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Meine Tochter ist ein Mamakind – Wie ich als Papa damit umgehe


Meine kleine Tochter gehört zu den Kindern, die grundsätzlich immer und und an manchen Tagen ganz besonders intensiv auf ihre Mutter bezogen sind – ein klassisches Mamakind also. In diesem Beitrag versuche ich zu beschreiben, wie es dazu kam, wie sich das äußert und natürlich, wie ich als Papa damit umgehe.

Einschlafritual mit der Mama

Meine Kleine ist eine schlechte „Einschläferin“. Schläft sie einmal, dann grenzt das an Durchschlafen – bis auf die Nächte, die jedes Kind zwangsläufig manchmal hat. Nächte also, in denen sie oft weinend aufwacht. Eine gute und sehr verlässliche Methode, um das Drama beim Einschlafen zu verhindern, ist das Einschlafstillen. Bis die Kleine etwa 1,5 Jahre alt war, war das eigentlich jeden Abend so. Später kam noch hinzu, dass ihre Mama ihr etwas vorgelesen hat. Dieses neue Ritual hat das Einschlafstillen dann mit der Zeit abgelöst. Ich möchte darauf hinaus, dass Mutter und Tochter allein schon durch das Bettbring-Ritual eine ganz besondere Beziehung aufgebaut und beibehalten haben.

Ganz ähnlich war das in Bezug auf die Essenszubereitung und gemeinsames Essen. Natürlich ist ihr Papa in der Früh und am Abend da und wir essen gemeinsam. Mittags allerdings holt ihre Mama sie regelmäßig von der Krippe ab und dann essen die Beiden zusammen zu Mittag. Dadurch haben sie oft „ihr Ding“ beim Kochen und Essen gemacht. Kein Wunder, dass sie so zum Mamakind wurde.

Gemeinsam Kochen und Backen als besondere Verbindung

Diese besondere, gemeinsame Wellenlänge bemerke ich immer wieder. Ihre Mutter hat aber auch immer tolle Ideen, auf die ich nicht so ohne weiteres kommen würde. Zum Beispiel füllt sie selbstgemachten Heidelbeer-Naturjoghurt in Eis-am-Stiel-Becher und macht daraus gesundes Eis. Die Kleine liebt es. Sie backt auch gern zusammen mit ihrer Mama. Dann steckt sie z.B. die Muffinförmchen gewissenhaft und ohne dass man sie dabeo stören darf in die Backform.

Absolut interessiert ist sie auch am Kochen. Sie möchte beim Schneiden, Zubereiten und Umrühren sehr oft ganz dringend auf Mamas Arm. Ich als Papa bin in solchen Momenten absolut abgemeldet. Mit der Kleinen auf dem Arm muss die Mama dann den Kochtopf einhändig befüllen. Anschließend steht die Kleine auf ihrem Trittpodest neben ihrer Mutter, damit sie alles genauestens beobachten und natürlich kommentieren kann. Ein sehr süßer Anblick.

Teilweise grenzt diese Begeisterung für das, was die Mama in der Küche veranstaltet an eine Fixierung, die für ihre Mama durchaus anstrengend ist. Zum Kochen sind manchmal beide Hände notwendig. Dann ist halt kein Platz mehr auf dem Arm. Das wird in einigen Situationen mit Geschrei quittiert. Besonders empfindlich reagiert die Kleine in derartigen Situationen, wenn sie mal keinen Mittagsschlaf in der Kita hatte und somit eher unausgeglichen ist.

Papa ist für das Unterhaltungsprogramm des Mamakinds zuständig

Meine Domänen sind andere. Wenn es ums Schaukeln geht, ist der Papa zumeist der erste, den sie fragt. Auch sonst bin ich auch eher fürs Kitzeln, Rumtoben, Klettern und Quatschmachen zuständig. Wenn dann allerdings mal etwas passiert, sie also hinfällt, sich weh tut oder etwas nicht gleich funktioniert, dann ruft sie meistens nach ihrer Mama. Oder will zuerst zu Papa und anschließend zur Mama.

Was Toilettengänge angeht, ist meine Kleine nur ein bisschen Mamakind. Es gibt zwar auch Zeiträume, in denen sie hier ihre Mama braucht. Normalerweise fragt sie in Sachen Toiletten-Hilfe allerdings abwechselnd mal den Papa und mal die Mama. Auch dann, wenn wir auf dem Spielplatz sind und sie unbedingt Pippi in die Büsche machen muss. Vielleicht liegt das darin begründet, dass ich von Anfang an für das Wickeln zuständig war. Das habe ich zwar nicht ganz so häufig wie ihre Mutter übernommen, aber gerade in ihrem ersten Lebensjahr doch ziemlich oft.


Meiner Meinung nach ist es ganz natürlich, dass sich manche Kinder auf die Mama fixieren. Andere sind eher Papakinder. Auch Väter können ihre ganz eigene individuelle Beziehung zum Kind aufbauen, die anders ist als die zur Mutter. Ich wünsche Dir eine tolle Zeit in den ersten Lebensmonaten und –jahren, in denen Du eine ganz besondere Freundschaft mit Deinem Kind aufbauen wirst. Viel Spaß dabei, diese Freundschaft zu gestalten.

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