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Gender Disappointment – wenn Dein Baby das “falsche” Geschlecht hat


Heute möchte ich mich einem heiklen Thema widmen, das im realen Leben oft totgeschwiegen wird. Die Tatsache, dass in diversen Mamiforen unter dem Schutz der Anonymität des Internets zunehmend häufig darüber diskutiert wird, legt aber die Vermutung nah, dass es – gerade unter Müttern – durchaus ein Thema ist. Es geht um die Enttäuschung über das Babygeschlecht, neudeutsch Gender Disappointment genannt.

Was genau bedeutet Gender Disappointment? Welche langfristigen Probleme können im schlimmsten Fall die Folge sein? Und wo bekommst Du als Betroffene Hilfe?

Was ist “Gender Disappointment”?

Wörtlich übersetzt heißt es nichts anderes als “Geschlechtsenttäuschung”. Gemeint ist die Enttäuschung der Eltern oder eines Elternteils bei Verkündigung des Babygeschlechts.

Nun muss möchte ich in diesem Beitrag ganz klar zwischen einem kleinen Stich der Enttäuschung und Gender Disappointment unterscheiden.

Fast jedes Elternpaar hat ein Wunschgeschlecht

Ich denke, nahezu jedes Elternpaar hat ein bestimmtes Wunschgeschlecht. Manchmal auch nicht unbedingt das gleiche ;-)

Oder Du als werdende Mutter hast vielleicht schon recht lange ein bestimmtes Gefühl, was das Geschlecht Eures zukünftigen Familienmitglieds angeht. Und natürlich kann es im dem Moment, wo der Frauenarzt Dir beim Ultraschall zum anderen Geschlecht gratuliert, erst einmal ein kleiner Dämpfer sein, einfach, weil Du mit etwas anderem gerechnet hast.

Diese kurze Enttäuschung ist mit der Bezeichnung Gender Disapointment meiner Definition nach nicht gemeint.

Wenn die Enttäuschung über das Baby-Geschlecht alles überschattet

Vielmehr geht es bei Gender Disappointment darum, dass das Wissen um das Babygeschlecht Dich oder auch Deinen Partner in eine derart große Krise stürzt, dass die Freude über die Schwangerschaft und auf das Kind komplett ausgeknipst wird.

Plötzlich ist da NUR NOCH Enttäuschung und nichts anderes mehr.

Welche Folgen kann Gender Disappointment haben?

Die Folgen dieser tiefen Enttäuschung können sehr gravierend sein. Und machen einmal mehr deutlich, dass es sich nicht um eine Spinnerei oder ein Phänomen handelt, dass man einfach aussitzen oder ignorieren kann.

In Fachzeitschriften wie dem Ärzteblatt oder auch der Hebammenzeitung habe ich zwar nicht viel über dieses Thema gefunden. Ich habe in meiner Arbeit als Hebamme aber bereits mit dieser Problematik zu tun gehabt und kann aus dem eigenen Erfahrungsschatz berichten.

Abtreibungen wegen Gender Disappointment sollen per Gesetz vermieden werden

Zunächst einmal muss man natürlich unterschiedliche Ausprägungen und Abstufungen von Gender Disappointment erwähnen. Aber- und das zeigt in meinen Augen recht deutlich, wie groß die Verzweiflung der Mütter oder Paare sein kann. Ich wurde tatsächlich einmal hinter vorgehaltener Hand gefragt, was es für Möglichkeiten gäbe, die Schwangerschaft abzubrechen.

Im Übrigen ist das auch der Grund, warum in Deutschland der Frauenarzt das Geschlecht des Babys vor Abschluss der 14. Schwangerschaftswoche (12 Wochen nach Empfängnis) nicht mitteilen darf. So schreibt es das Gendiagnostik-Gesetz vor. Der Grund dafür ist so einfach wie traurig. Man befürchtet Abtreibungen aufgrund des “falschen” Babygeschlechts, die bis zur 12. Schwangerschaftswoche problemlos möglich wären.

