Massage in der Schwangerschaft, Schwangerschaftsmassage, perinatale Massage

Massage in der Schwangerschaft: Was ist erlaubt?


Massagen helfen, Verspannungen zu lösen und tun einfach gut. Du kannst entspannen, vom Alltag abschalten und fühlst Dich danach pudelwohl. Doch wie ist das mit einer Massage in der Schwangerschaft? Dürfen sich Schwangere bedenkenlos massieren lassen oder gibt es auch Risiken?

Hier erfährst Du alles, was Du zum Thema Massage in der Schwangerschaft und Schwangerschaftsmassagen wissen solltest.

Balsam für Körper und Geist

Massagen sind herrlich entspannend. Du lässt Dich verwöhnen, der Körper regeneriert sich und der Geist kommt zur Ruhe. Die leise Musik, der angenehme Duft, die Stille. Du spürst nur die warmen Hände auf Deiner Haut und wirst mit jeder Bewegung ausgeglichener. Massagen können nicht nur diverse Beschwerden heilen, sondern helfen auch, um neue Kraft zu tanken und die Akkus wieder aufzuladen. Auch in der Schwangerschaft sind Massagen eine Wohltat, — doch nicht jede Massage ist für Schwangere geeignet.

Massagen in der Schwangerschaft

Bei einer normalen Schwangerschaft ohne Komplikationen ist eine Massage kein Problem. In diesem Fall ist sie sogar sehr förderlich und dient der absoluten Entspannung. Denn Dein Körper verändert sich stark in der Schwangerschaft und muss einiges leisten. Du bekommst wahrscheinlich Rückenschmerzen, Deine Beine werden schwer und allgemein bist Du nicht mehr so beweglich wie früher. Das ist völlig normal, schließlich macht sich das zusätzliche Gewicht bemerkbar.

Massagen können verschiedene Schwangerschaftsbeschwerden lindern. Eine Massage in der Schwangerschaft ist sinnvoll zur…

  • Linderung und Lösung von Verspannungen, z.B. im Schulter- und Nackenbereich und im Rücken
  • Entlastung der beanspruchten Gelenke
  • Minderung von Kopfschmerzen und Schlafstörungen
  • Reduzierung von Stress und Anspannung
  • Verbesserung der Hautelastizität
  • Unterstützung der Körperhaltung
  • Verbesserung der Durchblutung
  • Reduzierung von Wassereinlagerungen, z.B. in den Beinen

Welche Massage ist für Schwangere geeignet?

Wenn Du Dich über das Angebot an Massagen informierst, wirst Du feststellen, dass es viele verschiedene Formen der Massage gibt: Ayurveda, Hot Stone oder Lomi Lomi sind nur wenige Beispiele. Grundsätzlich sind alle Formen der Massage für Schwangere geeignet. Wichtig ist, dass Du darauf achtest, dass der Masseur gut ausgebildet ist, denn in einer Schwangerschaft ist es wichtig, die veränderte Physiologie genau zu kennen. Oder Du lässt Dich gleich in einer Hebammenpraxis massieren.

Relativ neu ist die sogenannte perinatale Massage, die speziell für schwangere Frauen entwickelt wurde: Die perinatale Massage richtet sich ganz an die Bedürfnisse von Schwangeren und kann die meisten Schwangerschaftsbeschwerden erheblich lindern. In den USA gehört sie schon zu den Standard-Massagen, hier bei uns wird sie zurzeit fast ausschließlich von Hebammen angeboten.

Übrigens kann Dir auch während der Geburt eine Massage sehr gut tun. Durch die Berührungen werden auch Endorphine ausgeschüttet, die auf natürliche Weise schmerzlindernd und stimmungsaufhellend wirken. So kannst Du in den Wehenpausen entspannen und neue Kraft sammeln. Studien belegen sogar, dass Frauen, die eine Massage während der Geburt bekamen, weniger Angst und Schmerzen hatten und später seltener unter Wochenbettdepressionen litten. Frag doch einfach mal beim Vorgespräch in der Klinik nach, ob die Hebammen mit Massagen unter der Geburt vertraut sind.

Worauf musst Du bei einer Massage in der Schwangerschaft achten?

Natürlich kannst Du nicht mehr auf dem Bauch liegen. Das wäre nicht nur unangenehm, sondern auch gefährlich für Dein Baby. Auch spezielle Liegen mit einem Loch für den Bauch sind nicht zu empfehlen, weil der Druck auf die Gebärmutter und Dein Baby einfach zu groß wäre. Auf dem Rücken liegen kannst Du zu Beginn der Schwangerschaft noch relativ gut, im zweiten und dritten Trimester solltest Du allerdings wegen des Risikos für das Vena-Cava-Syndrom auch nicht mehr lange flach auf dem Rücken liegen.

Am besten funktioniert eine Schwangerschaftsmassage, wenn Du auf der Seite liegst, gegebenenfalls mit einem Lagerungskissen. Oder Du nimmst eine bequeme Sitzhaltung ein. In diesen Positionen kann die Massage gut wirken und Du kannst Dich dabei wunderbar entspannen.

Eine Massage kann einige Vorgänge im Körper im Gang bringen und beschleunigen, daher ist es sehr wichtig, dass Du vor der Massage auf Deine Schwangerschaft hinweist. Auch in der Frühschwangerschaft, wenn der Bauch noch nicht größer geworden ist. Es gibt bestimmte Druckpunkte, die während einer Schwangerschaft tabu sind. Im schlimmsten Fall kann es dadurch sogar zu vorzeitigen Wehen kommen! Auch der Bauch sollte nicht massiert werden, um Komplikationen zu vermeiden. Hier ist eine leichte Einölung gut geeignet: Sie tut Dir und dem Baby gut, spendet Feuchtigkeit und hilft dabei, die Hautelastizität zu unterstützen.

Ebenso muss der Masseur darauf achten, das richtige Öl zu verwenden. Sicherlich hast Du schon bemerkt, dass Dir manche Düfte und Gerüche seit der Schwangerschaft unangenehm sind. Das kann auch bei manchen Aromaölen so sein. Sehr vorsichtig solltest Du bei ätherischen Ölen sein, da diese vorzeitige Wehen auslösen können! Hierzu zählen vor allem Schafgarbe, Zimt, Fenchel, Muskat, Anis, Salbei, Estragon, Kamille, Zeder, Wacholder, Liebstöckel, Eisenkraut, Basilikum, Oregano und Rosmarin.

Wann sind Massagen in der Schwangerschaft tabu?

Es gibt jedoch auch Einschränkungen und Situationen, in denen Du auf eine Massage unbedingt verzichten solltest, z.B. bei:

  • Krankheit, wie Fieber oder Erkältung
  • Entzündungen, Verletzungen und Hautausschläge
  • Krampfadern
  • Plazentaerkrankungen, wie Plazenta previa
  • Wachstumsstörungen
  • Diabetes
  • Autoimmunerkrankungen
  • vorzeitige Wehen

Muss es immer eine Massage-Praxis sein?

Nicht unbedingt. Du kannst Dich auch einfach zuhause von Deinem Partner verwöhnen lassen. Das geht am besten mit leicht erwärmten Öl und sanften Bewegungen. Die Massage sollte ohne Druck ausgeübt werden. Hilfreich kann auch ein Igelball sein, der das Gewebe anregt und gleichzeitig die Muskeln entspannt. So könnt Ihr schöne Momente genießen und Euch gemeinsam auf Eure Elternrolle vorbereiten.

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