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Wassereinlagerungen in der Schwangerschaft: 11 wirkungsvolle Hebammen-Tipps


Dein Bauch wird größer, die Vorfreude auf Euren Nachwuchs wächst – und wären da nicht die unangenehmen Wassereinlagerungen, könntest Du die letzten Wochen Deiner Schwangerschaft umso mehr genießen. Schmerzendes Spannen und Kribbeln in Deinen Beinen, Händen, Füßen oder sogar dem Gesicht? Viele angehende Mamas leiden mit Fortschreiten der Schwangerschaft insbesondere bei hohen Temperaturen unter den auch Ödemen genannten Beschwerden. Hier erfährst Du alles rund um das Thema Wassereinlagerungen in der Schwangerschaft und bekommst unsere 11 wirkungsvollsten Hebammen-Tipps an die Hand, die Deine Beschwerden im dritten Trimester lindern können.

Warum bekommt man Wassereinlagerungen in der Schwangerschaft?

Wassereinlagerungen in der Schwangerschaft kennt fast jede werdende Mama. Sie gehören zu den in der Regel ungefährlichen, dafür aber lästigen Schwangerschaftsbeschwerden. Nur warum haben so viele Schwangere eigentlich mit Wasser in den Beinen und auch anderen Körperstellen zu kämpfen?

Schuld an Ödemen in der Schwangerschaft: Mal wieder die Hormone

Dein Körper schüttet in der Schwangerschaft vermehrt Progesteron aus. Das Hormon begünstigt eine Ausweitung Deiner Blutgefäße, wodurch das Gewebe auflockert und an Elastizität verliert. Jetzt kann im Blut enthaltene Flüssigkeit aus den Blutgefäßen austreten und sich im Bindegewebe als Wassereinlagerung ansammeln.

Zusätzlich steigt Dein Blutvolumen während der Schwangerschaft um bis zu 40% an, um Dein Baby ausreichend mit Sauerstoff und Nährstoffen zu versorgen. Mit der erhöhten Blutmenge geht jedoch auch deutlich mehr Wasser im Körper einher, was wiederum die Bildung von Ödemen in der Schwangerschaft begünstigt.

Und nicht zu vergessen: Auch Deine Wadenmuskelpumpe, die das Blut aus den Beinen zurück Richtung Herz pumpt, arbeitet in der Schwangerschaft weniger effektiv. Was bedeutet das? Durch die geringere Aktivität fließt die sowieso schon erhöhte Blutmenge zudem langsamer durch die Blutgefäße. Das Austreten von Flüssigkeit in das umgebende Gewebe wird dadurch zusätzlich begünstigt.

Wassereinlagerungen erkennen: Welche Symptome treten bei Ödemen in der Schwangerschaft auf?

Durchschnittlich lagert eine Frau während der Schwangerschaft zwei bis drei Kilo an Wasser ein. Überwiegend treten die Wassereinlagerungen erst im dritten Trimester der Schwangerschaft auf. Wo genau sie sich im Körper zeigen und in welcher Intensität sie auftreten, ist ganz individuell. Grundsätzlich betroffen sind häufig die Beine und Füße, die Hände und sogar das Gesicht. Deine Schuhe drücken, Deine Socken schnüren ein oder aber Dein Lieblingsring passt plötzlich kaum noch über den Finger?

Diese Symptome sind ein klarer Hinweis auf Ödeme in der Schwangerschaft:

  1. Die umliegende Haut spannt.
  2. Die Haut fühlt sich prall an.
  3. Drückt man mit dem Finger auf die betroffene Stelle, bildet sich eine Delle. Diese bleibt für einige Sekunden auf der Haut sichtbar.
  4. Die betroffene Stelle kann sich warm anfühlen.
  5. Insbesondere rund um die Gelenke können die Wassereinlagerungen schmerzhaft sein.
  6. Betroffene Gelenke sind in der Beweglichkeit eingeschränkt.

