Östrogene

Östrogene: Was machen sie mit mir?


Dass Du weibliche Hormone, die sogenannten Östrogene, in Dir hast, ist sicherlich nicht neu. Aber wie werden sie eigentlich gebildet? Was genau sind deren Aufgaben? Und was machen sie mit Dir?

Die Östrogene

Die weiblichen Hormone werden als Östrogene (auch Estrogene, abgekürzt E) bezeichnet. Was Du dabei vielleicht noch nicht wusstest: Östrogene ist der Oberbegriff für mehr als 30 weibliche Hormone wie etwa Östradiol, Östron und Östriol. Diese Hormone entstehen in Deinem Eierstock, in der Plazenta und auch in Deiner Nebennierenrinde. Verantwortlich für die Bildung von Östrogenen ist unter anderem das follikelstimulierende Hormon, abgekürzt FSH. Dieses stammt aus dem Hypophysenvorderlappen, also dem Vorderlappen der Hirnanhangsdrüse und regt die Produktion der Östrogene an.

Wichtig: Die weiblichen Hormone sind an der Steuerung Deines Menstruationszyklus beteiligt und sind verantwortlich dafür, dass der Follikel in Deinem Eierstock reift. Zur Erklärung: Der Follikel ist ein unbefruchtetes Ei mit umgebendem Gewebe. Östrogene haben Einfluss auf den Schleimpfropf im Gebärmutterhals. Zum Zeitpunkt des Eisprungs verändern sie ihn in der Weise, dass Spermien den Gebärmutterhals leichter passieren können. Die weiblichen Hormone sind außerdem am Schleimhautaufbau der Gebärmutter beteiligt. Darüber hinaus beeinflussen sie das Wachstum des Brustgewebes.

Östrogene in der Pille?

Das war’s aber noch nicht. Östrogene hemmen zum Beispiel noch den Knochenabbau und können außerdem Wassereinlagerungen im Körper begünstigen. Auch interessant zu wissen: Das Hormon Östradiol wird sehr schnell in Deiner Leber abgebaut und ist daher kein geeigneter Wirkstoff in Tablettenform. Die Hormone der umgangssprachlichen Anti-Baby-Pille sind aus diesem Grund chemisch auch anders aufgebaut als die natürlichen Hormone in Deinem Körper, um besser wirken zu können.

Und: Auch Männer haben Östrogene in geringen Mengen in sich. Sie entstehen unter anderem im Hoden. Deutlich höher ist bei ihnen natürlich die Konzentration des männlichen Hormons Testosteron. Östrogene sind sogar in einigen Pflanzen (etwa Granatapfel, Palmkerne, Weidenkätzchen) nachgewiesen worden. Die weiblichen Hormone sowie verwandte Verbindungen finden auch trotz Verbot noch in der Tier-, vor allem der Kälbermast, zur Steigerung des Masterfolges ihren Einsatz.

Östrogen-Mengen im Körper

In der ersten Hälfte Deines Zyklus liegt die Blutserum-Konzentration des Östradiols zwischen 25 und 95 ng/l. Ng steht für Nanogramm. In der Zeit des Eisprungs beträgt sie etwa 75 bis 570 ng/l. In der zweiten Hälfte Deines Zyklus hast Du noch etwa 60 bis 250 ng/l Östradiol in Dir. Übrigens: Nach den Wechseljahren hat der Wert einen Tiefpunkt erreicht, nämlich einen Wert von weniger als 45 ng/l, bis die Produktion danach komplett eingestellt wird. Bei Mädchen und Jungen vor der Pubertät ist eine Konzentration von unter 30 ng/l normal, bei Männern zwischen 12 und 42 ng/l.

Das Östradiol, aber auch die anderen Östrogene steigen in ihrer Konzentration in der ersten Hälfte Deines Zyklus also an. Dieser Anstieg geht besonders vor dem Eisprung rasant vonstatten. Das hat einen ebenfalls rasanten Anstieg des luteinisierenden Hormons (LH) zur Folge. Das LH löst dann letztlich einen Eisprung aus. Schon zu diesem Punkt sinkt die Konzentration an weiblichen Hormonen aber auch schon wieder stark ab.

Werte als Hinweis auf Erkrankungen

Anders in der Schwangerschaft: Hier erhöht sich der Östrogenspiegel. Zur Orientierung: An einem einzigen Tag während der Schwangerschaft wird so viel Östrogen produziert wie in etwa die Menge einer Nichtschwangeren innerhalb von drei Jahren! Anders als sonst ist vor allem Deine Plazenta in dieser Zeit für die Produktion der weiblichen Hormone zuständig. Am Ende der Schwangerschaft hat der Wert dann seinen Höhepunkt erreicht. Abgebaut werden die Östrogene hauptsächlich in Deiner Leber. Ausgeschieden werden sie zum größten Teil über die Niere. Ein zu hoher Östrogenspiegel kann also auch ein Hinweis auf Leber- und/oder Nierenschädigungen sein.

Wie oben bereits erwähnt regt das follikelstimulierende Hormon (FSH) aus dem Hypophysenvorderlappen die Produktion von Östrogenen an. Sind Deine Östrogen-Werte sehr niedrig, kann das also auch ein Hinweis auf eine Funktionsstörung dieses Organs sein. Und: Auch die Eierstöcke selbst können bei Funktionsstörungen zu wenig weibliche Hormone produzieren.

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