Heutzutage gibt es nicht-invasive Bluttests auf Chromosomenanaomalien, wie den Praena– oder Harmony-Test, mit deren Hilfe das Baby-Geschlecht schon in der 11. oder 12. Schwangerschaftswoche festgestellt werden kann. Verraten darf es Dein Arzt aber zu diesem Zeitpunkt auch in diesem Fall noch nicht.

Langer bzw. verzögerter Geburtsverlauf wegen Enttäuschung über Baby-Geschlecht

Dieses Phänomen habe ich in der Klinik tatsächlich des Öfteren erlebt. In einem bestimmten Fall war es so, dass das Paar bereits vier Kinder eines Geschlechts hatte und auch das fünfte Kind eben dieses Geschlecht hatte. Die Frau wollte keine weiteren Kinder, der Mann so lange weitermachen, bis das andere Geschlecht “herauskommt”. Es war eine sehr lange, zögerliche und schmerzhafte Geburt, weil die Frau das Kind nicht loslassen konnte.

Es ist inzwischen ja hinreichend bekannt, dass die Psyche unter der Geburt eine sehr wichtige Rolle spielt. Und wenn die sich sperren, zieht der Körper nach- auch unbewußt.

Stillschwierigkeiten wegen “falschem” Geschlecht des Babys

Ein relativ häufiges Problem, wenn Du Dein eigenes Kind unbewußt ablehnst, sind Probleme beim Anlegen oder auch in der Milchbildung. Häufig sind diese psychisch oder hormonell bedingt.

Gestörte Bindung durch Gender Disappointment

Ganz klar, wenn die Enttäuschung so groß war, dass Du Dir einen Abbruch der Schwangerschaft gewünscht hast, geht das nicht einfach so weg. Und Du wirst vielleicht merken, dass es Dir schwer fällt, Dein Kind anzunehmen.

Gender Disappointment kann Wochenbettdepression verursachen

Bei Frauen, die wirklich in der Schwangerschaft den Wunsch verspüren, Ihr Kind würde am Besten gar nicht erst geboren werden, ist die Gefahr einer Wochenbettdepression oder gar Wochenbettspsychose deutlich erhöht. Denn natürlich bleibt man immer ein Mensch und Mütter sind bekannt dafür, sich eh immer schuldig zu fühlen.

Das (Nicht-) Gefühl dem eigenen Kind gegenüber stürzt viele Frauen in eine Krise, aus der sie im schlimmsten Fall auch nicht alleine heraus kommen. Denn die meisten Mamas wünschen sich ja durchaus, dass es anders wäre, aber sie können an ihrem Gefühl eben nichts ändern.

Lies hier, woran Du eine Wochenbettdepression erkennst.

Was Dir bei Gender Disappointment helfen kann

Du merkst, dass die Enttäuschung über das Geschlecht nicht von der Freude auf das Baby überlagert wird? Sondern scheinbar alle positiven Gefühle dem Kind gegenüber unter sich begräbt? Dann ist es wichtig, dass Du Dir das selber eingestehst.

Damit ist bereis ein großer Schritt in die richtige Richtung getan.

Denn diese Einsicht ermöglicht Dir als Mama oder Euch als Paar, weitere Schritte zu gehen.

Vertraue Dich einer Bezugsperson an

An allererster Stelle solltest Du natürlich Deinen Partner ins Boot holen. Wichtig ist dabei aber, dass Du Deine Gefühle konkret benennst.

Also nicht: “Ich hätte schon lieber ein Mädchen gehabt”, wenn Du eigentlich meinst: “Ich habe Angst, dass ich diesen Jungen, den wir bekommen nicht lieben kann, weil er ein Junge ist”. Sonst kann es nämlich natürlich sein, dass Dein Partner den Leidensdruck, den Du verspürst nicht in voller Konsequenz nachvollziehen – und dann eben auch nicht angemessen reagieren kann. Deshalb ist es wichtig, es auszusprechen, auch wenn das schwer und schmerzhaft ist.

Hol Dir professionelle Hilfe bei Gender Disappointment

Wie bereits zu Anfang erwähnt – Gender Disappointment ist keine Randerscheinung – es spricht nur einfach kaum jemand darüber.

Aber es GIBT Hilfe und Du stehst mit Deinen Ängsten und Sorgen nicht alleine da.

