Erste Eingewöhnungswoche in der Kita

Wie war die erste Kitawoche? Interview mit Papa (Teil 1)


Unser kleiner Spatz (12,5 Monate alt) hatte seine erste Eingewöhnungswoche im Kindergarten. Schon … Was für viele hier in Berlin ganz normal ist, war für mich und Papa neu. Denn unser Großer ist “erst” mit zwei Jahren in die Kita gegangen. Aber diesmal war uns schon vor der Geburt klar, dass unser Kleiner mit einem Jahr in die Kita gehen und ich wieder arbeiten muss. Allerdings muss ich sagen, wenn ich den Eindruck gehabt hätte, dass die Kita noch nichts für unseren kleinen Spatz ist, dann hätte ich mich lieber beim Arbeiten weiter verbogen, um ihm mehr Zeit zu Hause zu geben. Aber wir fanden, dass er schon so weit ist, das Abenteuer Kita anzugehen.

Da Papa gerade Elternzeit hat, hat er die erste Eingewöhnungswoche übernommen. Nächste Woche muss er wieder arbeiten und ich übernehme die weitere Eingewöhnung. Um zu erfahren, wie die erste Kitawoche war, hab ich für Euch (und mich) meinen Mann alias Papa interviewt.

1. Eingewöhnungstag: Montag

Heute war der erste Eingewöhnungstag für unseren Kleinen. Andere Kinder aus seiner Gruppe haben schon letzte Woche angefangen. Wie viele Kinder waren denn heute da?

Am Ende der Stunde waren acht Kinder im Gruppenraum. Sechs Kinder haben letzte Woche gestartet. Die sind schon älter. Vielleicht eineinhalb bis zwei Jahre alt. Unser Kleiner und ein anderes Kind in seinem Alter haben heute angefangen.

So viele Kinder? Waren dann auch noch acht Eltern mit im Raum?

Ich hab nicht genau durchgezählt. Aber im Raum waren ungefähr sechs oder sieben Erwachsene – zwei davon die Erzieher.

Beim Pekip hat sich unser kleiner Spatz ja immer wohlgefühlt mit so viel kleinen und großen Menschen im Raum. Wie war es heute für ihn? Ist er in die Mitte des Raumes gekrabbelt oder erst mal bei dir geblieben?

Ich hab ihn in die Mitte des Raumes zu den Spielzeugen gelegt und mich an den Rand gesetzt. Er hat sich gleich wohlgefühlt. Ohne sich einmal nach mir umzusehen, hat er sich ein Spielzeug gesucht. Nach 10 Min. hat er mal einen kurzen Blick in meine Richtung geworfen und nach 25 Min. ist er dann einmal zu mir gerobbt. Ansonsten hat er da auf dem Boden gespielt.

Das ist neu! Beim Pekip wollte er immer in meiner Nähe bleiben. Wie hat unser Spatz auf die anderen Kinder reagiert?

Er hat sie immer mal wieder beobachtet. Einer hat ihn dann fast mit Bausteinen getroffen, …

(… waaas mein Kind ;-) )

… die beiden haben sich dann sehr interessiert angeguckt. Ansonsten hat unser Kleiner sich nach und nach durch das Schlachtfeld der Spielzeuge durchgerobbt. Er hat dann ziemlich schnell angefangen für sich was zu erzählen, was ja immer ein Zeichen dafür ist, dass er sich wohlfühlt.

So ne Stunde geht ja schnell rum. Gab’s trotzdem schon Programmpunkte?

Programmpunkte gab’s nicht. Wie die Stunde ablief, wurde von den Kindern bestimmt. Wie die eben so drauf waren. Ein paar Mütter sind dann nach und nach gegangen. Das war ein bisschen kurios, denn für mich schienen sie spontan aufzuspringen, sich zu verabschieden und zu gehen. Wahrscheinlich lief das über Blickkontakt mit den Erziehern ab, den ich nicht gesehen hab.