Du bist schwanger und leidest unter Wassereinlagerungen in den Füßen? In unserem Magazinbeitrag zum Thema geschwollene Füße in der Schwangerschaft gibt Dir Hebamme Monika konkrete Tipps speziell bei dicken und aufgedunsenen Füßen in der Schwangerschaft.

Wassereinlagerungen in der Schwangerschaft: Wann solltest Du einen Arzt aufsuchen?

In der Regel sind Wassereinlagerungen in der Schwangerschaft zwar unangenehm, aber nicht besorgniserregend. In seltenen Fällen können sie aber auch ein Hinweis auf eine ernstere Erkrankung wie etwa eine Präeklampsie sein, die bei drei bis fünf Prozent aller Schwangeren auftritt und im schlimmsten Fall lebensbedrohlich sein kann.

Unsere Hebamme Melanie rät daher, abklärend einen Arzt aufzusuchen, wenn:

  1. die Ödeme vor der 24. Schwangerschaftswoche auftreten.
  2. sie sehr rasch mehr werden, am ganzen Körper auftreten und in kurzer Zeit eine starke Gewichtszunahme stattfindet. Zur Orientierung: Hier sind im 3.Trimester mehr als 1 Kilogramm Zunahme pro Woche gemeint.
  3. Dein Blutdruck zusätzlich ansteigt.
  4. Du unter starken Kopfschmerzen oder Oberbauchschmerzen leidest.
  5. Deine Eiweißwerte im Urin erhöht sind.
  6. Du Augenflimmern oder Sehstörungen hast.

Diese Symptome können Hinweis auf eine Präeklampsie sein. Liegen sie bei Dir vor, warte nicht bis zu Deinem nächsten regulären Vorsorgetermin, sondern suche Dir schnellstmöglich ärztlichen Rat.

Akute Wassereinlagerungen in der Schwangerschaft behandeln und vorbeugen: 11 Hebammen-Tipps

Was aber, wenn kein Grund zur Sorge besteht, Deine Wassereinlagerungen Dir in der Schwangerschaft aber den Alltag erschweren? Oft lassen sich die Ödeme zwar nicht komplett vermeiden, mit diesen wertvollen Tipps von Hebamme Melanie kannst Du aber Einiges gegen sie tun:

Akute Hilfe bei Ödemen:

  1. Lege regelmäßig Deine Beine hoch! Eine Faustregel? Mehrmals am Tag für mind. 20-30 Minuten! Besonders nachdem Du länger gesessen hast oder gegangen bist, ist es wichtig, die Beine hochzulegen. So wird der Rücktransport des Wassers über die Wadenpumpe in Richtung Herz unterstützt. Unser Tipp: Auch im Schlaf kannst Du Deine Beine leicht erhöhen, z.B. mit einem Stillkissen.
  2. Erhöhe Deine Salzzufuhr! Ein bis zwei Teelöffel zusätzlich zur normalen Salzmenge pro Tag sorgen dafür, dass das Wasser in den Blutgefäßen gehalten wird und Deine Wassereinlagerungen in der Schwangerschaft reduziert werden können.
  3. Mache Salzbäder mit „Totes Meer Badesalz“.
  4. Wende äußerlich auf betroffene Stellen einen Wickel mit Retterspitz an.
  5. Lockere Kleidung & Kompressionsstümpfe: Bist Du länger unterwegs oder musst bei der Arbeit viel stehen? Lass’ Dir von Deiner Gynäkolog:in Kompressionsstrümpfe verschreiben, um die Wadenpumpe zu unterstützen und das Wasser in den Beinen zu verringern. Die Strümpfe werden in der Apotheke oder im Sanitätshaus angepasst. Lockere Kleidung, die nicht einschneidet, weite Schuhe und der Verzicht auf Ringe machen es Dir zusätzlich angenehmer und verhindern, dass Dein Blutfluss unterbunden wird.
  6. Massiere die betroffenen Stellen mit sanftem Druck! Streiche dabei immer in Richtung Deines Herzens, um den Rückfluss Deines Blutes zu unterstützen.

