Besuch im Krankenhaus

Besuch im Krankenhaus nach der Geburt – muss das sein?


Ein neues Menschlein zu betrachten ist einfach eine riesengroße Freude und viele wollen diesen Moment mit Dir teilen. Aber musst Du das? Mach’ Dir am besten bereits im Vorfeld Gedanken darüber, wie es mit dem Besuch im Krankenhaus ablaufen soll und wen Du zu dieser Zeit um Dich haben möchtest — und wen lieber nicht. Denn vergiss’ nicht: Nach der Geburt wirst Du sehr erschöpft sein und Ruhe benötigen.

Besuch im Krankenhaus wurde zum Horror

Ich weiß noch wie hilflos ich mich gefühlt, und wie sehr ich mich geekelt und geschämt habe, als manche Besucher sich zu mir aufs Bett setzten. Es waren nicht immer genügend Stühle da. Ich blutete noch stark und war völlig erschöpft. Das Gefühl wurde auch nicht besser, als eine Arbeitskollegin kam, um das Baby zu sehen. Zum Glück haben wir beide geschlafen, sodass mein Mann meine Kollegin nett aber bestimmend in Richtung Cafeteria gelenkt hat.

Ich frage mich im Nachhinein, warum ich nichts gesagt habe. Warum ich nicht sanft und höflich gefragt habe, ob jemand sich einen Stuhl holen würde? Vielleicht war ich zu müde, zu überfordert nach meiner ersten Geburt. Beim zweiten Mal wäre mir das nicht passiert! Da haben mein Mann und ich schon vorher überlegt, wer uns einen Besuch im Krankenhaus abstatten soll und wer lieber zwei Tage wartet und uns dann zuhause gratulieren kommt. Streng? Ja – aber viel viel besser für mich. Ja, das Baby ist da, aber Du bist auch da! Klar, kein Besucher hat die direkte Absicht, Dich zu stören. Allerdings steht das Baby zu dem Zeitpunkt im Vordergrund, deshalb darfst Du nicht vergessen, auch an Dich zu denken.

Zwei Dinge, die mir durch den Kopf gingen:

  1. Das Baby wird auch in zwei Tagen da sein.
  2. Wer weiß, wie es mir nach der Geburt geht.

Nach der ersten Geburt ging es mir sehr schlecht. Ich hatte die ganze Nacht durchgemacht und war erschöpft. Außerdem konnte ich vor Schmerzen nicht richtig sitzen und ich war nicht wirklich in der Lage, Besuch zu empfangen. Beim zweiten Kind habe ich meine Besucher im Krankenhaus auf diese Liste eingeschränkt:

  • Geschwisterkind
  • Schwiegereltern – in diesem Fall konkret nur meine Schwiegermutter mit Partner. Meinen Schwiegervater sehe ich nicht oft.
  • Meine Eltern (leider sind meine Eltern im Ausland und kamen erst eine Woche später)
  • Meine allerbeste Freundin – aber auch hier ohne Mann und Kinder

Ist das nicht gemein?

Nein, ist es nicht. Das Krankenhaus ist doch langweilig! Wenn das Baby schläft und Du bereits im Krankenhaus alles über die Geburt erzählt hast, bleibt wenig Spannendes übrig. Essen gibt es nicht auf der Station und am Tisch sitzen und Kaffee trinken konnte ich nicht. Es gab zwar ein Besucherzimmer auf der Station, aber da waren auch nur Holzstühle! Die Zimmernachbarin hätte sich bestimmt auch nicht allzu sehr über etliche Besucher gefreut. Also haben wir uns schon im Vorfeld entschieden, dass wir eine kleine Kaffeerunde zu Hause halten würden, sobald wir entlassen werden.

Baby Party – viel gemütlicher für alle!

Ich hatte ein paar Wochen vor der Entbindung schon leckere Kekse, Sekt, Bier und Säfte besorgt, und mein Mann hat an dem Tag frischen Kuchen gekauft. Es war viel schöner und es haben sich alle darüber gefreut. Das Baby wurde gefeiert, ich konnte in Ruhe auf einem Kissen sitzen und wenn man sich mal kurz zurückziehen muss, konnten sich die Gäste untereinander unterhalten. Es ist schon ziemlich unangenehm, wenn man im Krankenhaus auf die Toilette gehen muss und man weiß, dass drei Tanten vor der Tür sitzen und auf einen warten!

Und wenn sie darauf bestehen?

Tja, es gibt leider immer auch Personen, die nicht einsehen wollen, dass Du auch Wünsche und Bedürfnisse hast! Da wir wussten, wie wir es haben wollten, haben wir schon vorher Bescheid gegeben, dass wir erst zuhause wieder Besuch empfangen wollen. Wenn man offen damit umgeht, ist es für die meisten Leute kein Problem. Wie gesagt: Krankenhaus ist kein Wunschziel. Es kamen alle gerne zu uns nach Hause und wir haben richtig schön zusammen gefeiert. Klar hat man mehr Arbeit, aber auch mehr Freiheit und Gemütlichkeit und für uns kam es darauf an.

Die Anfangszeit entspannt genießen

Die Anfangszeit mit dem Baby ist etwas ganz Besonderes und ich habe diese Zeit beim zweiten Kind ganz bewusst genossen. Es war viel ruhiger und gemütlicher. Die große Schwester hatte viel Zeit, ihr neues Schwesterchen kennenzulernen und ich erholte mich in aller Ruhe von der Geburt. Ich hoffe, dass auch Du den Besuch im Krankenhaus nach Deiner Geburt so planen konntest, wie Du das wolltest.

 

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