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5 Dinge, die Du für die ersten Stunden nach der Geburt wissen solltest

Im Krankenhaus-Alltag erlebe ich es immer wieder, dass mir nach der Geburt grundsätzlich die selben Fragen gestellt werden. Damit Du bestens vorbereitet an die Geburt und eben vor allem auch an die Stunden danach rangehen kannst, beantworte ich Dir im Folgenden die fünf meist gestellten Fragen.

1. Plazenta alias Mutterkuchen

Ich vergleiche den Prozess der Geburt ja bekanntlich gerne mit einem Marathon. Nachdem Du jetzt also die 42 Kilometer hinter Dich gelegt hast und erfolgreich über die Ziellinie gestolpert bist, kommt jetzt aber noch ein nicht ganz unwichtiger Teil. Das Abholen der Siegerurkunde. Im Falle der Geburt warten wir nun also auf die Geburt der Plazenta (Mutterkuchen). Die Hebamme wird in regelmäßigen Abständen mittels verschiedener Handgriffen, welche in der Regel für Dich nicht schmerzhaft sind, kontrollieren ob der Mutterkuchen sich bereits von deiner Gebärmutter gelöst hat und somit geboren werden kann. Dies kann wenige Minuten dauern, teilweise aber auch bis zu einer Stunde. In den meisten Krankenhäusern gehört es zum Standard, dass man Dir nach der Geburt Deines Kindes 3IE (internationale Einheiten) Oxytocin (Hormon) über Deinen, bereits liegenden, Zugang geben wird, um den Prozess des Ablösens zu beschleunigen.

Leider kann es immer mal wieder vorkommen, dass der Mutterkuchen sich nicht selbstständig von Deiner Gebärmutter löst. Wenn dies auch noch der Fall ist, nachdem die Hebamme verschiedene Hilfsmittel genutzt hat (Eisblase, Homöopathie, Akupunktur etc.) und bereits ein bis zwei Stunden nach Geburt vergangen sind, werden die Ärzte Dich wahrscheinlich aufklären, den Mutterkuchen manuell zu lösen. Dies wird in den meisten Fällen mittels einer kleinen Kurznarkose gemacht. Manche Kreißsaäle sind heutzutage so ausgestattet, dass dieser Eingriff, welcher vaginal erfolgt, im Kreißsaal durchgeführt werden kann. In anderen Krankenhäusern nutzt man dafür den normalen OP. Sprich am Besten einfach die diensthabende Kreißsaal-Hebamme oder den Arzt an um zu klären, wie es in Deinem Wahlkrankenhaus gehandhabt wird.

2. Zeit im Kreißsaal

Wenn Dein Baby geboren ist bleibst Du erst mal noch eine gewisse Zeit danach im Kreißsaal. Nach einer natürlichen Geburt in der Regel zwei Stunden und wenn Du Dein Baby per Kaiserschnitt geboren hast, dann ca. 4 Stunden. In dieser Zeit werden Du und Dein Baby einfach noch etwas engmaschiger kontrolliert. Dann können bereits erste aufkommende Fragen geklärt werden und wenn Du magst, kann die Hebamme Dir bereits beim ersten Stillversuch helfen. Ihr als Familie habt nun erst einmal Zeit in Ruhe anzukommen.

Die Hebamme wird jedoch immer wieder nach Euch schauen, Dir auf den Bauch tasten um Deine Gebärmutter zu erfühlen und zu schauen ob sie sich wie gewünscht zurückbildet. Auch Deine Blutung kontrollieren wir Hebammen in dieser Zeit regelmäßig. Gleichzeitig wird dein Baby beobachtet, ist es wach, schläfrig, wie sieht die Hautfarbe aus, wie ist der Gesamteindruck etc. Sollte Deine Hebamme in dieser Zeit nicht jeden Schritt genau erklären, so solltest Du bitte keine Hemmung haben alles gründlich zu hinterfragen.

3. Fruchtwasser spucken

Selbiges gilt auch für die ersten Stunden wenn Du auf die Station gebracht worden bist. Hier stehst Du zwar weiterhin unter ‘Beobachtung’ und es ist jederzeit ein Ansprechpartner (Hebamme, Krankenschwester, Ärzte etc.) für Dich da, jedoch bist Du bzw. Ihr jetzt erst einmal für Euch alleine auf dem Zimmer (evtl. mit einer Zimmernachbarin). Die Zeit solltest Du weiterhin intensiv nutzen um Dein Baby kennen zu lernen. Ich erlebe es im Klinikalltag nahezu täglich, das in dieser Anfangszeit viele frisch gebackene Mamis auf mich zu kommen, voller Angst und Sorge da ihr Baby am Spucken sei. Anfängliches Spucken ist in der Regel jedoch ganz normal. Während der Geburt schlucken viele Neugeborene noch mal ordentlich Fruchtwasser. Frisch auf der Welt angekommen kann dies’ dann zu leichter Übelkeit und Spucken führen.

