Kinderwunsch, Tabufragen

Wollt Ihr (noch mehr) Kinder? Warum solche Fragen tabu sind


Jeder Mensch hat seine ganz eigene Vorstellung von Familie. Der eine wünscht sich viele Kinder, der andere möchte nur ein Kind und der dritte will gar keins. Die Gründe dafür sind unterschiedlich und sollten vor allem eins sein: Privatsache. Trotzdem bekommen gerade Frauen häufig Fragen nach dem Kinderwunsch direkt und ungehemmt gestellt. Ein frecher Eingriff in die Privatsphäre, findet Babyartikel.de-Autorin Mareike, und gibt klare Verhaltensregeln aus.

Fragen nach dem Kinderwunsch: Vielleicht ist der Befragte ungewollt kinderlos

Nicht jeder kann es sich aussuchen, ob er ein Kind möchte. Selbst wenn der Kinderwunsch da ist, muss er sich nicht erfüllen. Möglicherweise ist die Frau körperlich nicht dazu fähig, Kinder zu bekommen – oder ihr Mann kann keine Kinder zeugen. Vielleicht hatte sie eine Fehlgeburt und die Angst ist groß, es wieder zu versuchen. Die Gründe sind vielfältig. Fragen nach dem Kinderwunsch können Wunden aufreißen. Deshalb ist es wichtig, dass man seine Neugier im Zaum hält. Man weiß schließlich nicht, wo die inneren Grenzen bei diesem sensiblen Thema sind.

Niemand muss sich für sein Familienmodell erklären

Selbst wenn ein Paar bereits ein Kind hat, braucht niemand zu wissen, ob es ein weiteres möchte. Vielleicht haben die beiden mit Jobs und Familie schon genug zu tun und brauchen auch Zeit für sich. Vielleicht haben sie Beziehungsprobleme und müssen erst einmal daran arbeiten. Oder sie kümmern sich um kranke Familienmitglieder und es bleibt keine Zeit für ein zweites Kind. Meist sind es triftige und nachvollziehbare Gründe, die dagegen sprechen. Aber niemand sollte sich dafür erklären oder rechtfertigen müssen.

Bei einer weniger engen Bekannten ist auch diese Variante denkbar: Dass sie nicht heterosexuell ist, sondern in einer gleichgeschlechtlichen Beziehung lebt und sich nicht outen möchte. Eventuell hat das Paar schon darüber nachgedacht, Kinder zu adoptieren. Doch das ist nicht immer einfach, kann lange dauern und belastend sein. So oder so: Auch hier ist die Frage unangemessen und bringt den Befragten in Erklärungsnot.

Nicht nerven, sondern erzählen lassen – wenn der andere das will

Ob man nur ein Kind hat oder keins: Wie man zum Thema Kinderkriegen steht, geht niemanden etwas an. Die Frage nach dem Kinderwunsch ist übergriffig und unverschämt. Wenn der andere über seinen (erneuten) Kinderwunsch sprechen möchte, wird es das früher oder später von selbst tun. Ganz ohne Nachfrage.

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