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Trockene Augen und Sehschwäche in der Schwangerschaft: Was hilft?


Während der Schwangerschaft entstehen bekanntlich Begleiterscheinungen. Auch Augenprobleme wie eine vorübergehende Sehstörung oder eine Sehschwäche gehören dazu und sind nicht ungewöhnlich. Die Augen brennen und jucken und jeder Wimpernschlag ist unangenehm. Warum ist das so und was kannst Du dagegen tun?

Was ist die Ursache für Augenprobleme und Sehschwäche in der Schwangerschaft?

Verantwortlich für trockene Augen und Sehschwäche in der Schwangerschaft sind Deine Hormone. Sie verändern die Zusammensetzung Deines Tränenfilms. Dieser liegt über dem Auge und schützt die Hornhaut, jedoch ist er während der Schwangerschaft dünner und es entstehen weniger Tränen. Auch Deine Sehstärke kann sich ändern — sogar um bis zu 1,5 Dioptrien

Zudem kann die Hornhaut durch Wassereinlagerungen dicker werden oder verkrümmen. Deshalb können Trägerinnen von Kontaktlinsen in der Schwangerschaft Probleme bekommen, da diese nicht mehr gut sitzen und sich unangenehm im Auge anfühlen.

Was hilft gegen trockene Augen in der Schwangerschaft?

  • Trinke viel Wasser oder Kräuter- bzw. Früchtee.
  • Sorge für eine Luftfeuchtigkeit von mindestens 60 Prozent in den Räumen, z.B. indem du mit Wasser gefüllte Gefäße verteilst oder einen Luftbefeuchter aufstellst. So ein Gerät kannst Du später für Dein Baby noch gut gebrauchen, z.B. wenn es erkältet ist.
  • Vermeide Zugluft, Räume mit Klimaanlagen und Zigarettenqualm.
  • Achte auf genügend guten Schlaf und sorge für gute Lichtverhältnisse beim Lesen, Fernsehen und am Computer. Versuche auch, diese Aktivitäten einzuschränken.

Übungen zur Produktion von Tränenflüssigkeit

Um die Produktion der Tränenflüssigkeit zu steigern, welche den Juckreiz vermindert, solltest Du hin und wieder blinzeln oder gähnen. Gönne Deinen Augen immer wieder Pausen zur Entspannung, vor allem dann, wenn Du viel vor dem Bildschirm sitzt. Folgende Übungen helfen gegen trockene Augen:

  • Lege Deine Mittel- und Zeigefinger neben Deine Augenbrauen in der Innenseite. Klopfe nun außen an den Brauen entlang, an den Augen vorbei und unter den Augen bis zur Nase hin, anschließend wieder zurück. Wiederhole diesen Vorgang mehrmals und erhöhe den Druck dabei.
  • Strecke Deinen rechten Arm vor Dir aus und schwinge ihn im Halbkreis nach links und dann nach rechts. Deine Augen blicken dabei zur Hand. Mache diese Übung auch mit dem linken Arm und wiederhole jede Seite fünf Mal.
  • Entspanne Deine Gesichtsmuskeln und kneife anschließend Deine Augen zusammen. Reiße sie nun weit auf und wiederhole das Ganze acht Mal. Hierbei geht es um die progressive Entspannung der Muskeln.
  • Schließe Deine Augen und denke Dir eine Acht. Folge dieser Linie mit geschlossenen Augen einige Male.
  • Beim Arbeiten am Computer: Lass Deinen Blick zwischendurch immer wieder in die Ferne schweifen.

Medikamente gegen trockene Augen

Du kannst zur Linderung der Beschwerden auch Augentropfen benutzen. Sie sollten jedoch keine Konservierungsstoffe beinhalten und können über Monate hinweg mermals am Tag genutzt werden. Wichtig ist, dass die Spitze der Flasche das Auge nicht berührt, denn so können Infektionen entstehen.

Alternativ gibt es Augensprays, die auf das geschlossene Lid gesprüht werden. Bei starken Reizungen wird zu Cremes oder Gelen geraten. Sie müssen nicht so oft aufgetragen werden, da sie länger wirken. Die Produkte sind auch für Trägerinnen von Kontaktlinsen geeignet, jedoch ist es ratsam, diese öfter durch die Brille zu ersetzen.

Rötungen und trockene Augen in der Schwangerschaft durch Schminken?