Wenn Du ein Verttrauensverhältnis zu Deinem Frauenarzt oder Deiner Hebamme hast, können die Deine ersten Ansprechpartner sein. Wenn Ihr dann gemeinsam feststellt, dass der innere Konflikt größer ist und Du mehr Unterstützung brauchst, können sie Dir weitere Ansprechpartner vermitteln.

Das kann in einem Fall eine ganz klassische Therapeutin sein, eventuell aber auch eine Hebamme, die sich auf Ängste und Probleme rund um Schwangerschaft und Geburt spezialisiert hat und auch Konfliktberatung anbietet (EEH Emotionelle Erste Hilfe).

Gender Disappointment: Zerfleische Dich nicht selber

Die Tatsache, dass Du Dir Hilfe holst zeigt doch gerade, DASS Du eine verantwortungsvolle und gute Mama bist. Es gibt keinen Grund, sich zu schämen und den Kopf in den Sand zu stecken. Du kannst und wirst Dich in Dein Kind verlieben, nur eben mit ein wenig Unterstützung und ein bisschen mehr Anlauf und Hilfestellung. Also versteck Dich nicht, denn Du bist nicht allein!

Hast Du Erfahrungen mit Enttäuschung über das Baby Geschlecht gemacht – und war Dir Gender Disappointment ein Begriff? Wir sind gespannt auf Deinen Kommentar!

15 Kommentare zu “Gender Disappointment – wenn Dein Baby das “falsche” Geschlecht hat

  1. Ich bekomme einen Jungen von einem Mann, der von Anfang an auf eine Abtreibung gedrängt hat. Das hat so schwere Konflikte verursacht, dass wir unterdessen getrennt sind. Vor über einer Woche erfuhr ich das Geschlecht in der 19 ssw. Für mich ist eine Welt zusammebgebrochen. Liege seither im Bett und weine. Zuvor hatte ich mich mit dem Gedanken über Wasser gehalten, dass wenn schon alles in die Brüche geht und ich allein mit allem bin, dann soll es doch wenigstens ein Mädchen werden. Zwischendurch rappel ich mich immer mal wieder auf und versuche, mich an den Gedanken zu gewöhnen, einen Jungen zu bekommen. Dann plötzlich ist alles wieder schwarz und ich fühle nur noch Ablehnung diesem unschuldigen Wesen gegenüber und wünsche mir sogar, dass sein Herz aufhört zu schlagen.
    Wenn ich diese Zeilen schreibe, merke ich, wie grausam meine Gedanken sind. SIE MÜSSEN JEDOCH RAUS
    Anders kann ich meine zusätzliche Enttäuschung in dieser sowieso schon furchtbaren Situation mit meinem Ex-Partner einfach nicht verarbeiten. In wenigen Wochen beginne ich eine ambulante Therapie, die ich dringend benötige, um einerseits die vergangenen Monate verarbeiten zu können und zum anderen, um das Kind irgendwie annehmen und lieben zu lernen. Es spricht mir aus der Seele, wenn Frauen in verschiedenen Foren berichten, dass sie mit dem Jungen-outing nicht umgehen können. Furchtbar finde ich dann die meisten darauffolgenden Kommentare von Frauen, die ihre Urteile fällen – nur, weil sie nicht nachempfinden können, was man fühlt.
    Ich hoffe, hier wird es anders sein.

  2. Claudia,ich kann dich verstehen.
    Ich bin auch sehr enttäuscht.
    Ich bekomme jetzt den dritten Jungen und beim vorletzten Ultraschall hieß es,es soll ein Mädchen werden und beim letzten Mal dann eindeutig ein Junge.
    Ich hab mir immer ein Mädchen gewünscht und nun,mit dem definitiv letzten Kind,ist dieser Traum endgültig gestorben.
    Ich hab auch Schwierigkeiten das so anzunehmen,aber ich weiß auch,dass ich dieses kleine Wesen nach der Geburt genauso sehr lieben werde,wie es bei einem Mädchen getan hätte.
    Und Jungs sind tolle Geschöpfe.
    Sehr Mutterbezogen,nicht so zickig und ich denke auch einfacher zu Händeln.
    Klar,e ist oft laut,sie messen häufig ihre Kräfte und spielen ständig Sachen mit Kämpfen,oder Spiele bei dem einer der Boss ist.
    Aber sie sind sehr liebevoll und als Mama bist du ihr ein und alles.

