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Honig, Nüsse, Eier: Ab wann Dein Baby was essen darf


Als ich bei meinem ersten Kind nach und nach auf Beikost umgestellt habe, bekam ich oft zu hören, dass ich bei bestimmten Lebensmitteln aufpassen soll. Dies sei zu gefährlich, das auf keinen Fall und am besten nur unter Aufsicht. Vieles stellte sich als Gerücht heraus, aber bei manchen Produkten sollte man wirklich aufpassen. Ob und ab wann Du Deinem Baby Eier, Nüsse, Honig und andere “kritische” Lebensmittel geben kannst, erkläre ich Dir hier.

Vorerkrankungen in der Familie

Bevor ich auf unterschiedliche Produkte eingehe, möchte ich Dich auf etwas Wichtiges hinweisen: Gibt es in Deiner Familie jemanden mit einer Lebensmittelallergie, Asthma oder Neurodermitis, sprich mit dem Kinderarzt darüber. Er wird mit Dir besprechen, ob Dein Baby eine spezielle Diät braucht.

Honig: Im 1. Lebensjahr tabu

Honig ist ein Naturprodukt und kann Bakterien enthalten. Das kommt zwar nur selten vor, kann aber im schlimmsten Fall den Darm Deines Babys angreifen. Die Folge ist eine bakterielle Lebensmittelvergiftung, auch Säuglings-Botulismus genannt. Das gilt übrigens genauso für Ahornsirup.

In Honig ist Zucker enthalten, der für die Zähne des Kindes nicht gut ist. Zucker kann zu Karies führen und ist ein weiterer Grund, weshalb Du im ersten Lebensjahr keinen Honig geben solltest.

Nüsse: Achtung, Erstickungsgefahr

Liegt in Deiner Familie keine Nussallergie vor, kannst Du Deinem Baby ab sechs Monaten bedenkenlos gemahlene Nüsse geben. Auch Erdnussbutter und Mandelmus sind gute Energielieferanten, solange sie keinen Zucker und keine industriell gehärteten Fette enthalten.

Ganze Nüsse solltest Du Deinem Baby aber nicht geben. Erst ab einem Alter von fünf Jahren werden ganze Nüsse empfohlen, da sie leicht verschluckt werden können.

Lies hier, was Du tun kannst, wenn sich Dein Baby verschluckt hat.

Eier: Für Babys nur hartgekocht

Ab etwa 9 Monaten darf Dein Kind ab und zu hartgekochte Eier essen. Weil Hühnereiweiß ein hohes Allergierisiko birgt, wurden Eier früher erst ab dem 3. Lebensjahr empfohlen – inzwischen raten Ärzte aber generell dazu, allergenreiche Lebensmittel bei gesunden Kindern schon früh zu geben.

Mehr als ein Ei pro Woche ist für Babys unter zwei Jahren allerdings nicht empfehlenswert, weil der hohe Proteingehalt die Nieren zu sehr beansprucht.

Rohe Eier solltest Du Deinem Baby gar nicht geben, denn sie können Salmonellen-Bakterien enthalten, die eine Lebensmittelvergiftung verursachen. Bedenke, dass sich auch in hausgemachter Mayonnaise, Kuchenteig und Tiramisu rohe Eier befinden.

Kuhmilch: Kleine Mengen im Brei in Ordnung

Mit dem Einführen der Beikost kommt Dein Baby auch mit der Kuhmilch in Berührung, die für den Abendbrei (Getreide-Milch-Brei) empfohlen wird. In diesem Zusammenhang sind kleine Mengen Kuhmilch (max. 200 ml) bereits vor dem sechsten Lebensmonat in Ordnung.

  • Reine Vollmilch zum Trinken solltest Du Deinem Baby allerdings erst mit einem Jahr geben, weil der hohe Mineralstoff- und Proteingehalt die Nieren zu stark belastet. Der Eisengehalt hingegen ist im Vergleich zu Muttermilch oder Pre-Nahrung zu niedrig.
  • Halbfette Milch enthält zu wenig Vitamine und Kalorien, daher solltest Du sie Deinem Kind erst frühestens mit zwei Jahren geben.
  • Von Ziegen- und Schafsmilch wird im ersten Lebensjahr abgeraten, da die wichtige Proteine nicht enthalten sind (das gilt nicht für Pre-Nahrung aus Ziegenmilch, die gibt es nämlich auch). Mit einem Jahr darf Dein Kind diese Milch trinken, sie sollte jedoch pasteurisiert sein.
  • Mit Folgemilch kannst du im Beikostalter beginnen, mindestens sollte Dein Kind sechs Monate alt sein. Folgemilch basiert auf Kuhmilch, der Eisengehalt ist laut Herstellern vergeichsweise hoch.

