Per Autofähre über Nacht nach England

Per Autofähre über Nacht nach England


Unseren Urlaub haben wir dieses Jahr in England verbracht und sind mit dem eigenen Auto und per Fähre angereist, nicht wie üblich mit Flugzeug und Mietwagen. Bei den Stichworten England und Fähre fällt Euch vielleicht auch sofort Calais – Dover ein. Doch wir wollten unseren Urlaub wieder im Norden Englands verbringen, in Northumberland. Daher sind wir mit dem Auto nach Amsterdam gefahren und von dort, über Nacht, mit der Fähre nach Newcastle. Unsere Heimreise führte uns dann von Hull nach Rotterdam.

Fährgepäck – was muss ich mitnehmen (was nicht)?

Grundsätzlich kann ich nur sagen: so wenig Gepäck wie möglich, so viel wie nötig!!! Das ist ja sowieso klar, dachten mein Mann und ich, nahmen uns nicht viel Zeit fürs Packen des Fährgepäcks und schon schleppten wir viel zu viel unnötiges Zeug in unsere Kabine. Gerade weil man mit Kindern (10 Monate und fast vier Jahre) viel mehr Gepäck hat als vorher, sollte man nur das Nötigste mitnehmen.

Denkt immer daran: Es ist nur 1 Übernachtung! Einmal Wechselwäsche reicht und für Babys passt notfalls auch noch eine zweite Garnitur in den Koffer. Die Wickelutensilien müssen natürlich mit! Wenn Ihr nicht mehr stillt, dann bereitet die Fläschchen vor. Füllt in die Fläschchen schon mal das Milchpulver für die Milchmahlzeiten. Sicherheitshalber noch eine Fläschchenportion Milchpulver in Reserve mitnehmen, für den Fall, dass etwas verschütt geht. So müsst Ihr nicht das ganze Milchpulverpäckchen mitnehmen. Das Wasser füllt Ihr dann natürlich frisch ein. Wir hatten einen Reisewasserkocher dabei, aber Ihr bekommt abgekochtes Wasser auch im Boardrestaurant. Abend- und Frühstücksbrei finden vielleicht in der Wickeltasche platz.

Da ich einen großen Rucksack dabei hatte, passte auch mein Reise-Babykostwärmer noch mit rein. Wenn Ihr im Boardrestaurant essen geht, dann lasst den Babykostwärmer im Auto und wärmt den Babybrei in einem Gefäß mit heißem Wasser auf. Wir haben gemütlich in unserer Kabine Brotzeit gemacht. Das fanden wir am entspanntesten.

Das ganze Gepäck sollte dann am Besten in einen Rucksack je Elternteil und einen (kleinen) Rollkoffer Platz finden. Denn wenn Euer Baby im Reisebett schlafen soll, müsst Ihr das höchstwahrscheinlich auch noch schleppen. Als mein Mann die Fährfahrten gebucht hatte, konnte er ein Reisebett nicht verbindlich mitbuchen. Also prüft das bei Eurer Fährfahrt. Wir hatten unser Reisebett samt Matratze dabei. Früher schlief mein Kleiner neben mir in meinem Bett und da hätte ich auch auf der Fährfahrt nichts dagegen gehabt. Aber die Etagenbetten sind recht schmal und ich war froh, dass mein Kleiner im Reisebett schlafen konnte. Da wir eine größere Kabine gebucht hatten, blieb neben dem aufgestellten Reisebett noch ein schmaler Gang um sich zu bewegen. Daher denken wir es lohnt sich, 50 € mehr für eine größere Kabine auszugeben.

Wenn Ihr mit einem Baby oder/und Kleinkind reist, ist eine Trage oder ein Tuch sehr praktisch. Von einem Buggy rate ich ab, da nicht von allen Parkdecks aus Fahrstühle nach oben gehen.

Wann sollte man bei der Fähre sein?

