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Die 5 wichtigsten Fragen zur Kinderwunschklinik – beantwortet


Wenn Du Dir schon längere Zeit ein Kind wünschst und es einfach nicht klappen mag mit dem Babyglück, kann eine Kinderwunschklinik der richtige Ansprechpartner für Dich sein. Dort praktizieren die Spezialisten für Paare mit unerfülltem Kinderwunsch – und entgegen etwaiger Gerüchte verkauft Dir dort auch niemand beim ersten Besuch eine künstliche Befruchtung. Ein Plädoyer für den Besuch in der „Kiwu-Klinik“.

Zu früh, zu spät: Wann ist der richtige Zeitpunkt für einen Besuch in der Kinderwunschklinik?  

Statistiken zufolge werden 8,5 von 10 Frauen im ersten Jahr nach dem Absetzen der Verhütung schwanger. Der Rest, immerhin fast jede 6. Frau, schaut in die Röhre. Wann aber ist der richtige Zeitpunkt, den Frauenarzt oder vielleicht sogar schon eine spezialisierte Klinik aufzusuchen, um dem Kinderwunsch auf die Sprünge zu helfen?

Wie schnell Du bzw. Ihr als Paar eine Kinderwunschklinik aufsuchen solltet, hängt nicht nur davon ab, wie lange Du schon schwanger werden möchtest, sondern auch von Deinem Alter. Frauen über 35 sollten früher eine Kinderwunschpraxis aufsuchen als jüngere Frauen, denn die Fruchtbarkeit sinkt mit dem Alter.

Wenn Du über 35 Jahre alt bist, solltest Du deshalb bereits nach ca. sechs erfolglosen Monaten einen Termin im Kinderwunschzentrum vereinbaren. Bist Du (deutlich) jünger, so hast Du ein bisschen mehr Zeit. Die Wahrscheinlichkeit, im ersten Jahr schwanger zu werden, spricht für Dich und erst nach zwölf erfolglosen Monaten sprechen auch Ärzte von primärer Sterilität.

Was passiert in der Kinderwunschklinik?

Bevor Du einen Termin im Kinderwunschzentrum vereinbarst, fragst Du Dich sicherlich, was in einem solchen Zentrum passiert. Keine Angst, ein Besuch in der Kinderwunschklinik bedeutet nicht automatisch, dass dort eine künstliche Befruchtung stattfindet.

Das Erstgespräch in der Kinderwunschklinik

Bevor es zu einer Kinderwunschbehandlung kommt, findet in jeder Klinik ein Gespräch statt. Bei diesem Erstgespräch geht es darum, zuerst einmal herauszufinden, woran der unerfüllte Kinderwunsch liegen kann.

  • Die Ursachen verteilen sich dabei übrigens statistisch ziemlich gerecht auf: Bei 30% aller Paare ist ein Problem beim Mann für den unerfüllten Kinderwunsch ursächlich, bei weiteren 30% liegt die Ursache bei der Frau und bei den restlichen 40% haben beide Partner einen Anteil an den Ursachen.
  • Im Gespräch (oder auch vorab per Fragebogen) fragt der Arzt die wichtigsten Ursachen für die Sterilität ab und ordnet darauf fußend erste Untersuchungen kann. Dies können z.B. ein Spermiogramm (Untersuchung der Spermien), diverse Blutuntersuchungen oder Ultraschalluntersuchungen sein.

Apropos Spermiogramm: Eine Kinderwunschklinik untersucht immer den Mann und die Frau. Das ist der große Vorteil der Kinderwunschpraxis, denn sie kann so schnell den Grund des unerfüllten Kinderwunsches finden.

Welche Behandlungen finden in der Kinderwunschpraxis statt?  

Die Behandlung in der Kinderwunschpraxis hängt davon ab, was die Ursache dafür ist, dass Du bislang nicht schwanger geworden bist. Die Diagnose der Ärzte bestimmt dabei die Richtung der Behandlung. Die Ansätze reichen von einem einfachen Zyklusmonitoring, bei dem der Arzt die Eireifung und den Eisprung per Ultraschall überwacht, über das Verschreiben von Medikamenten aufgrund eines verschobenen Hormonhaushalts bis hin zur künstlichen Befruchtung.

In der Kinderwunschklinik finden folgende Behandlungen statt:

  • Hormonbehandlungen: Der Arzt versucht bei einer solchen Behandlung, die Eireifung zu unterstützen oder die Spermienqualität zu verbessern.
  • Inseminationen (IUI): Aufbereitung des Ejakulats und Einspritzen der aufbereiteten Spermien in die Gebärmutter (lies hier mehr zur Samenübertragung: So läuft eine Insemination ab)
  • In-Vitro-Fertilisation (IVF): Hormonbehandlung bei der Frau und Entnahme der Eizellen. Aufbereitung der Spermien und Zusammenführung von Eizellen und Spermien im Reagenzglas, um eine Befruchtung zu provozieren. Einspritzen von höchstens drei befruchteten Eizellen in die Gebärmutter. Hier kannst Du mehr zur IVF erfahren.
  • Intrazytoplasmatische Spermieninjektion: Verfahren der künstlichen Befruchtung, bei dem ebenso Eizellen und Spermien entnommen werden. Die Befruchtung der Eizelle übernimmt im Gegensatz zur IVF bei der ICSI der Biologe im Labor, denn er injiziert die einzelnen Spermien in die Eizellen.

Wie viel kostet eine Kinderwunschbehandlung?

Die Voruntersuchungen in der Kinderwunschklinik übernehmen die Krankenkassen. Dazu gehören Ultraschalluntersuchungen ebenso wie Untersuchungen des Blutes oder auch ein Spermiogramm.

Für die einzelnen Behandlungsmöglichkeiten fallen Kosten an, die ganz oder in Teilen von der privaten oder der gesetzlichen Krankenversicherung übernommen werden. Es gibt allerdings auch einige Fälle, in denen das Paar die Kosten selbst tragen muss. Mehr zu den Einzelheiten findest Du in diesem Artikel: Was kostet eine künstliche Befruchtung?

Was kann die Kinderwunschklinik, was der normale Frauenarzt nicht kann?

Vielleicht fragst Du Dich, ob Dein Gynäkologe Dir nicht auch weiterhelfen kann. Ganz klar, der Frauenarzt kann in vielen Fällen auch behandeln. Er sollte deshalb Dein erster Ansprechpartner sein, wenn Deine Zyklen sehr unregelmäßig oder ungewöhnlich lang sind.

Da in der Kinderwunschklinik allerdings immer beide Partner untersucht und gegebenenfalls behandelt werden, empfehle ich Paaren, die schon länger „üben“, den Weg in die Kinderwunschklinik. Dort sind die Ärzte auf die Fruchtbarkeit spezialisiert und immer auf dem neuesten Stand der Wissenschaft.

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