Es kann durchaus vorkommen, dass Deine Augen plötzlich negativ auf Deine Kosmetika reagieren und Rötungen aufgrund von bestimmten Inhaltsstoffen entstehen. Verwende Mascara oder Eyeliner, die schon länge geöffnet sind, lieber nicht mehr, teste mal einen Make-up-Entferner für empfindliche Augen und verwende Produkte ohne Konservierungsstoffe und Parfum. Du kannst natürlich auch eine Zeitlang ganz aufs Schminken der Augen verzichten. Gegen Rötungen hilft auch eine spezielle Augensalbe mit Dexpanthenol.

Augenprobleme in der Schwangerschaft: Wann solltest Du zum Arzt gehen?

Egal, ob Juckreiz, Rötungen oder starken Tränenfluss: Starke oder immer schlimmer werdende Beschwerden solltest Du nicht ignorieren. Suche einen Augenarzt auf, denn möglicherweise steckt eine Infektion dahinter. Sie könnte durch Bakterien ausgelöst worden sein und wird mit antibiotischen Augentropfen behandelt. Diese können während der Schwangerschaft bedenkenlos verwendet werden, da sie nur eine örtliche Wirkung haben. Sprich Deine Schwangerschaft unbedingt an, damit der Augenarzt Bescheid weiß.

Bei Flimmern oder Blitzen sofort zum Arzt

Siehst Du ein Flimmern oder Blitze, solltest Du sofort zu Deinem Frauenarzt gehen. Diese Symptome können auf eine Präeklampsie hinweisen, eine Schwangerschaftsvergiftung. Das Flimmern oder die Blitze entstehen durch den erhöhten Blutdruck, welcher für Dein Baby lebensbedrohlich sein kann. Es kann sich hierbei jedoch auch um eine Beeinträchtigung der Netzhaut handeln, weshalb Du auch zu einem Augenarzt gehen solltest.

Brauche ich in der Schwangerschaft eine neue Brille?

Während der Schwangerschaft ist es normalerweise nicht notwendig, in Form einer neuen Brille die Sehstärke anzupassen — und in den meisten Fällen auch nicht ratsam, weil Du sie sonst später vielleicht nicht mehr tragen kannst. In der Regel verschwindet die Sehschwäche nach der Geburt wieder, wenn sich Dein Hormonhaushalt ausgleicht und Wassereinlagerungen zurückgehen. Bei manchen Frauen verändert sich die Sehstärke allerdings auch erst nach der Stillzeit wieder.

Kontaktlinsen in der Schwangerschaft und Stillzeit

Wenn Du schon in der Schwangerschaft Probleme mit trockenen Augen hattest, ist es gut möglich, dass Du Deine Kontaktlinsen in der Stillzeit nicht gut verträgst. Auch der Schlafmangel kann trockene Augen in der Zeit nach der Geburt begünstigen. Was Du tun kannst, wenn sich Deine Kontaktlinsen in der Schwangerschaft und Stillzeit unangenehm anfühlen:

  • Eventuell kannst Du auf einen anderen Linsentyp umsteigen. Harte Kontaktlinsen werden in der Schwangerschaft oft besser vertragen, da sie kleiner sind und mehr Sauerstoff an die Augen lassen.
  • Alternativ ist auch eine Anpassung Deiner Kontaktlinsen durch den Optiker möglich. Vielleicht ist Dein Linsenmodell nicht sauerstoffdurchlässig genug oder speichert Feuchtigkeit nicht optimal.
  • Besorge Dir Tageslinsen für besondere Anlässe und trage sonst Deine Brille.
  • Überschreite die täglichen Tragezeiten nicht.
  • In der Apotheke gibt es befeuchtende Augentropfen als Einzel-Ampullen, mit denen Du Deine Augen zwischendurch benetzen kannst.

Brille oder Kontaktlinsen während der Geburt?

In der Regel ist es Dir überlassen, ob Du während der Geburt Deine Brille trägst oder lieber Kontaktlinsen. Es kann allerdings passieren, dass die Klink dich darauf hinweist, lieber eine Brille zu tragen. Diese zwei Gründe sprechen gegen Kontaktlinsen bei der Geburt:

  • Während des Pressens entsteht ein Augeninnendruck. Mit Kontaktlinsen kann das sehr unangenehm werden.
  • Sollte es zu einem Notkaiserschnitt kommen, zählt jede Sekunde. In diesem Fall ist keine Zeit, um noch Kontaktlinsen herauszunehmen. Geübte können das zwar ohne Probleme, andere benötigen jedoch dafür einen Spiegel und Zeit, die in diesem Moment nicht vorhanden ist

Am besten, Du sprichst das Thema bei der Geburtsplanung im Krankenhaus oder bei Deiner Hebamme an. So kannst Du Dich schon vorher in Ruhe mit dem Thema befassen und Deine Brille in die Klinktasche packen.

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