Was kann ich tun, wenn mein Baby nicht raus will?


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Nur etwa sieben Prozent aller Kinder kommen am errechneten Geburtstermin zur Welt, manche früher, manche allerdings auch später.

Gegen Ungeduld habe ich kein Rezept, aber Möglichkeiten, für einen sanften “Anschubser ” der Geburt gibt es schon…

 

  • Ätherische Öle

Es gibt bereits fertige  Ölmischungen  (z.B. “Uterustonikum” von Ingeborg Stadelmann), die man direkt zur Massage verwenden kann. Zunächst würde ich das Öl für eine Kreuzbeinmassage verwenden, wenn daraufhin nichts passiert am nächsten Tag sanft auf den Bauch streichen, tut sich immernoch nichts, eine leichte Bauchmassage machen.

Alternativ dazu könnt Ihr auch einige Tropfen Eisenkraut-, Zimt, Ingwer- oder Nelkenöl in Mandel-oder Olivenöl geben und damit massieren.

Alle Öle eignen sich auch als Zusatz in einer Duftlampe oder im Badewasser (am Besten mit etwas Milche vermischt)

  • Nahrungsmittel

Alles, was scharf ist und den Darm anregt, kann wehenfördernd sein. Eine nicht zu unterschätzende Rolle spielt hierbei allerdings die Gewöhnung, , denn es geht nicht um das Essen an sich, sondern um die durch scharfes Essen häufig angekurbelte Darmaktivität.Gebärmutter und Darm sind aus ähnlicher Muskulatur aufgebaut, das bedeutet, wenn eines der Organe arbeitet, macht das andere mit. Das ist auch der Grund, warum manche Frauen Durchfall haben, wenn es losgeht. Wenn Ihr also wisst, was Euren Darm auf Trab bringt, könnt Ihr vom Glas warmes Wasser auf nüchternen Magen über den Espresso bis zum Apfelsaft alles versuchen.

Zusätzlich gelten, wie bei den Ölen auch, Zimt, Nelken und Ingwer als wehenfördernd- also ran an die Lebkuchen und Zimtsterne!

  • Akupunktur

Wenn Ihr  bereits geburtsvorbereitende Akupunktur macht (ab 4 Wochen vor dem Entbindungstermin), werden ab  dem Termin einfach meistens zusätzliche Punkte genadelt, um die Wehenbereitschaft zu fördern. Falls Ihr   bisher keine Akupunktur gemacht habt, sprecht Eure Hebamme oder Geburtsklinik auf diese Möglichkeit an.

  • Homöopathie

Ich bin kein Verfechter der “Hilft’s-nix-schad’s-nix-Einstellung”, die der Homöopathie gegenüber oftmals  vorherrscht. Ich würde Euch deshalb empfehlen, Euch, falls Ihr homöopathisch etwas machen wollt, kompetente Hilfe (Hebamme, Heilpraktiker) zu holen, da nicht jeder zwangsläufig das gleiche Mittel bekommt.

  • Heublumendampfbad

Wird auch generell als Vorbereitung auf die Geburt alle 2-3 Tage ab der 37.SSW empfohlen. Ab dem Termin könnt Ihr täglich ein Dampfbad machen. Die Heublumen bekommt Ihr in der Apotheke. Am Besten geht es , wenn Ihr eine alte Schüssel in die Kloschüssel stellt, die Heublumen einfüllt und diese mit kochendem Wasser übergießt. Sobald es für Euch gut aushaltbar ist, einfach über den Dampf auf die Toilette setzen. Es soll sich dabei niemals so heiß anfühlen, dass es für Euch unangenehm ist.

  • Zweisamkeit

Oxytocin, das Hormon, das Wehen auslöst, wird manchmal auch als  Liebeshormon  bezeichnet. Das bedeutet, kuscheln, Nähe und Zärtlichkeit fördern die körpereigenen Produktion. Im Sperma befinden sich darüber hinaus Prostaglandine, die ebenfalls Gebärmutterkontraktionen auslösen können. Und wer weiß, wann Ihr das nächste Mal so viel Zeit für Euch habt.

  • Nelkenöltampon und Rhizinuscocktail

Diese beiden Tipps werden in vielen Elternforen als echte Dauerbrenner gehandelt und halten sich seit Jahren. Und im Prinzip sind es wirksame und gute Möglichkeiten.

Allerdings sollten diese beiden Einleitungsmanöver nur nach Rücksprache mit Hebamme, Frauenarzt oder Geburtsklinik erfolgen. Was nämlich so harmlos klingt, kann bei manchen Frauen eine ziemlich heftige Reaktion in Form eines Wehensturmes oder massiver Durchfälle mit Kreislaufproblemen und Flüssigkeitsmangel hervorrufen. Da ich in der Praxis beides mehrfach erlebt habe, bin ich in dem Punkt lieber übervorsichtig. Außerdem finde ich es auch nicht verkehrt, wenn davor und danach zumindest einmal kurz die Herztöne gehört werden, damit man weiß, wie es Eurem Baby damit geht.

 

Wenn man ganz, ganz ehrlich ist, sind, glaube ich, viele dieser Tipps auch dazu da, Euch das Warten leichter zu machen, denn allesamt funktionieren sie nur, wenn Eure Gebärmütter und Babys bereit für die Geburt sind.

Wenn Ihr also entspannt wartet, müßt Ihr Euch nicht den Streß machen, alles Mögliche auszuprobieren, weil man “das dann halt so macht”. Wenn Euch radeln, Spaziergänge, Fenster putzen oder Schlafen guttut, macht das! Trefft Euch mit Freunden, geht ins Kino, denn gerade beim ersten Kind werdet Ihr anfangs erstmal anderweitig beschäftigt sein.

Ein altes Sprichwort sagt: “Durch unsere  Kinder lernen wir, was Geduld ist”-und manche Eltern lernen halt von
Anfang an……

 

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