So beugst Du Ödemen in der Schwangerschaft vor:

  1. Vermeide unbedingt ausschwemmende Nahrungsmittel oder Tees und Reistage! Entgegen dieses verbreiteten Ammenmärchens fehlt das Wasser in den Blutgefäßen bei diesen Methoden umso mehr!
  2. Nutze kalt-warme Wechselduschen, um den Blutfluss zu aktivieren und die Schwellung zu reduzieren. Wichtig: Schließe immer mit kaltem Wasser ab! Einmal daran gewöhnt, können die Wechselduschen ein Ritual zum Abschluss jeder Dusche werden, das Deine Beschwerden lindert.
  3. Bewege Dich regelmäßig! Langes Sitzen, Stehen oder Liegen fördert die Ödembildung. Daher ist regelmäßige Bewegung, die den Blutkreislauf anregt und hilft Flüssigkeit abzutransportieren, ein Nonplusultra! Gehe hier einfach nach Deinem Spaßfaktor: Ob Schwimmen, Nordic Walking, Fahrrad fahren oder einfache Spaziergänge – jede Art von Bewegung lohnt sich!
    Was Du beim Radfahren in der Schwangerschaft beachten solltest, hat Mareike für Dich recherchiert.
  4. Ausgewogene Ernährung und viel Flüssigkeit: Viel Eiweiß, Obst, Gemüse und unverarbeitete Produkte und mindestens zwei Liter Wasser oder ungesüßter Tee helfen Deinem Körper langfristig. Und keine Sorge: Die Wasserzufuhr fördert den Stoffwechsel und die Ausscheidung von Schadstoffen anstatt die Wassereinlagerungen zu verstärken, wie man zuerst vermuten könnte.
  5. Aktiviere Deine Wadenpumpe! Neben ausreichender Bewegung unterstützt Du Deinen Körper durch die Aktivierung Deiner Wadenpumpe, das Wasser in den Beinen in der Schwangerschaft zu reduzieren. Dafür ziehst Du Deine Zehen abwechselnd in Richtung Schienbein hoch und lässt Deine Füße kreisen. Leidest Du unter Wassereinlagerungen in den Händen? Bewusstes Kreisen Deiner Hände und Spreizen Deiner Finger aktvieren die Muskulatur Deiner Unterarme und Finger.  

Wassereinlagerung nach der Geburt?

Wassereinlagerungen kommen tatsächlich nicht nur in der Schwangerschaft vor. Fakt ist: Ja, auch nach der Geburt können die Ödeme noch bestehen bleiben. Aufgrund der hormonellen Umstellung können sie sich für kurze Zeit sogar verstärken. Ist Dein Schatz geboren und Dein Gewebe weiterhin aufgedunsen, stellt sich schnell die Frage: Wie kann ich meine Wassereinlagerungen nach der Geburt loswerden?

Keine Grund zur Sorge! In den nächsten Wochen werden sie sich ganz natürlich zurückbilden. Verstärktes Schwitzen nach der Geburt und eine erhöhte Blasentätigkeit im Wochenbett weisen darauf hin, dass Dein Körper beginnt, die überschüssige Flüssigkeit loszulassen.

Nimm Dir selbst den Druck und lasse Deinen Körper hier ganz in seinem Tempo arbeiten. Das Verschwinden von Wassereinlagerungen nach der Geburt ist normaler Bestandteil der Rückbildung und Regeneration. Dein Körper hat schließlich zehn Monate ein kleines Wunder ernährt und wachsen lassen. Die Ödeme gehören dabei ganz bald von selbst der Vergangenheit an! Und du? Genießt währenddessen die Ruhe und Kuscheleinheiten mit Deinem Baby.

Was hat Dir bei Wassereinlagerungen in der Schwangerschaft geholfen? Hast Du weitere Geheimtipps, die gegen die Ödeme helfen? Wir sind gespannt auf Deinen Kommentar!

Unsere Texte zu Gesundheitsthemen ersetzen keinesfalls den Arztbesuch.
Mehr Infos dazu findest Du hier.

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