten. Je nach Ausmaß der Fehllage kann eine natürliche Geburt unmöglich sein. Erfahre in diesem Beitrag alles rund um die Symptome, Gefahren und Behandlungsmöglichkeiten der Placenta praevia.  

Definition: Was ist die Plazenta praevia 

Der scheibenförmige Mutterkuchen liegt bei einer Plazenta praevia ganz oder teilweise vor dem Muttermund. Im Normalfall befindet er sich zum Ende der Schwangerschaft auf der gegenüberliegenden Seite.

Durch diese Fehllage der Plazenta kann es bei der Geburt zu Problemen kommen. Denn Babys Austritt aus der Gebärmutter wird dadurch mehr oder weniger stark blockiert.

Die Position der Plazenta ändert sich während der Schwangerschaft, weil der Mutterkuchen normalerweise nach oben wandert, wenn die Gebärmutter wächst.

Erst ab der 24. Schwangerschaftswoche bleibt der Mutterkuchen ungefähr in seiner Position. Deshalb kann eine Plazenta praevia auch erst dann endgültig diagnostiziert werden.  

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Folgende Ausprägungen des Phänomens sind bekannt: 

  • Placenta praevia marginalis: Mit rund 50 Prozent ist diese Form der Plazenta praevia am häufigsten. Hier berührt der Mutterkuchen den Muttermund nur leicht. Der Geburtskanal ist aber nicht versperrt.  
  • Placenta praevia partialis: Der Ausgang der Gebärmutter wird stellenweise von der Plazenta versperrt. Rund ein Drittel der Betroffenen leidet unter dieser Form.  
  • Placenta praevia totalis: Der Muttermund wird vollständig von der Plazenta bedeckt. Diese Form ist mit 20 Prozent am seltensten.  

Gefahren: Kann eine Plazenta Fehllage gefährlich werden? 

Je ausgeprägter die Plazenta praevia ist, desto geringer ist die Chance auf eine natürliche Geburt. Bei den Formen Placenta praevia marginalis und partialis ist eine Entbindung durch den Geburtskanal möglich. Allerdings besteht bei allen Varianten des vorgelagerten Muttermundes die Gefahr starker Blutungen in der Schwangerschaft oder während der Geburt.  

Ist der Muttermund vollständig von der Plazenta versperrt, führt kein Weg um einen Kaiserschnitt herum. Eine natürliche Entbindung würde eine lebensbedrohliche Blutung auslösen. Um die werdende Mutter und das Baby zu schützen, wird eine Sectio gemacht.

Wenn es während der Schwangerschaft keine Komplikationen gibt, wird der Kaiserschnitt für die 36. oder 37. SSW geplant. Es besteht allerdings immer die Gefahr, dass es zu vorzeitigen Wehen kommt.  

Deshalb raten manche Experten dazu, frühzeitig die Lungenreife anzuregen. Falls eine Frühgeburt droht, dann können die Ärzte eine Spritze mit Kortikosteroiden verabreichen. Dadurch reifen die Lungen des Fötus schneller.

Allerdings sind diese Lungenreifespritzen nicht ganz unumstritten. In dem verlinkten Beitrag zeigt Hanna die Vor- und Nachteile der Behandlung auf.  

Symptome: Woran erkennst Du eine Plazenta praevia? 

Es kann sein, dass eine Fehllage der Plazenta lange Zeit keine Beschwerden verursacht. Allerdings kann die Falschlage der Plazenta in der zweiten Schwangerschaftshälfte Blutungen auslösen. Das passiert dann, wenn sich der Uterus ausweitet. Dadurch kann die Plazenta einreißen und bluten. Tatsächlich zählt die Plazenta praevia zu den häufigsten Ursachen von Blutungen am Ende der Schwangerschaft.  

Dabei tritt hellrotes Blut aus der Scheide aus. Oftmals ist die Blutung schmerzfrei, teilweise können aber auch Krämpfe damit verbunden sein. In einigen Fällen verlieren die Schwangeren sehr viel Blut, was für Mutter und Baby lebensgefährlich werden kann.  

Wenn Du in der Schwangerschaft Blutungen bekommst, dann melde Dich sofort bei Deinem Gynäkologen bzw. bei Deiner Gynäkologin. Dein Frauenarzt wird Dich direkt untersuchen.

Normalerweise tastet er dabei zunächst Deinen Bauch ab. So kann er erkennen, ob es Verhärtungen gibt. Anschließend versucht er die Ursache der vaginalen Blutung herauszufinden. In der Regel erfolgt eine Ultraschalluntersuchung durch die Scheide oder über den Bauch. Hierbei kann der Mediziner ab dem Ende des 2. Trimesters die Lage Deiner Plazenta erkennen.

Liegt eine Plazenta praevia vor, dann beratet Ihr Euch gemeinsam über die nachfolgenden Schritte.  