  3. Mir hilft es sehr das alles zu lesen.
    Habe heute erfahren, dass mein erstes und geplant auch einziges Kind nun wirklich ein Junge werden soll. Schon als vor 4 Wochen der Verdacht geäußert wurde, habe ich tagelang geweint. Ein Junge!! Was soll ich mit dem anfangen, kann ich ihn so lieben wie ich sollte?
    Nun liege ich neben meinem schlafenden Mann, der mich großartig unterstützt und meine Trauer ernst nimmt und weine heimlich. “Hauptsache gesund” ich kann es nicht mehr hören. Das steht doch außer Frage und hat mit meinen jetzigen Gefühlen und dem starken Wunsch nach einem Mädchen, für das ich mein Spielzeug aufgehoben habe, mit dem ich basteln, in Glitzer baden und mit dem ich so eine Mutter Tochter
    Beziehung wie mit meiner Mama haben will, gar nichts zutun. Ich Weine heimlich, lächle und sage “klar Hauptsache gesund”…. Ein 2. Kind kommt jetzt erst recht nicht mehr in Frage, was ist, wenn das auch ein Junge wird.

    Aber ich weiß tief in mir drin, ich werde ihn lieben und er mich und es soll wohl mein Weg sein… unser Weg

  4. Liebe Lilo,
    ich habe Deinen Beitrag gelesen und direkt zu weinen angefangen.

    Uns hat der Frühdiagnostiker vor vier Tagen gesagt, er “wisse was es ist” und hat uns im Brustton der Überzeugung ein Mädchen prophezeit.
    Ich bin vor Glück fast geplatzt – mein Lebenstraum wird wahr – aber nur kurz. Dann kam die Eröffnung, dass es Auffälligkeiten beim Ultraschall gegeben hatte und gegeben hatte und er uns zum DNA Test raten würde. Er glaube aber nicht, dass es wirklich ein Problem gäbe.
    Natürlich haben wir dem Test zugestimmt, wenig beunruhigt zu Glück, denn der Arzt betonte immer wieder, er glaube nicht an ein Problem.
    Ich verbrachte die Tage mit surfen nach Mädchenkleidung und Mädchenzimmer-Accessoires und wartete auf den erlösenden Anruf.
    Gestern kam er. Es ist alles in Ordnung. Glücksgefühl pur. Aber er habe dich “wohl verguckt. Es ist ein Junge.”
    Ich habe dreimal nachgefragt. Ich konnte es nicht fassen.
    Kaum war das Gespräch beendet, habe ich angefangen zu weinen und konnte nicht mehr aufhören. Ich habe seit gestern nicht geschlafen, konnte nicht essen und bin völlig verquollen von dieser nicht enden wollenden Tränenflut.
    Das Schlimmste sind die Schuldgefühle. Dieser arme kleine Junge in meinem Bauch!
    Ich schäme mich so.
    Aber meine Gefühle überrollen mich einfach – immer und immer wieder.
    Es ist auch mein erstes und ziemlich sicher letztes Kind.
    Mein Mann hat schon drei Söhne aus erster Ehe mitgebracht, die nicht gerade wohl geraten sind.
    Die ganze Familie besteht irgendwie nur aus Männern.
    Ich habe mich so sehr nach “Verstärkung” gesehnt, habe wie Du mein Puppenhaus und Spielsachen aufgehoben und mich drei Tage lang gefreut, meine geliebten Mädchenbücher vorlesen und weitergeben zu können….
    Für ein weiteres Kind bin ich definitiv zu alt. Es war auch nicht so einfach, dieses “herbeizulocken”.
    Und bis vor vier Tagen habe ich mit allem gerechnet und war offen für alle Möglichkeiten offen – auch wenn ich sehr auf ein Mädchen gehofft habe.
    Dann….durfte ich drei Tage lang “Mädchenmami” sein. Wenn auch mit minimal angezogenen Handbremse wegen der ausstehenden Diagnose.
    Und nun?
    Es ist, als habe man mir mein Mädchen, das ich schon hatte, meinen Lebenstraum, wieder weggenommen….
    Mein Verstand weiß, dass dieses Mädchen nie da war, aber mein Herz versteht es einfach nicht.
    Und ich bin so entsetzt über mich selbst.
    Doch da ist eine so große – überdimensionale – Trauer, dass ich momentan nicht weiß, wie ich sie in den Griff bekommen soll….
    Und ich habe furchtbare Angst, dass ich es nicht schaffen könnte.
    Was, wenn ich diesen kleinen Jungen nicht so lieben werde, wie er es verdient? Was, wenn er, jetzt schon, in meinem Bauch, merkt, wie unglücklich ich gerade über ihn bin? Wie soll ich ihm jemals eine gute Mutter sein?
    Ich will, will, will es wirklich!
    Aber während ich Dir dies schreibe, weine und weine und weine ich ununterbrochen und bin so entsetzlich untröstlich.