Gerade für Dich, als Neumama, wird dies komisch und ungewohnt sein. Wichtig ist hier jedoch erst einmal ‘nur’, dass Du Dein Baby richtig lagerst. Meistens stehen die Wannen der Babybetten im Krankenhaus leicht schräg, dies soll einfach dazu dienen, dass Dein Baby, falls es spucken muss, sich nicht daran verschluckt und alles was raus muss auch problemlos raus kann. Wenn Du Dein Baby auf dem Arm hast ist es sinnvoll es aufrecht zu tragen oder sobald Du merkst das es eventuell spucken muss, Du es aufrecht nimmst und leicht über Deine Schulter legst. Mach’ Dir nicht zu große Sorgen und bleib’ mit Deinen Fragen nicht alleine. Du kannst jederzeit – trotz dieser hier genannten Tipps – das Personal auf der Station ansprechen und um Hilfe bitten – unbedingt sogar! 🙂

4. Die ersten 24 Stunden ohne Nahrung

Aber nicht nur die Spuckerei sorgt für aufkommende Fragen, sondern auch, dass manche Babys die ersten 24 Stunden nach Geburt ohne Nahrung klar kommen. Immer wieder kommen frisch gebackene Mamis auf mich zu, weil das Neugeborene nur am Schlafen ist. Du musst Dir vorstellen, dass die Geburt nicht nur für Dich enorm anstrengend und kräftezehrend war, sondern eben auch für Dein Baby. Das manche Babys nach der Geburt also erst einmal nur schlafen wollen ist in Hinblick hierauf ganz normal. Ein reifes, gesundes Neugeborenes wird sich bemerkbar machen, sobald es hunger bekommt. Solltest Du dennoch das Gefühl haben, dass etwas nicht stimmt oder es tauchen ‘einfach so’ Fragen auf, dann solltest Du auch hierbei zu keiner Zeit zurückhaltend mit offenen Fragen umgehen.

5. Körperkontakt

Und wenn Dein Baby in den ersten Stunden nach der Geburt unzufrieden erscheint und vielleicht sogar weint, so muss dies nicht zwingend direkt ein Zeichen von Hunger sein. Dein Baby hat direkt nach der Geburt ein enormes Bedürfnis nach Nähe. Du musst Dir vorstellen das es bis vor wenigen Minuten in Deinem geschützten Bauch war. Dort war es warm und dunkel und eben geschützt. Nun aber ist es ‘draußen’ wo es kalt, hell und erst einmal ungeschützt ist. Daher wundere Dich nicht, wenn Dein Baby im eigenen Bett unzufrieden wirkt. Dies ist in der Regel einfach ein ‘Schrei’ nach Mama und/oder Papa.

Nimm Dein Baby zu Dir. Solltest Du selbst von der Geburt jedoch so erschöpft sein, dass Du Dich erst einmal nicht in der Lage fühlen solltest Dein Baby zu halten, so sollten Papa/Oma etc. diese Aufgabe übernehmen. Bist Du zur Zeit alleine, so können die Hebammen und/oder Krankenschwestern Dir helfen und zeigen wie Du Dein Baby am Besten einpucken (in ein Tuch wickeln) kannst. Auch dies wirkt oftmals beruhigend für das Neugeborene.

Für die ersten Stunden nach Eurer Geburt wünsche ich Euch alles Liebe,

rosarot.babyblau

1 Kommentar

Antworten

  1. Guten Abend, ich habe mir Ihren ganzen Beitrag durchgelesen und muss ganz ehrlich sagen… Ich hätte mir gewünscht, wo ich meine Tochter bekam eine nette Frau im Krankenhaus gehabt zu haben. Leider war es nicht der fall. Das Personal war sehr genervt und echt unfreundlich. Meine Tochter hat sehr viel und oft gespuckt, wodurch mein Bettzeug oft gewechselt werden musste oder der Boden gesäubert werden musste. Ich wollte mein baby nicht aus den armen lassen, auch wenn das bett was sie bekam, Wärme abgeben sollte, weil sie sehr dünn und klein war ( 48 cm- 2470g ) .

    Sie hatte auch oft schluckauf und diese beiden dinge haben mich sehr beunruhigt. Da ich nicht gedacht hatte, das babys so oft spucken oder schluckauf bekommen könnten. Auf nachfrage deswegen, kam sehr prompt und sehr unfreundlich die antwort ” das ist ganz normal, sie haben wohl ja auch mal schluckauf gehabt”

    Seit dem würde ich nie wieder eine frage zu einem der im kh angestellten mehr stellen, da diese mich auch nicht gehen lassen wollten, wenn ich keine hebamme anstelle ( so was empfand ich als Nötigung, da ich keine haben wollte ) hätte ich nun jedoch keine genommen, und diese haben es sogar noch überprüft, ob wirklich eine nun zu mir kommt per telefonanruf bei dieser dame, hätten mein baby und ich das kh nicht verlassen dürfen.

    Leider gibt es nicht überall solch nette hebammen die sich über fragen und seien diese 1000 mal schon gefragt worden, erfreut.

    Liebe Grüße,

    Carmen

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