Risiken: Wer ist von der Plazenta-Fehllage besonders häufig betroffen? 

Jede Schwangere kann von der Plazenta praevia betroffen sein. Allerdings gibt es einige Faktoren, die diese Position des Mutterkuchens begünstigen.

Laut einer Studie der Universitätsklinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe der Medizinischen Universität Graz erhöhen folgende Faktoren das Risiko für eine Falschlage der Plazenta: 

  • Mehrere vorherige Schwangerschaften
  • Operationen an der Gebärmutter 
  • Höheres Alter der Mutter von über 35 Jahren 
  • Vorherige Kaiserschnitte 
  • Vorherige Fehlgeburten 

Zudem scheinen folgende Faktoren eine Plazenta Fehllage ebenfalls zu begünstigen: 

  • Rauchen/Kokainkonsum  
  • Gebärmutter-Verformungen (Uterus-Anomalie)
  • Vorherige Mehrlingsschwangerschaft 
  • Künstliche Befruchtung 
     

Behandlung: Was kann ich bei Fehllage der Plazenta tun? 

Wenn bei Dir eine Plazenta praevia diagnostiziert wurde, wird Dir Dein Arzt bzw. Deine Ärztin wahrscheinlich dringend zur Bettruhe raten.

Besonders wichtig ist, dass die Plazenta nicht einreißt, weil dadurch lebensbedrohliche Blutungen ausgelöst werden können. Das bedeutet, dass Du auf Geschlechtsverkehr verzichten musst. Auch wird Dir in der Regel von Scheidenspülungen abgeraten.  

  • Bettruhe
  • kein Geschlechtsverkehr
  • keine Scheidenspülungen

Die Lage des Mutterkuchens kann die Medizin nicht beeinflussen. Eine Untersuchung muss klären, welche Ausprägung der Plazenta praevia bei Dir vorliegt. Wenn der komplette Muttermund verschlossen ist, wird ein Kaiserschnitt geplant. Bei einer Plazenta praevia marginalis oder Plazenta praevia partialis kann eine normale Geburt eine Option sein.  

Bei starken Blutungen muss die Entbindung sofort eingeleitet werden. Je nachdem wie viel Blut die Mutter verloren hat, kann eine Blut-Transfusion notwendig werden. Auch eine auffällige Herzfrequenz des Babys oder ein niedriger Blutdruck der Schwangeren können Auslöser für einen Kaiserschnitt sein.  

Musst Du bei einer Plazenta praevia Angst haben? 

Eine Plazenta praevia ist eine Schwangerschaftskomplikation, die erhebliche Folgen für Dich und Dein Baby haben kann. Falls Dir diese Diagnose gestellt wurde, bist Du bestimmt beunruhigt. Wenn ich Angst habe, dann hilft es mir immer, den Fakten ins Auge zu sehen.  

Wichtig ist, dass Du weißt, wie stark die Plazenta Fehllage ausgeprägt ist. Mach Dir bewusst, dass die Wahrscheinlichkeit für einen Kaiserschnitt steigt. Bereite Dich auf eine mögliche Sectio vor. Dann fühlst Du Dich sicherer, sollte es so weit kommen.  

Befolge unbedingt die Ratschläge Deiner Ärzte. Wenn sie Dir zur Bettruhe raten, dann lass den Haushalt ruhen. Ich weiß, das ist schwer. Aber je mehr Du Dich schonst, desto geringer ist die Gefahr, dass die Plazenta einreißt.  

Bleib, so gut es geht, positiv. Denn unser Gemüt hat einen großen Einfluss auf unseren Körper. Denke an die vielen Frauen, die mit einer Fehllage des Mutterkuchens kerngesunde Babys zur Welt gebracht haben. So kann es auch bei Dir sein.  

Tausche Dich mit Betroffenen, dem Frauenarzt oder der Hebamme über Deine Ängste aus. Es tut gut, sich die Sorgen von der Seele zu reden.  

Fazit Plazenta praevia

  • Mutterkuchen teilweise oder komplett vor Muttermund
  • Diagnose endgültig erst ab 24. SSW
  • 3 Ausprägungsgrade
  • Komplikationen: starke Blutungen während Schwangerschaft/Geburt
  • Risiko-Faktoren: vorherige Schwangerschaften, Gebärmutter-OP
  • Behandlung: körperliche Schonung, Bettruhe, ärztlichen Rat befolgen
  • Starke Blutungen: Entbindung wird sofort eingeleitet
  • Geburt per Kaiserschnitt oft, aber nicht immer

  • Berichte uns gerne in den Kommentaren, wie Deine Entbindung mit der Diagnose Plazenta praevia verlaufen ist. Durch Deine Erfahrungen hilfst Du anderen Betroffenen.  

    Unsere Texte zu Gesundheitsthemen ersetzen keinesfalls den Arztbesuch.
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