Jod in der Schwangerschaft

Jod in der Schwangerschaft


Es gibt einige Nährstoffe, die für werdende Mütter und ihre Babys besonders wichtig sind. Dazu gehört unter anderem Jod. Viele Menschen leiden unter einem zu niedrigen Jodspiegel. Warum Du auf eine ausreichende Versorgung mit dem Spurenelement achten solltest, zeigt der nachfolgende Beitrag. Natürlich erfährst Du auch, wo Jod enthalten ist und wie Du es in der Schwangerschaft am besten aufnimmst.  

Wozu benötigst Du Jod in der Schwangerschaft? 

Grundsätzlich braucht jeder Mensch Jod. Das Spurenelement ist mitverantwortlich dafür, dass Zellen wachsen und sich unser Nervensystem entwickelt. Wir benötigen Jod für ein gut funktionierendes Gehirn und unsere geistige Leistungsfähigkeit

Wie genau greift Jod auf unseren Körper ein? Nun, das passiert hauptsächlich über die Schilddrüse. Dort wirkt es als wichtiger Bestandteil der Hormone Thyroxin und Triiodthyronin.  

Thyroxin: Ist ein Hormon, das für die Funktion unseres gesamten Organismus mitverantwortlich ist. So spielt es bei einer gesunden Verdauung genauso eine Rolle, wie bei Herz- und Muskelfunktion, der Gehirnentwicklung und dem Erhalt der Knochen.  

Triiodthyronin: Dieses zweite wichtige Schilddrüsenhormon hat im Grunde die gleiche Wirkung wie Thyroxin. Beide Stoffe unterscheiden sich lediglich in der Anzahl der gebundenen Jod-Atome. Im Thyroxin sind vier Jod-Atome vorhanden, bei Triiodthyronin nur drei. Die Wirkung von Triiodthyronin setzt deshalb schneller und stärker ein.  

Wie wichtig ist Jod in der Schwangerschaft?

Wir sehen, dass Jod eine entscheidende Rolle in unserem Körper spielt. Genauso verhält es sich natürlich auch im Organismus Deines Nachwuchses. Wer schwanger ist, der sollte auf eine ausreichende Versorgung mit dem Spurenelement achten. Nur so können sich Gehirn, Stoffwechsel, Herz und Muskeln Deines Babys perfekt entwickeln. 

Welche Folgen hat ein Jodmangel in der Schwangerschaft? 

Bereits ein leichter Jodmangel kann zu Symptomen führen. Fühlst Du über einen längeren Zeitraum einige der folgenden Anzeichen, dann lass sicherheitshalber beim Arzt ein umfassendes Blutbild erstellen.  

In der Schwangerschaft wird Dein Blut sowieso regelmäßig getestet. Aber bereits bei Kinderwunsch gleichst Du am besten vorbeugend verschiedene Mängel aus.  

Anzeichen eines Jodmangels

  • Du bist häufig müde und antriebslos
  • Am liebsten würdest Du die ganze Zeit schlafen.  
  • Es fällt Dir schwer Dich in der Arbeit, in Gesprächen oder beim Lesen zu konzentrieren
  • Dir ist häufig kalt.  
  • Die Stimme ist rau und wirkt heiser.  
  • Deine Augenlider sind öfter geschwollen
  • Die Haut ist meistens trocken, blass und kühl.  

Dauerhaft kann ein Jodmangel schwerwiegende Folgen haben. Früher war der Kropf bzw. das Struma ein weit verbreitetes Zeichen eines fortgeschrittenen Jodmangels. Vor allem in Gegenden, die weit vom Meer oder Seen entfernt waren, trat dieses Anzeichen in der Bevölkerung auf. Jodmangel kann auch zu Knoten und Krebs in der Schilddrüse führen.  

Kretinismus durch Jodmangel

Der Kretinismus ist eine schwere geistige und körperliche Unterentwicklung, die durch starken Jodmangel bei Babys ausgelöst wird. Als Auswirkung können sich die Knochen eventuell nicht ausreichend entwickeln. Das Wachstum der Kinder funktioniert nicht richtig. Auch Störungen bei der Sprachentwicklung und im Gehör gelten als häufige Folgen eines starken Jodmangels in der Schwangerschaft. Die betroffenen Kinder weisen oft trockene Haut, ein aufgedunsenes Gesicht und eine dickere Zunge auf. Durch die Antriebslosigkeit und den schleppenden Stoffwechsel sind die Kids oft dicker. Auch Muskel- und Bindegewebsschwächen treten auf.  

Aber es kann nicht nur sein, dass das Baby körperliche und geistige Einschränkungen erleidet, wenn die Mama in der Schwangerschaft unter Jodmangel litt. Auch das Risiko für Fehl- und Totgeburten ist erhöht.  

Es ist sogar möglich, dass Du Deinen eigenen Jodmangel selbst überhaupt nicht bemerkst. Produziert Dein Körper nicht ausreichend Thyroxin, dann wird das häufig durch Trijodthyronin ausgeglichen. Du selbst hast dann zwar keine Schilddrüsenunterfunktion, aber Dein ungeborenes Baby kann trotzdem darunter leiden. Selbst ein leichter Jodmangel kann somit bereits zu einem geringeren Intelligenzquotienten beim Nachwuchs führen.  