Unserer Erfahrung nach: Je früher Ihr auf der Fähre seid, desto schneller könnt Ihr aufs Schiff. Dadurch spart man sich lange Wartezeiten im Auto mit den Kids.

Auf unserer Fährfahrt von Amsterdam nach Newcastle begann der Check-in 2,5 Stunden und das Boarding 2 Stunden vorm Ablegen. Da unserer Autofahrt zur Fähre ohne größere Zwischenstopps verlief, waren wir fast 2,5 Stunden vorm Ablegen der Fähre beim Check-in. Hier mussten wir unsere Pässe und die Buchungsbestätigung zeigen. Im Gegenzug bekamen wir die Fährtickets, welche gleichzeitig die “Schlüssel” für die Kabine waren. Vor dem Boarding wurden die Autos sortiert und unterschiedlichen Spuren zugewiesen. Die kurze Zeit bis zum Boarding überbrückten wir mit einer Benjamin Blümchen CD für den Großen und einem Nachmittagsbrei für den Kleinen.

Während des Boardings stand an jeder Ecke Personal und wies uns den richtigen Weg. Da unser Auto recht schmal ist, mussten wir in einem schmalen Gang parken. Wir wurden gefragt, ob rechts jemand vorher aussteigen muss, dann wurde der Seitenspiegel eingeklappt und Papa konnte das Auto ganz an den Rand parken. Natürlich wurde auch darauf geachtet, dass man noch gut an den Kofferraum ran kommt.

Auf unserer Rückreise von Hull nach Rotterdam sind wir mit einer anderen Fähre gefahren. Hier lief das Boarding etwas anders ab. Nach dem Check-in durften wir mit dem Auto direkt auf die Fähre fahren. Unser Auto wurde quasi während des Boardings nach Größe sortiert und einem Parkdeck zugewiesen.

Übelkeit auf der Fähre?

Zu Beginn unserer ersten Fährfahrt hatten wir starken Seegang. Papa hatte aus Erfahrung schon eine Tablette gegen Reiseübelkeit genommen. Für die Kinder und mich hatte ich Nux Vomica Globuli besorgt. Mit den Globuli hatten wir, auf Anraten der Apothekerin, bereits einen Tag vor der Fährfahrt angefangen. Trotz des starken Schaukelns ging es unseren beiden Jungs gut. Sie zeigten keine Anzeichen von Übelkeit. Mir war nur etwas schwindelig und gegen 22 Uhr hatte sich die See auch schon wieder beruhigt.

Erkundigt Euch also vor der Reise bei Eurem Kinderarzt oder in der Apotheke über Medikamente gegen Reiseübelkeit für Euch und Eure Kinder. Nach der Beratung in der Apotheke entschloss ich mich für die homöopathischen Globuli, nahm aber auch Tabletten (für Kinder) mit, um etwas Stärkeres in der Hinterhand zu haben. Andere schwören auf Kaugummis oder Zäpfchen (kann man nicht erbrechen), da ist jedem etwas anderes lieber.

Unterhaltung für die Kids?

Auf unseren Fähren gab es jeweils einen Spielbereich für Kinder. Auf der Hinfahrt schaukelte die Fähre so stark, dass wir nur kurz übers Schiff und dann in die Kabine wankten. Aber auf der Rückfahrt hat sich unser Großer im Spielbereich eine Weile beschäftigt und der Kleine konnte sich noch etwas müde robben.

Fazit

Wenn man in Schottland oder Nord-England Urlaub machen möchte und das mit dem eigenen Auto, dann bietet sich die Fähre von Amsterdam oder Rotterdam aus an. Allerdings ist so eine Fährfahrt über Nacht sehr teuer. Aber mit Flügen und Mietwagen wären wir fast aufs Gleiche raus gekommen. Das Schöne ist, dass man gleich im Norden von England ankommt und nicht durch ganz England fahren muss. Ich hätte zwar nichts dagegen durch ganz England zu fahren, aber es kommt natürlich darauf an, wie viel Urlaub man auf der Insel verbringen kann.

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