    Eigentlich wollte ich Dir nur für Deine Zeilen danken.
    Ich habe mich so einsam und verlassen mit all diesen schrecklichen Gedanken gefühlt.
    Danke Dir, dass ich erfahren durfte, dass ich nicht allein bin.

    1. Es geht mir besser.
      Die erste Trauer ist überwunden, das Gefühl des Verlusts weicht einer Form von Akzeptanz.
      Die glühende Freude von zuvor ist (noch) verschwunden, aber ich kann wieder Lust auf’s Mami-sein verspüren.
      Seiten wie diese haben mir sehr dabei geholfen.
      Ich habe versucht, die Gründe für diese tiefe Enttäuschung zu analysieren und bin dabei tief meine Glaubenssätze eingedrungen.
      Einiges fühlt sich nun leichter an.
      Besonders geholfen hat mir der Beitrag einer Userin auf einer anderen Seite.
      Sie schrieb, ihre Großmutter habe zu sagen gepflegt, “man bekomme nicht das, was man sich wünsche, sondern das, was man brauche”.
      Das deckt sich eigentlich mit meiner innersten Überzeugung vom Leben und die Besinnung darauf, hilft mir gerade sehr.

      Ich wünsche Euch allen einen ähnlichen Lichtstrahl am Horizont!
      Alles Liebe!

  5. Wir haben heute eine Tendenz zum Mädchen bekommen (die Nub Theorie unterstützt das). Während mein Mann Luftsprünge macht, habe ich mich mit dem Gedanken noch nicht wirklich angefreundet. Viel lieber wäre ich eine Jungsmama. Kann mit Märdchenkram nicht wirklich etwas anfangen und etwas hilflos diesen Dingen gegenüber, denen ich selbst nie etwas abgewinnen konnte. Ich hoffe, dass ich dieses Wesen lieben werde, und nach 3 FG bin ich auch einfach froh schwanger zu sein, aber wie gesagt schwingt sehr stark die Enttäuschung mit.

  6. Ich habe einen Sohn den ich über alles liebe und alles war perfekt. Und wir wünschten uns ein zweites Kind. Es hat super schnell geklappt und ich war schwanger. Dann kam der Arztbesuch bei dem ich erfuhr, dass es diesmal ein Mädchen wird. Alle sagten perfekt, großer Bruder, kleine Schwester, super. Aber bei mir blieb die Freude aus. Nix war perfekt für mich. Die Schwangerschaft war anders, keine richtige Vorfreude, keine völlige Erleichterung nach jedem Arztbesuch, dass alles bestens ist. Ich merkte, dass mir ein zweiter Junge sehr viel lieber gewesen wäre. Und leider hat sich das bis heute nicht gelegt. Meine Tochter ist geboren und ich bin immernoch enttäuscht keinen zweiten Sohn zu haben und eine reine Jungsmama zu sein! Ich hoffe sehr ich schaffe es meine Tochter bald richtig anzunehmen.