Käse: Für Babys oft zu salzig

Käse ist für Säuglinge, die gerade mit der Beikost begonnen haben, nicht empfehlenswert, da er oft zu viel Salz enthält und der hohe Proteingehalt die Nieren überfordert. Das gilt auch für weitere Milchprodukte wie Joghurt und Quark.

Für Kleinkinder ab einem Jahr ist milder Käse jedoch kein Problem, er liefert Kalzium und ist eine tolle Energiequelle. Auch Naturjoghurt (z.B. mit frischen Früchten) ist ab dem 1. Geburtstag in Ordnung. Probieren darf Dein Baby aber natürlich auch schon früher.

Obst: Mundgerecht und ohne Kerne

Bei Obst gilt grundsätzlich, dass es so geschnitten sein muss, dass Dein Kind sich nicht daran verschlucken kann. Wichtig für Fingerfood ist auch, dass das Baby richtig kauen und aufrecht sitzen kann und den Pinzettengriff beherrscht. Mehr dazu kannst Du in unserem Artikel über BLW nachlesen.

Bei folgenden Obstsorten für Babys gibt es zusätzlich noch zu beachten:

  • Zitrusfrüchte enthalten viel Vitamin C und können ab sechs Monaten verzehrt werden. Allerdings bekommen manche Babys davon einen wunden Po.
  • Kiwis können bei Allergien bei Babys heftige Reaktionen auslösen, deshalb erst in kleinen Mengen testen.
  • Erdbeeren und Himbeeren können auch Allergien hervorrufen, deshalb erst ab sechs Monaten geben und darauf achten, ob sich ein leicht juckender und roter Ausschlag um den Mund bildet.
  • Trauben solltest Du halbieren oder vierteln und entkernen, damit sich Dein Baby nicht an der Schale verschluckt.

Fruchtsäfte enthalten Fruchtzucker und können in zu großen Mengen die Milchzähne schädigen. Wenn Du Deinem Baby Saft geben möchtest, solltest Du ihn sehr gut verdünnen. Zehn Teile Wasser auf einen Teil Saft sind eine gute Mischung. Aber: Als Durstlöscher ist nach wie vor Wasser am besten.

Was und wie viel sollte Dein Baby trinken?

Fisch und Fischprodukte

Rohe Meeresfrüchte wie Austern oder Sushi können eine Lebensmittelvergiftung verursachen und sind für Babys und Kinder tabu. Große Meeresfische sind heutzutage stark mit Quecksilber belastet. Das kann sich negativ auf die Nerven des Babys auswirken. Davon betroffen sind z.B. Hai, Thunfisch und Schwertfisch.

Ein- bis zweimal in der Woche darf Dein Baby aber fetthaltigen Fisch essen. Das kann frischer Fisch (Kabeljau, Lachs, Forelle), Fischstäbchen oder Dosenfisch sein. Bei Dosenfisch ist jedoch darauf zu achten, dass dieser in Öl eingelegt ist und nicht in Salz. Der Salzgehalt ist für Kinder zu hoch.

Proteine für Babys und Kleinkinder

Proteine für Babys: Zu viel Eiweiß schadet den Nieren

Proteine (Eiweiße) sind wichtig für die Wachstums- und Entwicklungsphase in den ersten Lebensjahren. Aber: Zu viel Protein kann in den ersten Lebensmonaten die Nieren belasten. Daher sind eben auch größere Mengen Kuhmilch, Eier, Fisch und Fleisch in der Beikost-Phase ungesund für Dein Baby.

Als Faustformel gilt: Pro kg Körpergewicht ist 1 g Eiweiß pro Tag vertretbar. Mit 250 ml Vollmilch (ca. 3,4 % Eiweiß pro 100 ml) ist der Bedarf für ein 8 kg schweres Baby also schon nahezu gedeckt.

Proteine für Kleinkinder: Zu viel tierisches Eiweiß macht dick

Proteine sind in Milch, Eiern, Wurst und Fleisch enthalten und stehen somit erst ab dem 2. Lebensjahr regelmäßig auf dem Speiseplan. Allerdings kann ein hoher Konsum von tierischem Eiweiß (insbesondere Milcheiweiß) im Kleinkindalter später zu einem erhöhten BMI und Körperfettanteil führen – es macht also dick. Deshalb solltest Du auf das richtige Maß achten.

Für Kinder zwischen einem und 3 Jahren lautet die Empfehlung

  • 200-300 ml Milch/ Milchprodukte pro Tag
  • maximal 30 g fettarmes Fleisch bzw. Wurst pro Tag
  • 1 bis 2 Eier pro Woche
  • 30 g Fisch pro Woche

Konnten wir Deine Fragen beantworten, ab wann Babys Eier, Nüsse oder Honig essen dürfen? Wie hast Du das bei Deinem Kind gehandhabt? Wir freuen uns über Deinen Kommentar!

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