Von kleinen und großen Auszeiten ...

Von kleinen und großen Auszeiten …


Das mit der Auszeit für Mama und Papa ist nicht immer einfach! Aber man muss seine Möglichkeiten ausloten, sonst ist man irgendwann nur noch frustriert.

Vor der Geburt meines ersten Sohnes dachte ich noch, ich bin doch bald den ganzen Tag zu Hause, da brauch ich doch keine extra Pausen. Mit “zu Hause sein” verbinden viele: Auszeit, Pause oder Feierabend. So ging es auch mir. Als ich dann nach der Geburt mit meinem ersten Sohn zu Hause war, merkte ich schnell, dass dies mit Auszeiten nichts mehr zu tun hatte. Ich musste mich in meine Mutterrolle erst einmal einfinden und irgendwie den Haushalt, Einkaufen und Auszeiten einsortieren.

Ich weiß nicht, wie es Euch geht, aber mir fiel es anfangs sehr schwer eine Auszeit zu nehmen. Mit der Zeit merkte ich, dass es nichts bringt, auf Pausen und Auszeiten zu warten. Schließlich gibt es immer was zu tun. Im Laufe der letzten vier Jahre hab ich gelernt, dass kleine und größere Auszeiten wichtig sind und der ganzen Familie gut tun. Durch meine kleinen und großen Auszeiten kann ich nun immer wieder neue Kraft schöpfen, Sachen erledigen und anstehende Aufgaben meistern.

Auszeit: Ausschlafen bzw. Nachschlafen

Was war das noch mal … dachte ich schon nach ein paar Tagen mit meinem ersten Spatz. Mit der Zeit wurde das nur langsam besser. Daher hatten Papa und ich nach etwa einem Jahr angefangen uns mit dem Ausschlafen am Wochenende abzuwechseln. Also Samstag morgens 6:00 Uhr stand nur einer mit dem Kleinen auf und der andere durfte noch zwei Stunden weiter schlafen. Um 8:00 Uhr war dann Schichtwechsel. Es gab Zeiten, da fand ich das Wachwerden so mühsam, dass ich mich nicht wieder hinlegen wollte, wenn ich endlich mal wach war. Da bin ich dann lieber sonntagmorgens gleich liegen geblieben, wenn Papa mit dem Spatz aufgestanden ist. Zu viert wird das mit dem Ausschlafen oder Nachschlafen natürlich nicht leichter. Aber wir haben es auch jetzt wieder eingeführt – zumindest ab und zu!

Auszeit: Mittagspause

Das mit der Mittagspause ist so eine Sache. Anfangs schlafen Babys ja häufiger den Tag über und man muss sich immer entscheiden, ob man was erledigen oder mitschlafen möchte. Kurz vor der Geburt meines kleinen Spatz’, hatte ich mir fest vorgenommen, mich öfter fürs Mitschlafen zu entscheiden. Das gelang mir nach der Geburt auch meistens, je nachdem was sonst noch so los war. Unter der Woche war eine Mittagspause also auch für mich drin, wenn ich sie mir nahm. Aber am Wochenende, wenn Papa mal arbeiten musste und ich alleine mit den Jungs war, ging das nicht so einfach. Da hatten sich die beiden Jungs mit ihrer Mittagspause abgewechselt. Das Gute ist, man kann jeweils einem Spross seine ganze Aufmerksamkeit schenken. Der Nachteil: man hat natürlich selbst keine Pause.

Als unser kleiner Spatz elf Monate alt war, hat sich sein Schlafrhythmus wieder verändert und nun schläft er nur noch einmal am Tag. Meist von 12:00 Uhr bis 14:00 Uhr (viele Ausnahmen bestätigen die Regel). Seither kann ich die Mittagspause unserer zwei Spatzen meist zusammen legen und hab dadurch auch eine. Unser großer Spatz (4 Jahre) macht zwar keinen Mittagsschlaf mehr, aber wir haben eine Mittagspause eingeführt. Sie ist 30-45 min lang. Unser großer Spatz sucht sich eine CD aus, legt sich ins Bett und wenn die CD zu Ende ist, kommt er wieder zu mir.

