Pucken – was genau ist das überhaupt?


In der Schwangerschaft sieht man sich plötzlich mit Begriffen konfrontiert, die man nie zuvor in seinem Leben gehört hat und erfahrene Mütter schmeißen mit Fachtermini nur so um sich. Je näher die Geburt rückt, desto mehr Tipps bekommt man auch zum Thema Anschaffungen und “überlebensnotwendigen” Dingen für die erste Zeit.

Ein großes Thema in den letzten Jahren war das “pucken”. Für die (noch) Unbedarften unter Euch hier ein paar Informationen dazu.

Was ist Pucken?

Unter Pucken versteht man das enge Einwickeln eines Babys. In den ersten Lebenstagen gibt die Enge den Neugeborenen ein vertrautes, geborgenes Gefühl, weil  das Empfinden dem im begrenzten Raum in der Gebärmutter ähnelt. Was für uns wie eine Art beklemmendes Gefängnis wirkt, ist für die Babys oftmals die einzige Möglichkeit, entspannt und mit einem sicheren Gefühl einschlafen zu können, weil sie es so gewohnt sind.

Womit puckt man?

Das ist im Prinzip völlig egal. In der Klinik werden die Babys meistens in Stoffwindeln oder Moltontücher gepuckt, zu Hause könnt Ihr auch ein Handtuch oder eine Decke nehmen. Wichtig ist allerdings, dass das Kind wirklich richtig fest eingepackt ist, es nur  locker einzuwickeln hat mit Pucken nicht viel zu tun. Da sich Eltern damit gerade anfangs meistens schwer tun, gibt es fertige Pucktücher oder Säckchen zu kaufen, in die das Kind eingewickelt wird und das dann mit Klettverschlüssen oder Knöpfen fest fixiert werden kann (z.B. Swaddle me).

Wann fange ich damit an?

Die meisten Kliniken pucken die Babys nach der Geburt, sobald sie das erste Mal angezogen werden. Ansonsten macht es Sinn, in den ersten Lebenswochen damit zu beginnen, da sich das Kind sonst vielleicht durch die Enge eher auch wieder irritiert fühlt.  Pucken könnt Ihr solange Ihr den Eindruck habt, Euer Baby geniesst das Gefühl, was meistens mit größerem Bewegungsdrang nach ca.5-6 Monaten nachläßt.

Und wozu das alles?

Viele Babys, insbesondere Kaiserschnittkinder, sind nach der Geburt noch nicht so richtig auf unserer Welt angekommen. Die Tatsache, dass Ärmchen und Beinchen sich jetzt -ja noch völlig unkontrolliert- an der Luft bewegen (im Gegensatz zu der weichen, sanften Bewegung im Fruchtwasser) erschreckt viele Babys regelrecht. Das merkt man daran, dass sie, gerade beim Schlafen, so fest zucken, dass sie davon aufwachen und weinen. Die Weite ihrer neuen Umgebung verunsichert Babys  und macht ihnen manchmal auch ganz schön Angst. Durch Pucken kann man diese Unsicherheit abmildern. Die Babys erleben das vertraute Gefühl der Begrenztheit und Enge, das sie die letzten Wochen in der Gebärmutter erlebt haben. Bewegungen sind nur noch im kleinen Radius möglich und werden durch den Stoff (ähnlich wie im Wasser) gemildert oder abgebremst. Auch Kindern, die insgesamt eher unruhig sind, viel weinen und sich schlecht beruhigen oder ablegen lassen kann durch Pucken ein wenig geholfen werden.

Ist das Pucken für alle Babys geeignet?

Ich weiß, dass viele Kolleginnen anderer Meinung sind, aber ich würde sagen nein. Es gibt Kinder, die z.B. bei Bauchweh die Beinchen anziehen wollen um besser pupsen zu können oder die von Anfang an einen großen Bewegungs-und “Freiheitsdrang” haben und die Pucken zwar vielleicht irgendwann tolerieren, für die es aber schlichtweg keinen positiven Effekt hat. Auch halte ich nicht viel davon, Kinder, die strampeln und schreien “Zwangszupucken”, weil das jetzt grade eben empfohlen wird- und ich habe schon Kinder erlebt, die sich wirklich richtiggehend dagegen gesträubt haben, v.a., wenn man erst spät damit anfängt.

Wie mit so vielen Dingen ist es mit dem Pucken so, dass Ihr Euch im Vorfeld gar keine Gedanken machen und vor allem auch nichts entscheiden müßt. Beobachtet Euer Kind in den ersten Tagen, laßt Euch das Pucken in der Klinik oder von Eurer Hebamme zeigen  und probiert einfach aus, ob es was für Euer Baby und Euch ist.

Hier geht es zu unserem Video zum Thema “Pucken” und wie es richtig gemacht wird.

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