wieso kann sich mein kind nicht selbst beschaeftigen

Hilfe, mein Kind kann sich nicht alleine beschäftigen! Was tun?


Als Elternteil eines Kleinkindes wirst Du das sicherlich kennen: Du möchtest ein paar Dinge im Haushalt erledigen und Dein Kind scheint an Dir zu kleben. Dabei hat es ein schönes Kinderzimmer mit Spielzeug, das sich wunderbar zum Beschäftigen anbietet. Warum fällt es aber einigen Kindern so schwer, sich alleine zu beschäftigen?

Fakt ist: In der Regel können sich Kinder unter einem Jahr ungefähr 5 bis 10 Minuten alleine beschäftigen, Kinder zwischen einem und drei Jahren zwischen 15 und 30 Minuten. Nun liegt es aber auch bei Dir als Elternteil, Dein Kind dazu zu ermutigen und es nicht immer zu bespaßen – davon habt Ihr beide etwas. Wir haben ein paar Tipps, wie Du Deinen Schatz dazu motivieren kannst, sich mit sich selbst zu beschäftigen.

1. Lass Dein Kind schon früh alleine machen

Es erscheint einigen sicherlich etwas früh, aber tatsächlich kannst Du Dein Kind schon ab drei oder vier Monaten zumuten, sich mit sich selbst zu beschäftigen. Wenn es einfach nur da liegt, in die Luft starrt, an etwas nuckelt: Greif nicht direkt ein oder denke, es würde sich langweilen. Lass es ruhig immer mal wieder für ein paar Minuten die Welt für sich selbst entdecken.

Wenn Dein Baby sich dann meldet, kannst Du es immer noch hochnehmen. Oder noch besser: ihm etwas Neues zum Beschäftigen anbieten. So gibst Du ihm die Chance, selbst zu sehen, wie die Welt ist, ohne sie immer zu erklären oder es in eine Richtung zu lenken. Außerdem besteht sonst die “Gefahr”, dass sich Dein Kind daran gewöhnt, immer unterhalten zu werden und es will irgendwann gar nicht mehr alleine spielen.

 

2. Biete interessante Beschäftigungsmöglichkeiten an

Dein Kleinkind macht so gar keine Anstalten, sich mal allein zu beschäftigen? Dann hilf ihm ruhig auf die Sprünge. Biete Deinem Schatz doch mal ein paar Dinge an, die sich gut dafür eignen, sich ganz in Ruhe damit auseinanderzusetzen.

Das können Bausteine sein, ein Puzzle, aber auch Dinge aus dem Alltag, wie etwas aus dem Haushalt, Kartons, Schachteln, eine WC-Rolle, Nussschalen, oder, oder, oder. Je nachdem, wie alt Dein Kind ist und was es mag, wirst Du sicher etwas Passendes finden. Moderiere das Ganze aber nicht immer an, sondern lass Dein Kind dann ruhig auch einfach mal machen.

3. Feste Zeiten zum alleine Spielen sind hilfreich

Wenn es mit dem alleine Spielen noch nicht so gut klappt: Fange ruhig an, feste Zeiten dafür einzuplanen. Das klappt am besten, wenn Dein Schatz zufrieden und satt ist. Außerdem sollte Ruhe gegeben sein: Fernsehen und Radio sollten nicht laufen, auch auf Besuch solltest Du verzichten. Und dann kannst Du ruhig beginnen, mit Deinem Kind zu spielen, immer zu gleichen Zeiten, vielleicht zwei Mal am Tag.

Dann kannst Du das Zimmer verlassen und gibst ihm einen Auftrag: “Baue doch einen Turm bis zur Decke”, “Schaffst Du es, das Puzzle fertig zu stellen?”, “Wie lange brauchst Du wohl, um die Kiste mit dem Krimskrams wieder einzuräumen?” So beginnt es, sich alleine zu beschäftigen, merkt, dass das problemlos geht und bekommt am Ende noch ein Lob für seine erledigte Aufgabe.

Am Anfang kannst Du Deinem Kind ruhig immer wieder Anstöße geben, irgendwann wird es das selbst machen. Du wirst überrascht sein, wie selbstständig Dein Kind schon ist und wie kreativ es werden kann.

4. Lass Dein Kind ruhig alleine im Zimmer

Wie schon im Punkt zuvor erwähnt: Lass Dein Kind ruhig mal alleine in seinem Zimmer und trau ihm zu, sich beschäftigen zu können. Das hat nichts damit zu tun, dass Du keine Lust darauf hast, Dich mit ihm auseinanderzusetzen. Es ist nur für Euch beide wichtig, auch mal Zeit für sich zu haben.

Wenn Du sicher bist, dass es nichts verschlucken kann und es sonst sicher ist: Geh ruhig aus dem Zimmer. Sag ihm aber immer vorher, was Du nun tust, wo Du bist und halte Dich in der Nähe auf. Darauf sollte es sich verlassen können, wenn etwas sein sollte. Kommst Du nach ein paar Minuten zurück ins Zimmer, gib Deinem Schatz direkt ein positives Feedback, zeig ihm, dass es gut geklappt hat und das doch gar nicht so schlimm war.

5. Erwarte nicht gleich zu viel

So wie viele andere Dinge muss Dein Kind erst einmal lernen, sich alleine zu beschäftigen. Hat es das in den ersten Monaten noch nicht oft getan, braucht es ein wenig Geduld, bis es gut klappt. Und wie immer ist es auch vom Charakter abhängig, wie schnell es es lernt und wie lange es sich alleine beschäftigen mag. Lass Deinem Kind also Zeit und setz es nicht unter Druck. Das wird schon!

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