Der erste Geburtstag vom zweiten Kind


Schon Tage vor dem ersten Geburtstag des Buben löcherte mich das Mädchen aufgeregt, ob es eine Feier geben wird, wer kommt, ob wir schmücken und welche Geschenke der Kleine denn bekommt. Puh!

Eigentlich hätte ich seinen ersten Geburtstag gerne wie ihren ersten Geburtstag gefeiert, nämlich ohne Geschenke, Kuchen und großem Tamtam. Das Mädchen hatte an einem Sonntag Geburtstag und wir unternahmen damals einen gemütlichen Familientagesausflug zu dritt, statt uns mit der Verwandtschaft zu einem Kaffeekränzchen zu treffen. Ich glaube für die Kleinen spielt es keine große Rolle was passiert, denn was Geburtstag genau bedeutet, wissen sie ja noch nicht. Für mich als Mutter war es jedoch entspannter in Ruhe einen schönen Tag mit ihr zu genießen, als lauter Erwachsene zu bewirten und deshalb keine Zeit für sie zu haben.

Das Mädchen (4,5 Jahre) hat jedoch im Gegensatz zu ihrem Bruder eine sehr konkrete Vorstellung von Geburtstagen und wenn es keine Torte und Geschenke für den Kleinen gibt, ist die Enttäuschung vorprogrammiert. Und so plante ich kleine Geburtstagshighlights für die Große, von denen auch der Bub etwas hatte.

Passende Deko

Zum allerersten Mal überhaupt dekorierte ich unsere Wohnung (den Bereich über dem Esstisch) für einen Geburtstag – mit Girlanden, Luftballons und Luftschlangen. Ich habe das bislang noch nie gemacht. Voll die Rabenmama, oder?

Dieses Mal suchte ich mit dem Mädchen gemeinsam die Deko im Laden aus, aber ich schmückte alleine. Nämlich als die beiden schon tief und fest schliefen – am Abend vor dem Geburtstag.

Früh am Morgen stürmte die Tochter dann auch schnurstracks hinunter, um zu prüfen ob es nach einem „richtigen“ Geburtstag ausschaut. Als sie mit zufriedener Miene zurück ins Bett gekrochen kam, setzte ich gedanklich ein grünes Häkchen hinter dieses Geburtstagsdetail. Der Bub nahm die Veränderung zwar wahr und zeigte mit seinem kleinen Zeigefinger zur Decke, während seine Schnute ein putziges „Oh!“ formte, aber dabei blieb es dann auch. Für ihn ist Zimmerschmuck wie erwartet noch nicht von Interesse.

Leckeres Frühstück

Was ihm dagegen sehr gefiel, war das ungewöhnliche Frühstück, mit dem wir in den Tag starteten. Ich buk Pancakes, die ich mit Bananenscheiben belegte und selbstgemachtem Himbeer-Joghurt-Sorbet servierte. Der Bub mampfte genüsslich mit, aber auch wir schlugen uns den Bauch mit diesen wirklich leckeren kleinen Teigdingern voll. Das Rezept folgt in Kürze, versprochen!

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Das Geschenk

Nach dem Frühstück zeigten wir dem Bub sein Geschenk: Eine große Holzeisenbahn mit drei Anhängern, die ich auf einem Trödelmarkt für kleines Geld ergatterte. Gemeinsam mit seiner Schwester begann er sofort Bauklötze und Tiere in die Wagen zu legen. Auch wenn ihm die Bedeutung dieser Eisenbahn (als sein Geschenk) nicht klar sein wird, zeigte er Neugier und Entdeckerfreude. Immerhin :)

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Ruhe vor dem Sturm

Das Mädchen schickte ich an diesem Montag wie sonst auch in den Kindergarten, allerdings kümmerte ich mich in dieser „schwesterfreien“ Zeit ausschließlich um den Bub und ließ den Haushalt und sonstige Pflichten außer Acht. Zuerst spielten wir noch mit der Bahn, dann nahmen wir ein ausgiebiges Bad und nach dem Mittagessen kuschelten wir uns gemeinsam ins Bett. Er genoss diese extra Portion Aufmerksamkeit und ich seine Nähe.

Große Party

Nach dem Mittagsschläfchen stieg dann die „große Party“, wobei es eher ein gemütlicher Spielenachmittag war, als eine richtige Fete.

Seine Patentante besuchte uns mit ihrer Tochter (wie jeden Montag) und brachte dem Bub seinen eigenen kleinen Geburtstagskuchen mit. Ein echtes Highlight!

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Beim Kerze-Auspusten benötigte er zwar Hilfe, aber nicht beim Futtern. Wie ein Profi griff er beherzt mit beiden Händen zu :)

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Danach spielten wir gemeinsam bis zum Abend und der Fokus lag auch am Nachmittag noch auf der Eisenbahn. Allerdings spielten die drei Knirpse nicht nur so friedlich wie auf dem Foto, denn selbst an seinem Geburtstag – an seinem großen Tag – wurde der kleine Kerl wie auch sonst von seiner Schwester und ihrer Freundin geärgert. Echt ärgerlich!

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Geschwister-Eifersüchteleien

Dass sie den Kleinen selbst an seinem Ehrentag so in die Mangel nahmen und das Mädchen zudem ununterbrochen meckerte, weil sie kein Geburtstagsgeschenk bekam, vermieste mir zum Ende hin ein wenig meine Stimmung.

Einerseits konnte ich sie verstehen, denn für sie ist es ungewohnt, dass er plötzlich im Mittelpunkt steht und sie weniger Aufmerksamkeit bekommt. Außerdem überhäufen Oma und Opa sie regelmäßig (auch ohne besonderen Anlass) mit Geschenken, so dass sie in bestimmten Situationen mittlerweile eine klare Erwartungshaltung mitbringt und fordernd die Hand aufhält. Andererseits will ich diesem Konsumwahn der Großeltern nicht folgen und ich will erst Recht nicht an Geburtstagen jedes Familienmitglied beschenken. Das halte ich für unnötig und übertrieben.

Den Mädels gab ich dann ein paar Süßigkeiten (pinkfarben verpackte Prinzessin Schokolade, die der Kleine noch nicht essen darf) und so fühlten sie sich letztendlich auch besonders. Und hier wird weiterhin nur bejubelt und geehrt, wer Geburtstag hat – der Rest der Familie darf aber natürlich fröhlich mitfeiern.

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