  7. Ich lese eure Kommentare und bin nur noch am Heulen. Die Tränen „spritzen“ grad regelrecht aus mir raus und ich merke WIE stark belastet ich bin. Ich bin 40 Jahre alt und zum 5. Mal und ungewollt schwanger. Ich weiß noch nicht was ich bekomme, da ich aber bei meinen Töchtern immer durchgehend bis zur Geburt (inklusive KH Aufenthalte) gebrochen hab und bei meinen Söhnen nur ein paar Wochen lang und nur morgens, denke ich, dass es nun wieder ein Junge wird, denn auch diesmal ist der Spuck seit der 13. SSW vorbei. Als ich gemerkt hab dass ich schwanger bin war ich schon unglücklich genug; ich musste meinen Job, den ich liebe, vorläufig ad arkta legen, konnte mich wegen der anfänglichen Übelkeit wochenlang kaum um meinen jüngsten Sohn (4) kümmern und heulte mir die Nächte um die Ohren mit dem Gefühl, nun nicht mal „in Ruhe“ alt werden zu dürfen… Irgendwann erinnerte ich mich, wie ich mir schon bei meinem Vierjährigen noch ein kleines Mädchen zum Abschluss gewunschen hatte und dann, naja, wurde er ein Junge – den ich über alles liebe und vergöttere! Das kleine Mädchen, von dem ich einst geträumt hab, schien mir so eine Art „Halt“ zu werden, wenn ich mich an diesen Gedanken klammerte, bekam ich das Gefühl, diese letzte Schwangerschaft doch noch irgendwie durchzustehen… Und nun habe ich das Gefühl, beim Outing „Junge“, dass mir der Boden unter den Füßen weggerissen werden wird, dass ich es vielleicht doch nicht überstehe. Ein Mädchen wäre wie die Kirsche auf der Sahnehaube, ein Geschenk, für das die Kraft zu kämpfen ich mir vorstellen kann, nochmals aufzubringen. Bei einem Jungen fühlt es sich an, einfach alles, das ich schon geschafft habe nach vier Kindern (ich hatte nie Familie im Hintergrund und mein Mann ist auch nicht so der Kinder-Typ) von vorne beginnen zu müssen. Gleichzeitig fühle ich mich furchtbar, zu „blöd“ zu sein zum Verhüten und dann auch noch Ansprüche zu stellen und auch in meinem
    Alter nicht einfach dankbar zu sein für ein weiteres gesundes Kind. Ein Mädchen aber empfände ich als Ergänzung, als Draufgabe, einen Jungen als jemand, der meinen andern vier Kindern die Mama wegnimmt… Was ist nur los mit mir? Ich kann mich selbst nicht leiden und gleichzeitig nicht raus aus meiner Haut….. danke, dass ich das loswerden durfte….. :(

  8. Ich fühle so mit Euch! Ich habe bereits zwei wunderbare Töchter die ich über alles Liebe, aber es ist so eine schreckliche tiefe Sehnsucht in mir nach einem Jungen. Ich war bei der ersten SS neutral gestimmt. Bei der zweiten SS bzw nach dem Outing ist für mich auch eine Welt zusammengebrochen…allerdings war für mich immer klar, ich werde dieses Kind genauso sehr lieben. So ist es auch zum Glück gekommen. Eine dritte Schwangerschaft ist nicht ausgeschlossen, aber ich habe diesmal so sehr Angst, wieder ein Mädchen zu bekommen. Es raubt mir nächtelang den Schlaf, dabei bin ich nicht mal schwanger und will es aktuell auch noch nicht werden. Jetzt habe ich sogar angefangen auf Freundinnen “eifersüchtig” zu sein, die einen Jungen erwarten. Eine meiner besten Freundinnen hat gestern erfahren es wird ein Junge…ich habe die ganze Nacht geweint und der Gedanke daran, dass ich das nie haben werde lässt mich seitdem nicht mehr los. Da fühlt man sich fast schon krank. Es ist beruhigend zu wissen, dass man mit seinen Sorgen nicht alleine ist und ernstgenommen wird. Bei den meisten wird man sofort verurteilt bzw. traut man sich gar nicht das Thema weiter zu besprechen, da man schon schief angeschaut wird, wenn man es nur sagt…ich wünsche Euch allen das Beste und viel Kraft!

  9. ich habe mir schon immer ein Mädchen gewünscht wenn ich doch mal kinder haben möchte.wollte nie welche!!

