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Babys im Doppelpack: Nicht leicht für ältere Geschwister


Zwillinge werfen die Planung der Eltern durcheinander. Denn statt einem geplanten Kind turnen plötzlich zwei um einen herum. So war es auch bei meinen Eltern. Ich habe eine Zwillingsschwester und eine eineinhalb Jahre ältere Schwester. Wie schwer das eigentlich für für meine ältere Schwester war, habe ich erst spät gemerkt.

Meine Zwillingsschwester und ich waren immer zusammen. Seit ich denken kann. Teilten uns einen Stuhl beim Frühstück, schliefen in einem Zimmer, waren in einer Klasse, hatten die gleichen Hobbies, die gleichen Freunde. Mit unserer älteren Schwester, die ja nur eineinhalb Jahre älter ist als wir, haben wir dagegen gar nicht so viel gemeinsam gemacht – unbeabsichtigt.

Die hat sich von Anfang an außen vor gefühlt. Denn: Sie hatte nicht mehr die ungeteilte Aufmerksamkeit meiner Eltern. Aber noch mehr: Da waren sogar zwei Babys, die sie ihr nahmen – und zwar nicht zeitweise nur einen, sondern direkt Mama UND Papa, die immer einen von uns Zwillingen im Arm hatten. Wie fies! Ihren Ärger drückte meine Schwester zum Beispiel dadurch aus, dass sie uns eine Holzkiste auf den Kopf schlug. Da stand sie natürlich noch schlechter da. Und meine Eltern hatten wieder nur Augen für uns. Meine Schwester klammerte sich sehr an meine Mutter, während meine Zwillingsschwester und ich natürlich uns gegenseitig zum Spielen hatten.

Alle haben nur Augen für die Zwillinge

Aber nicht nur, dass meine Schwester sich Zuhause wie das dritte Rad am Wagen fühlte. Auch unterwegs hieß es nur: “Oh, so süß, Zwillinge! Die sehen ja genau gleich aus!” Denn wir hatten als Kinder natürlich immer das gleiche Outfit an. Klar, dass uns die Aufmerksamkeit fast immer sicher war. Dass das für meine Schwester im Kleinkindalter nicht gerade leicht war, war mir erst später klar.

Nicht nur für meine Schwester war der Umstand nicht leicht. Auch meine Eltern hatten sich das anders vorgestellt: Kinder im ähnlichen Alter, die doch bestimmt miteinander spielen können, sich bei den Hausaufgaben unterstützen, und, und, und. Fehlanzeige! Anstatt dass wir Kinder uns miteinander beschäftigten und meinen Eltern mal eine freie Minute bescherten, machten wir doppelt und dreifach viel Arbeit, meine ältere Schwester machte ihrem Ärger oft Luft. Ließ man uns Zwillinge dann allein, machten wir natürlich gern mal Blödsinn. Ich erinnere mich daran, dass wir eine ganze Tube Creme im Zimmer verteilten, als meine Eltern sich meiner Schwester widmeten.

Irgendwann waren die Probleme dahin

Zum Glück hat sich das Dilemma nach ein paar Jahren gelegt und wir drei Schwestern verstanden uns irgendwann super, brachten unsere sechs Hände im Haushalt ein und konnten unseren Eltern auch mal etwas Arbeit abnehmen. Das hatten sie nach den ersten anstrengenden Jahren mit drei Kleinkindern im ähnlichen Alter aber auch mehr als verdient!

Tipps für Eltern, die nach dem ersten Kind Zwillinge erwarten

Erwartest Du nach Deinem ersten Kind Zwillinge, können diese Tipps zu einem weniger stressigen Familienleben beitragen:

  1. Es ist von Vorteil, wenn der Vater der Kinder in der Anfangszeit gemeinsam mit der Mutter Zuhause bleibt, um dabei zu helfen eine Routine zu entwickeln und damit auch noch Zeit für das ältere Geschwisterkind bleibt. Da für jedes der Kinder Elternzeitanspruch besteht, hat jeder Elternteil auch dementsprechend mehr Zeit für die Betreuung der Kinder.
  2. Je mehr helfende Hände da sind, desto besser. So ist sichergestellt, dass keines der Kinder zu kurz kommt. Nimm also auch mal Hilfe von Oma, Opa, Tante, Onkel oder auch Babysitter an.
  3. Begleite das ältere Geschwisterkind dabei, eine Beziehung zu den jüngeren Geschwistern aufzubauen. Du kannst es etwa in die Betreuung der Babys einbeziehen und Deinem Kind zeigen, dass Du stolz auf es bist. Ist es mal eifersüchtig, solltest Du es ihm nicht übel nehmen, sondern auf es eingehen und ihm zeigen, dass es nicht außen vor ist.
  4. Nimm Dir bewusst Zeit für das ältere Geschwisterkind. Mal ist Papa-Zeit, mal Mama-Zeit – und zwar ohne Kompromisse. So weiß auch das ältere Geschwisterkind, dass die jüngeren Geschwister Mama und Papa nicht gänzlich einnehmen und entwickelt weniger Eifersucht.

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