Kretinismus kommt heute übrigens kaum mehr vor. Das liegt an den regelmäßigen Check-ups während der Schwangerschaft. Leidet ein Säugling allerdings darunter, kann er zwar behandelt allerdings nicht vollständig geheilt werden.  

Mit einem Mangel an Jod in der Schwangerschaft ist nicht leichtfertig umzugehen. Es ist wirklich wichtig, auf eine ausreichende Versorgung zu achten. Vielleicht fragst Du Dich jetzt, wo Jod überhaupt enthalten ist.  

Wie viel Jod brauchst Du in der Schwangerschaft pro Tag?

Ein gesunder Erwachsener braucht laut DGE (Deutsche Gesellschaft für Ernährung) rund 200 μg Jod täglich. Bist Du schwanger, steigt Dein Bedarf auf bis zu 230 μg pro Tag. Achte auch nach der Schwangerschaft darauf, dass Du Dein Baby ausreichend mit Jod versorgst. Das gilt insbesondere dann, wenn Du stillst. Jetzt fragst Du Dich sicher, wo ist viel Jod drin? 

Besonders jodhaltige Nahrungsmittel:

  • Algen: Algen sind ein exzellenter Jod-Lieferant. Sie enthalten bis zu 10 mg Jod pro 100 g.  
  • Jodsalz: In Deutschland gibt es jodiertes Speisesalz zu kaufen. Damit solltest Du regelmäßig kochen und Deine Gerichte würzen.  
  • Meeresfisch: Er ist als guter Jodlieferant bekannt. Insbesondere die Meeräsche mit 330 Mikrogramm Jod pro 100 mg Produkt sollte öfter auf dem Speiseplan stehen.   
  • Meeresfrüchte: Garnelen, Hummer, Muscheln und Krabben gelten ebenfalls als hervorragende Jodquellen.  
  • Seefisch: Bereits mit 200 g Seefisch, kannst Du Deinen Tagesbedarf an Jod decken.  
  • Milch und Milchprodukte: Parmesan, Schafskäse, Weichkäse und Quark enthalten viel Jod. Bei Vollmilch liegt der Jodgehalt zwischen 100 bis 150 Mikrogramm pro Liter (μg/l)

Auch in Kartoffeln, Reis und Gemüsesorten wie Karotten, Brokkoli und Spinat ist Jod enthalten, allerdings nur in geringen Mengen. Deshalb sollten insbesondere Veganer aber auch Vegetarier auf ihren Jodhaushalt achten. Vor allem Algen und das jodierte Speisesalz dienen hier als Lieferanten.  

Schwangere sollten Raubfischarten, wie z.B. Thunfisch, Schwertfisch, etc., die am Ende der maritimen Nahrungskette stehen, nicht häufig verzehren, denn diese Fischarten können höhere Gehalte an gesundheitlich bedenklichen Stoffen aufweisen.

Welche Aufnahmemenge sollte bei Jod nicht überschritten werden?

Laut EFSA (Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit) stellen sich für Erwachsene keine gesundheitlichen Probleme dar, wenn sie täglich maximal 600 μg Jod zu sich nehmen.

Brauchst Du ein Jod-Präparat in der Schwangerschaft? 

Es muss nicht zwingend sein, dass Du in der Schwangerschaft Nahrungsergänzungsmittel einnehmen musst. Dennoch greifen sehr viele werdende Mütter dazu. Ich empfehle Dir auf jeden Fall eine Absprache mit Deinem/r Frauenarzt/-ärztin, bevor Du supplementierst.   

Meistens sind Nahrungsergänzungsmittel für Schwangere Kombipräparate mit Folsäure, Jod und weiteren wertvollen Inhaltsstoffen. Es gibt auch Spurenelemente wie Eisen, die überdosiert werden können. Deshalb greife nicht blind zu Tabletten und Kapseln. Lass Dich vorab ärztlich untersuchen. Besprecht Deine Blutwerte und auch die passende Vorgehensweise. Versuche zunächst einen minimalen Mangel mithilfe der Ernährung auszugleichen.  

Natürlich kann es trotz regelmäßigem Fischkonsums sein, dass Du nicht ausreichend Jod im Körper hast. Dann ist es wichtig und richtig, auf Nahrungsergänzungsmittel zu setzen.  

Ich selbst hatte sowohl einen schweren Eisen- als auch Magnesiummangel in der Schwangerschaft. Glücklicherweise gab es mit dem Jodhaushalt kein Problem. Dennoch musste ich mehrere Präparate ausprobieren, bis ich die Unterversorgung in den Griff bekommen habe. Hier ist es wirklich wichtig, dass Du Dich engmaschig mit Deinem/r Arzt/Ärztin absprichst.  

Gerade mit Deinem Jodmangel in der Schwangerschaft ist nicht zu spaßen. Die Folgen können für Dein Baby massiv sein. Glücklicherweise lässt sich aber mittels Medikamente schnell Abhilfe schaffen. Weitere Informationen zu Jod und Tipps für eine gute Jodversorgung erhältst Du auf der Seite des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR).


Wir hoffen, wir konnten Dich gut über Jod in der Schwangerschaft informieren. Falls Du einen Jodmangel bei Dir vermutest, sprich bitte mit Deinem/r Arzt/Ärztin darüber. Wir wünschen Dir und Deinem Baby alles Gute!

Unsere Texte zu Gesundheitsthemen ersetzen keinesfalls den Arztbesuch.
Mehr Infos dazu findest Du hier.

Weitere Artikel von uns:

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.