SSW-Update: Verrückte Gedanken und drittes Ultraschallscreening (30+4)


13. September 2014

Total irre wie die Zeit rast. Jetzt bin ich schon in der 31. Schwangerschaftswoche und in etwa 10 Wochen halte ich meinen agilen Bauchbewohner im Arm. Kaum zu glauben!

Diesen plötzlichen Übergang von „Schwangersein“ zu „Mamasein“ – überhaupt ein Baby, also ein echtes Lebewesen im Bauch zu haben – fand ich schon in der ersten Schwangerschaft surreal. Klar, spüre ich deutlich die regelmäßigen Tritte und Bewegungen in mir und sehe wie meine Murmel kontinuierlich wächst. Aber ich kann mir dieses kleine Wesen in meinem Bauch trotzdem nicht vorstellen. Da helfen auch keine Ultraschallbilder – die finde ich eh sehr abstrakt. Umgekehrt war ich ziemlich verdutzt, als ich unser Mädchen vor drei Jahren dann zum ersten Mal nach der Geburt sah. Wie war es möglich, dass dieses Menschlein eben noch in meinem Bauch steckte? Obwohl ich als Protagonist bei der Geburt dabei war, quasi deutlich spürte wie ich ein recht großes Etwas aus mir heraus drückte, fand ich das unglaublich!

„Wahnsinn! Schon die 31. Schwangerschaftswoche!“ stellte auch mein Frauenarzt beim heutigen letzten großen Ultraschallscreening fest. Gemeinsam mit Thomas und unserem Mädchen durften wir gestern zum letzten Mal „Baby-TV“ auf der großen „Screening-Leinwand“ schauen.

Ich fand die ganzen Messungen, die mein Arzt machte, recht spannend, weil ich sie in der Form von der ersten Schwangerschaft nicht kannte. Er schaute sich die Blutversorgung im Gehirn und in der Nabelschnur des Babys an und konnte anhand des farblich abgesetzten Kurvenverlaufs eine Frühgeburt sicher ausschließen. Aha! Anschließend knöpfte er sich meine Blutgefäße vor und sah, dass die Gebärmutter bestens mit Blut versorgt wird. Alle Messungen wiesen darauf hin, dass es dem Baby zu diesem Zeitpunkt blendend geht und wahrscheinlich keine Komplikationen zu erwarten sind. Sehr schön!

Diesen speziellen Ultraschall, nennt man wohl auch Doppler-Ultraschall. Er gehört nicht in jeder Arztpraxis zur normalen Vorsorge, deswegen lernte ich ihn in der ersten Schwangerschaft nicht kennen. Aber mein jetziger Arzt hatte sich ja vor ein paar Wochen als Ultraschallspezialist geoutet (siehe “II. Screening (19+3)“) und da wunderte es mich nicht, dass er diese Untersuchung routinemäßig durchführt.

Nun, während ich mir die Bilder neugierig ansah, langweilte sich unser Mädchen mächtig. „Das dauert lange! Das ist ganz schön dunkel! Mami, sind wir jetzt fertig? Mami, ich hab Hunger“ und so weiter in einer Dauerschleife. Ich konnte sie sehr gut verstehen, zumal wir trotz Termin eine halbe Stunde warten mussten. Außerdem ist unser Bub nun schon so groß, dass kein „ganzes Baby“ mehr auf dem Bildschirm zu erkennen ist, sondern nur einzelne Körperteile. Ich konnte ja selbst kaum erkennen, was ich da sah – wie sollte ihr das denn gelingen?

Zum Glück beeilte sich mein Arzt bei seiner Tour durch meine Murmel und wir wurden wenige Minuten später erlöst. „1600 Gramm ist er schwer und ein wunderschönes Baby“, so mein Arzt am Ende. Wunderbar, dachte ich.

Den Rest des sonnigen Nachmittages verbrachte ich mit unserem Mädchen alleine. Thomas musste wieder arbeiten und wir gingen in die Stadt, wo wir Eis futterten, diverse Läden und Spielplätze stürmten und vor allem die Sonne genossen. Wir verbrachten ein paar prächtige Mama-Tochter-Stunden, die in der Form ja bald nicht mehr möglich sind…

 

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