    Dann würde ich ungewollt Schwanger und hätte eine Fehlgeburt seit dem war der Kinderwunsch da.

    Doch danach wieder eine Fehlgeburt wir gaben auf und 9 Monate später war ich schwanger ich hoffte so sehr auf ein Mädchen obwohl ich vom Jungen geträumt habe und es auch spürte.
    ja es wurde ein Junge und ja ich weinte nach dem outing.

    Als er auf der Welt war war dies verflogen und ich klammerte mich an eine 2 te Schwangerschaft und das ersehnte Mädchen doch auch da wieder 1x fehlgeburt und 1x eileiter ss.

    dann würde ich schwanger….

    in der 15ssw erhielt ich zu 100^Mädchen und i h könne shoppen gehen dies tat ich und war so glücklich dich schon in der 19 ssw aufeinmal mh könnte doch ein junge sein diese Ungewissheit mit hin und her ging bis zur 26ssw wo man dann eindeutig etwas zwischen den Beinen sieht wieder ein junge.

    Niemand versteht meine Trauer mein Partner macht mich fertig ich weiss das es die letzte Schwangerschaft ist ich hoffe immer die Ärzte haben vlt. doch nicht richtig gesehen da ich von einem Mädchen geträumt habe obwohl ich selber weiss es ist so eindeutig.

    alle in meinem Umfeld bekommen genau das Geschlecht wie sie es sich wünschen nur bei mir klappt es wieder nicht ich beneide meine Freunde so mit Mädchen.

    bekomme nur zu hören soll froh sein überhaupt noch ein Kind zu bekommen bei der Vorgeschichte.
    Ich weiss für meinen Sohn wird es toll da sie auch nur 2 Jahre auseinander sind.

  10. Es ist so erleichternd alle diese Kommentare zu lesen und zu sehen, dass man mit seiner Enttäuschung und seinen Schuldgefühlen nicht alleine ist.
    Ich bin in der 15 SSW in meiner dritten Schwangerschaft und hatte gestern einen Ultraschall beim Arzt. Er musste das Geschlecht gar nicht benennen, nach zwei Jungs war mir selbst beim ersten Blick klar, dass es auch diesmal wieder einer sein würde,
    Ich hatte so Angst vor diesem Moment, dass ich überlegt hatte, mir diesmal eigentlich gar nichts zum Geschlecht sagen zu lassen. Meine Enttäuschung ist grenzenlos. Schon bei meinen beiden ersten Söhnen habe ich auf ein Mädchen gehofft. Jedes Mal war es eine kurze Enttäuschung und heute liebe ich sie über alles. Und beinahe glaube ich daran, dass es dieses Mal genauso sein wird. Aber gerade kann ich nur weinen. Das soll definitiv unser letztes Kind sein und den Traum von einer Tochter endgültig aufgeben zu müssen, erscheint gerade so furchtbar, dass alle Vorfreude verblasst. Ich möchte am liebsten vergessen, dass ich schwanger bin.

    1. Ich kann dich so gut verstehen. Bin zum 3. Mal schwanger. 2 liebevolle süße Jungs gibt es hier schon. Seit ich 11 bin möchte ich gern ein Mädchen. Bei Sohn 1 habe ich viel geweint als ich wusste was es wird. Bei Sohn 2 wars okay weil ich wusste dass es noch einen Versuch geben wird. Dieser hier ist der letzte und in 3-4 Wochen werde ich erfahren was es ist. Meine beste Freundin hat heut erfahren dass sie ein Mädel bekommen wird. Ich bin jetzt schon am weinen aus Angst vor meinen Gerühlen. Die dritte Schwangerschaft fühlt sich genauso an wie die anderen beiden.