So konnten wir, in den drei Wochen, in der die Kita geschlossen hatte, gemeinsam Mittagspause machen.

Auszeit: Oma-Opa-Wochenende

Das Oma-Opa-Wochenende haben wir Schritt für Schritt eingeführt und bisher nur für unseren Großen.

Anfangs sind wir mittags ins Kino gegangen und unser Großer, der da etwa ein Jahr alt war, ist für drei Stunden bei Oma und Opa geblieben. Nachdem wir das immer mal wieder wiederholt haben, hat er dann mit etwa zwei Jahren das erste Mal bei Oma und Opa übernachtet. Da das gut geklappt hat, haben wir auch diese Übernachtung immer wieder wiederholt. Anfangs war es ganz komisch für mich, aber mit der Zeit gewöhnte ich mich an die Trennungen.

Letztens hat unser großer Spatz drei Mal bei den Großeltern übernachtet. Für Papa und mich war das auch eine Premiere. Allerdings waren wir gut abgelenkt, denn an diesem Wochenende mussten wir das Kinderzimmer streichen. So gesehen war unsere Auszeit mit sportlicher Tätigkeit verbunden, aber dafür konnte unser Großer montags das neue Kinderzimmer in Beschlag nehmen.

Dieses Wochenende ist es wieder soweit. Unser Großer hat ein Oma-Opa-Wochenende (Sa – Mo) und mein Schatz und ich haben Zeit für uns als Paar. Außerdem wollen wir mal wieder gemeinsam ins Kino gehen. Daher wird unser Kleiner das erste Mal drei Stunden mit seinem Bruder bei Oma und Opa bleiben. Ich bin schon etwas aufgeregt, wie es ihm mit der Trennung geht. Eine Stunde war er letzte Woche allein bei meiner Mutter und das hat gut funktioniert. Erst, als wir wieder da waren, hat er gemerkt, dass wir weg waren. Daher bin ich zuversichtlich, dass die ersten drei Stunden ohne Mama und Papa auch kein Problem sind. Außerdem ist ja noch sein Bruder dabei.

Nächste Woche geht unser Kleiner dann das erste Mal in den Kindergarten und dafür ist es bestimmt auch eine gute Vorbereitung.

Auszeit: Weiterbildung

Meine spannendste und längste Auszeit seit der Geburt unseres zweiten Spatz’, war ein Wochenendseminar bei Bettina Hampl zum Thema “Für Kinder und Jugendliche schreiben”. Das Seminar ging von Freitagabend bis Sonntagabend und war in Berlin. So konnte ich abends immer nach Hause und Papa ausquetschen, wie es ihm mit den zwei Spatzen erging.

Ich genoss es zum Einen, mich auf EINE Sache zu konzentrieren und zum Anderen mich im Schreiben weiterbilden zu können. Nun kann ich mich mit neuem Wissen und praktischen Übungen an die Weihnachtsgeschichte machen, die ich letztes Jahr für meinen Großen geschrieben habe. Die will ich unbedingt überarbeiten und spannender machen. Wenn mir das dieses Jahr noch gelingt, dann berichte ich Euch davon :-)

Ein großes DANKE an dieser Stelle noch an Papa, denn ohne seine Unterstützung hätte ich das nicht machen können!

Diese Fülle von kleinen und großen Auszeiten haben Papa und ich nach und nach eingeführt. Bis auf die Oma-Opa-Wochenenden und das eine Seminar, sind die anderen Auszeiten relativ spontan und ständigen Veränderungen unterlegen. Aber die Hauptsache ist, sie finden überhaupt statt! Habt den Mut, Eure eigenen Auszeiten zu finden und auch einzufordern. Nach und nach. Ihr werdet sehen, dass es Euch und Eurer Familie gut tun wird.

Ich wünsche Euch dabei gutes Gelingen!

Weitere Artikel von uns:

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.