Baby-Update: Mit einem Schub (55. Woche) ist alles anders!


Um seinen ersten Geburtstag herum war der Bub plötzlich wieder „anders“ – total übel gelaunt und extrem anhänglich. Die Nächte waren eine Katastrophe, das Einschlafen sowieso. Er aß kaum, dafür trank er rund um die Uhr an meiner Brust. Er hing am liebsten auf mir drauf – selbst beim Spielen – und ich hörte mich im Minutentakt seufzen, weil der Alltag mit ihm in dieser Phase (8. Wachstumsschub?) verdammt anstrengend war.

Ich versuchte es mit Humor zu nehmen und scherzte immer, dass er mit seiner ersten Lebenskrise kämpft, weil er nun ein Jahr alt ist. Und tatsächlich schien ihn etwas so aufzuwühlen, dass er komplett durch den Wind und kaum wiederzuerkennen war.

Glücklicherweise folgt auf Regen immer Sonnenschein und auch diese wirklich nervenaufreibende Phase fand nach drei bis vier Wochen ihr Ende. Was dann folgte sorgte bei uns für großes Staunen. Denn dieser Wachstumsschub (ich bin ziemlich sicher, dass es einer war – zumindest konnte ich keine andere Ursache für sein schräges Verhalten erkennen) machte aus meinem kleinen Baby ein richtiges Kleinkind.

Der Bub braucht zum Beispiel nur noch einen Mittagsschlaf, statt wie sonst zwei Tagschläfchen und das geschah so abrupt, dass es auf mich wirkte, als wenn jemand einen Schalter bei ihm umgestellt hätte. Dass er nun vormittags und nachmittags fit ist und mittags nahezu um die gleiche Zeit zwei bis drei Stunden tief und fest schläft (ich hoffe das bleibt so), finde ich grandios. Damit lässt sich der Tagesablauf besser planen und ich schaffe wieder mehr.

Außerdem futtert er nun wie ein Scheunendrescher und will nur noch zum Einschlafen und nachts gestillt werden. Das kenne ich gar nicht von ihm, weil er sonst gerne auch stundenlang zwischendurch an meiner Brust trank. Doch biete ich ihm unterwegs meine Milch an, drückt er mich energisch weg. Das ist zwar ungewohnt, mir aber Recht, denn so kann ich allmählich wieder stillunfreundliche, dafür hübschere Kleidung tragen :)

Lustig finde ich, dass er sich auf einmal für Bilderbücher interessierte, weil er bislang immer schnurstracks an seiner Bücherkiste vorbei lief. Seit etwa zwei Wochen holt er sich sein Lieblingsbuch aus seiner Kiste, kommt zu mir gelaufen und dreht mir den Po zu, um ihn anschließend auf meinem Schoss zu platzieren. So putzig! Reagiere ich dann nicht sofort und lese mit ihm, wird er sogar richtig sauer.

Doch nicht nur sein “Leseverhalten”, sondern sein Spiel im Allgemeinen hat sich verändert. Er stapelt nun auch mal Bausteine aufeinander, statt sie nur umzuwerfen und beginnt häufiger „aufzuräumen“ (seine Spielzeuge an den entsprechenden Platz) und zuzuordnen (führt z.B. den Kamm an die Haare seiner Schwester). Am besten ist jedoch, wenn er sich irgendeinen Gegenstand schnappt und ans Ohr hält – so als würde er telefonieren und dabei in der Wohnung auf und ab läuft wie ein Großer.

Spielen ist nun leider auch beim Essen ein großes Thema. Ich biete ihm Getränke immer in einem normalen Becher an, doch er möchte nicht nur seinen Durst löschen, sondern viel lieber sein Essen im Trinkbecher versenken, um es kurz darauf wieder herauszufischen. Ich bin zwar dafür, dass Kinder ihr Essen entdecken und mit allen Sinnen erfahren sollen – deswegen gab es bei uns keinen Baby-Brei, sondern Fingerfood – aber eine Wasserschlacht ist selbst für mich zu viel und so gibt es bei uns die ersten kleinen Auseinandersetzungen.

Denn ebenfalls neu ist, dass der Bub nun richtig wütend reagiert, wenn er nicht bekommt, was er will. Er schimpft dann nicht nur lautstark, sondern wirft sich auch rücklings nach hinten. Das ist unfassbar gefährlich, wenn er ungünstig steht und sich den Kopf (z.B. an der Wand) stößt. Aber auch beeindruckend, weil er mit einem Jahr schon richtige Szenen veranstaltet und ich das von unserem Mädchen gar nicht kenne. Ich sag nur Supermarkt und ein auf dem Rücken liegendes und laut kreischendes Kind, weil ich ihm nicht erlaubte mit dem EC-Karten-Gerät zu spielen… Das kann ja noch heiter werden!

Aber trotz der kleinen Gefühlsausbrüche geht es hier entspannter zu denn je. Der Bub ist insgesamt ruhiger und geduldiger als noch vor ein paar Wochen und kann sich immer besser verständigen (mit ausgestrecktem Zeigefinger und einem “Da!”), was den Alltag ungemein erleichtert. Außerdem finde ich erstaunlich, dass aus meinem kleinen, hilflosen Baby innerhalb eines Jahres so ein aktiver und fitter Bursche geworden ist. Kaum zu glauben, wie schnell sich so ein Menschlein entwickelt.

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