  11. Es tut so gut all diese Kommentare zu lesen und zu wissen, dass man nicht alleine so fühlt.
    Ich habe mich immer als Mädchenmama gesehen, da ich mit vielen typischen JungSachen nicht wirklich etwas anfangen kann.
    Als meiner 1. Sohn sich geoutet hatte, war ich schon wahnsinnig enttäuscht, dachte dann aber schnell, dass es dann eben in der nächsten Schwangerschaft klappen würde. Auch wenn ich immer zuerst ein Mädchen wollte, um es sozusagen sicher zu haben.
    Ich liebe meinen Sohn natürlich wie verrückt, er ist auch bis jetzt (3J) nicht so ein Rabauke, sondern eher sehr emphatisch wenn auch temperamentvoll.
    Nun bin ich zum 2. Mal schwanger und hatte es gleich im Gefühl wieder ein Junge. Am Montag bei der Nackenfaltenmessung hat die Ärztin geäußert, dass es so aussieht als läge ich richtig. Seitdem bin ich am Boden zerstört, kann mich nicht mehr freuen, weine andauernd um die Tochter, die ich nie haben werde und schäme mich so dafür.
    Und das, obwohl ich vor jedem Kind 1 FG hatte. Beim letzten Mal war ich mir so sicher, dass es ein Mädchen wird und umso mehr schmerzt die FG.
    Mein Mann kann es nicht mehr hören und versteht mich nicht. Einige sagen ich soll abwarten, aber ich will mir da keine weiteren Hoffnungen machen.
    Ich sollte jubeln, dass alles gut ist und kann es nicht. Ich sehe überall nur süße Mädchen und größere Mädels, die mit ihren Mamas shoppen gehen, so wie ich es auch immer wollte. Ich weiß nicht was tun und wie ich wieder da raus kommen soll. Werde nächste Woche mit meiner Hebamme sprechen. Denn natürlich werde ich auch den zweiten Jungen über alles lieben, aber ich werde auch immer eine Leere haben. Ein drittes Kind wird es nicht geben und eine Gewähr hat man ja eh nicht.
    Das Schlimmste ist, dass zwei Freundinnen auch schwanger sind und wenn sie Mädchen bekommen, ich noch fertiger sein werde.

  12. Es ist schön nicht alleine zu sein…
    Bei meinem ersten Sohn war ich eigentlich gar nicht enttäuscht, dass es ein Junge wird. Ich fand den Gedanken einen großen Bruder zu haben sehr schön. Beim zweiten habe ich so sehr gehofft ein Mädchen zu bekommen und bekam dann das Outing Junge. Ich hab schon etwas geweint, konnte mich aber irgendwie damit anfreunden, weil ich wusste evtl kommt noch ein drittes. Die Geburt verlief fantastisch und ich war überglücklich.. Die jungs wurden größer und alles wurde lauter und wilder und eben jungstypisch. Nachdem ich schon als Kind schon davon geträumt hatte mal eine Tochter zu haben wurde meine Sehnsucht immer größer. Ich konnte meinen Mann davon überzeugen ein weiteres Kind zu bekommen und hielt mich an sämtliche Empfehlungen für ein Mädchen. Ich war die ersten 30 ssw felsenfest davon überzeugt es wird ein Mädchen… die Schwangerschaft war völlig anders und alle ermutigen mich an eine Tochter zu glauben. Dann kam die Ernüchterung beim Ultraschall. Er musste nix mehr dazu sagen. Ich sah es selbst und ab diesem Zeitpunkt habe ich nur noch geweint. Die Geburt verlief sehr gut. Kurz darauf berichtete mein Bruder das er eine Tochter bekäme. Danach fiel ich in eine Wochenbettdepression.
    Ich konnte mit Hilfe meiner sehr lieben und verständnisvollen Hebamme wieder raus finden.
    Heute sind meine Jungs 2, 5 und 8 Jahre alt. Ich würde lügen wenn ich sagen würde dass ich überglücklich bin und mein Mädchenwunsch weg wäre… nachdem mein Mann aber keine Kinder mehr will, werde ich mich von meinem Traum verabschieden müssen.. mal sehen ob ich es irgendwann schaffe…

  13. Hallo Leute! Mir gehts auch nicht gut habe zwei Mädchen und einen Jungen alle mit Sectio geboren nun möchte ich nochmal einen Jungen haben und habe am Eisprungtag geherzelt..nur leider bin ich im Internet auf Chinesischen Kalender gestoßen habe Pech wird wohl wieder ein Mädchen und ich denke jetzt schon über eine Abtreibung

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