Nach den Verabschiedungen gab’s schon ein paar Kinder, die geweint haben. Die Erzieherinnen sind dann immer sofort zu den Kleinen hin und haben versucht, sie zu beruhigen. Zum Beispiel mit ans Fenster gehen. Die hatten da schon ein paar Rituale, was sie mit den Kindern machen, wenn die Mama gegangen ist. Unser kleinen Spatz hat sich davon aber nicht sonderlich beeindrucken lassen.

Wie ging es dir damit, die anderen Kinder so zu sehen?

Es war eine kleine Gefühlsachterbahn heute. Ganz am Anfang dachte ich “Ach wie toll, unser Kleiner spielt da so für sich.” Ich kenne die Eingewöhnung ja schon von unserem Großen und fühlte mich daher sehr entspannt. Dann fand ich es traurig, dass die Kinder weinten, als ihre Mutter gegangen war. Das war schon ergreifend. Man denkt ja unwillkürlich an sein eigenes Kind und fragt sich, ob es dem auch bald so geht.

Das wäre mir bestimmt genauso gegangen! Habt ihr denn darüber gesprochen, wie die nächsten Tage aussehen?

Die Erzieher haben gesagt, dass unser Kleiner morgen am Besten wieder eine Stunde da ist. Ich soll dann die letzten fünf bis zehn Minuten rausgehen und ihn anschließend abholen kommen.

Papa kommt wieder …

Genau und dann gehen wir gleich zusammen nach Hause.

Wie ging es unserem kleinen Spatz nach seinem ersten Kitatag?

Er war total gut gelaunt aber auch müde. Beim Essen hat er den Kopf auf die Tischplatte gelegt und den Mund aufgemacht, um sich füttern zu lassen. Nach dem Mittagessen ist er dann sehr schnell eingeschlafen.

2. Eingewöhnungstag: Dienstag

Was war denn am zweiten Kitatag so los?

Überraschend war, dass heute nur eine Erzieherin mit drei Kindern im Raum saß. Sie hatten entschieden die Gruppe zu teilen, um mit den Kindern rauszugehen, die im Hof besser zu beruhigen waren. Daher war es im Raum viel ruhiger und die Erzieherin konnte mit unserem Kleinen und den anderen spielen, um eine Beziehung aufzubauen.

Wie war unser Spatz drauf?

Er hat auch am zweiten Tag wieder völlig entspannt gespielt. Vor allem die Tiere mochte er. Er fand’s auch nicht so schlecht, dass weniger los ist und er hatte wieder keine Berührungsängste.

Ist dir heute was Besonderes aufgefallen oder durch den Kopf gegangen?

Wenn ein Kind weinen muss, werden ja alle ein bisschen nervös, aber vor allem die Erzieher. Das ist mir schon gestern aufgefallen. Mein Eindruck war, dass die Erzieher unter Rechtvertigungsdrang kamen, da ja noch andere Eltern mit im Raum waren. Man kennt das ja von sich, wenn man irgendwo sein Kind beruhigen soll. Man ist viel gehemmter und hat’s viel schwerer, wenn andere Leute dabei sind. So geht es eben momentan auch den Erziehern.

Wie lange bist du dann raus gegangen?

Zehn Minuten vor zehn sagte die Erzieherin “Jetzt können Sie mal raus in den Umkleideraum gehen! Sie hören ja dann, wenn es ein Problem gibt.” Vorm Rausgehen, hab ich mich natürlich verabschiedet. “Tschüs mein Kleiner,” er lag gerade unter der Heizung, “Papa kommt gleich wieder.” Aber er hat gar nicht groß reagiert. Als ich ihn nach 10 Min. wieder abgeholt habe, hat er immer noch gespielt. Daher meinte die Erzieherin dann auch, dass ich morgen 20-25 Min. draußen bleibe.

Okay, da bin ich ja mal gespannt, ob er das dann auch noch so gelassen hinnimmt!

Da das gesamte Interview von der ersten Eingewöhnungswoche so lange geworden ist, muss ich zwei Teile draus machen. Den zweiten Teil gibts in ein paar Tagen hier im Magazin :-)

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