Gelbkörperschwäche

Gelbkörperschwäche: Darum wirst Du nicht schwanger


Die Gelbkörperschwäche (med. Lutealinsuffizienz) ist eine von vielen Ursachen, weswegen Frauen trotz Kinderwunsch nicht schwanger werden. Ich erkläre Dir heute eine der häufigsten Diagnosen bei ungewollter Kinderlosigkeit, deren Ursache und wie die Lutealinsuffizienz behandelt werden kann. Und ich möchte Dir außerdem Mut machen, wenn Du selbst von einer Gelbkörperschwäche betroffen bist, denn eine Behandlung hat sehr gute Erfolgschancen.

Gelbkörperschwäche: Was bedeutet das?   

Der Gelbkörper wird während bzw. nach dem Eisprung gebildet. Beim Eisprung schlüpft die Eizelle aus dem Eibläschen (Follikel). Dieser Follikel bzw. sein übrig gebliebener Rest wird zum Gelbkörper umgewandelt. Dieser produziert Hormone wie zum Beispiel LH und Progesteron, um die Gebärmutterschleimhaut zu unterstützen und sie optimal auf die Einnistung der befruchteten Eizelle vorzubereiten.

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Wenn zu wenig Progesteron gebildet wird, bezeichnen Mediziner dies als Gelbkörperschwäche oder Lutealinsuffizienz. Diese führt dazu, dass sich die Gebärmutterschleimhaut nicht oder nur schlecht aufbaut und erschwert so die Einnistung. Häufig kommt es deshalb auch zu frühen Fehlgeburten.

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Woran erkennt man eine Gelbkörperschwäche?

Eine Gelbkörperschwäche äußert sich in unterschiedlichen Symptomen. Es ist möglich, dass Du unter einer Gelbkörperschwäche leidest, wenn eines der folgenden Symptome bei Dir vorliegt:

  • Eine verkürzte zweite Zyklushälfte: Das bedeutet, dass die Phase nach dem Eisprung weniger als 14 Tage lang ist. Ob dies bei Dir der Fall ist, kannst Du zum Beispiel durch das Führen einer Temperaturkurve oder durch den Einsatz von Ovulationstests herausfinden. Auch Zyklus-Computer können eine gute Hilfe sein.
  • Zwischenblutungen in der zweiten Zyklushälfte: Auch regelmäßige, ungewöhnliche Blutungen nach dem Eisprung können ein Zeichen für eine Lutealinsuffizienz sein.
  • Du leidest unter PMS: Das prämenstruelle Syndrom äußert sich oftmals in starken Stimmungsschwankungen, Brustschmerzen oder Unterleibskrämpfen in der zweiten Zyklushälfte. Sind diese Beschwerden bei Dir stark ausgeprägt, so kann auch dies für einen Progesteronmangel sprechen.
  • Frühe Fehlgeburten: Aborte in der ersten Schwangerschaftswochen können an einer Unterversorgung der Gebärmutterschleimhaut liegen. Eine Gelbkörperschwäche kann die Ursache sein.

Dein Frauenarzt kann anhand Deiner Blutwerte feststellen, ob eine Gelbkörperschwäche vorliegt. Dazu wird er in der 2. Zyklushälfte mehrmals Blut abnehmen, um den Progesteronspiegel zu messen. Durchschnittliche Werte unter 10 ng/ml sprechen für eine Lutealinsuffizienz bzw. beschreiben einen Progesteronmangel. Daneben kann in der 1. Hälfte des Zyklus der Östradiolspiegel bestimmt werden, um festzustellen, ob die Follikelreifung gestört ist.

Was ist die Ursache der Lutealinsuffizienz?

Die Gelbkörperschwäche ist meist Folge einer unzureichenden Follikelreifung. Dies ist beispielsweise beim PCO-Syndrom der Fall. Daneben können auch Infektionen ursächlich für eine Lutealinsuffizienz sein. Insbesondere tritt eine Gelbkörperschwäche oftmals auch in den ersten Monaten nach dem Absetzen der Pille auf, weil sich Dein Hormonhaushalt erst wieder regulieren muss.

Wie die Lutealinsuffizienz behandelt wird

Eine Gelbkörperschwäche kann meistens gut behandelt werden. Hierzu kennt Dein Gynäkologe unterschiedliche Behandlungsmethoden:

  • Die Zufuhr von Gelbkörperhormonen in der 2. Zyklushälfte: Progesteronpräparate wie Utrogest oder Crinone unterstützen die Gelbkörperreifung.
  • hCG-Spritzen: hCG wird bei Schwangeren gebildet und regt den Gelbkörper an, noch mehr Gelbkörperhormone zu bilden, um den Embryo besser halten zu können. hCG kann deshalb auch bei einer Gelbkörperschwäche Erfolge bringen.
  • Die zusätzliche Gabe von Östrogen nach dem Eisprung: Auch durch die Zufuhr von Östrogenpräparaten kann die Lutealphase unterstützt werden.
  • Medikamente zur Unterstützung der Eizellreifung: Clomifen, FSH und hMG verbessern die Entwicklung der Follikel. Dies hat zur Folge, dass auch die Reifung des Gelbkörpers unterstützt und die Gebärmutterschleimhaut optimal aufgebaut wird. In der Folge kann sich die befruchtete Eizelle besser einnisten.

Die Behandlung einer Gelbkörperschwäche kann von Deinem Frauenarzt oder auch in einer Kinderwunschpraxis durchgeführt werden.

Weitere Ursachen ungewollter Kinderlosigkeit

Nicht nur eine Gelbkörperschwäche führt dazu, dass Du gegebenenfalls nicht so schnell schwanger wirst. Daneben gibt es viele weitere Ursachen ungewollter Kinderlosigkeit wie zum Beispiel:

  • Das PCO-Syndrom: Bei vielen Frauen, die unter PCO leiden, findet kein oder nur selten ein Eisprung statt.
  • Endometriose: Bei dieser Erkrankung breitet sich die Gebärmutterschleimhaut bzw. gebärmutterschleimhautähnliches Gewebe auch außerhalb der Gebärmutter aus. Auch Endometriose kann Ursache dafür sein, dass Du noch nicht schwanger geworden bist.
  • Schilddrüsenfehlfunktionen: Bei etwa jeder 10. Frau, die ungewollt kinderlos ist, ist eine Über- (Hyperthyreose) oder Unterfunktion (Hypothyreose) der Schilddrüse ursächlich für die Kinderlosigkeit.
  • Organische Ursachen: Denkbar sind auch angeborene oder erworbene Organfehlbildungen der Eierstöcke, der Eieiter oder auch der Gebärmutter, die dazu führen, dass keine oder nur schwer eine Schwangerschaft eintreten kann. Derartige Anomalien sind nicht nur selten(er), sondern meist auch bereits vor einer Kinderwunschbehandlung bekannt.

Übrigens: Bei 30% der Kinderwunschpaare liegt die Ursache der Kinderlosigkeit beim Mann, bei weiteren 30% bei der Frau. Bei außerdem 30% der Paare liegt die Ursache bei beiden. Bei jedem 10. Paar, das in einer Kinderwunschklinik behandelt wird, besteht eine idiopathische Sterilität. Das bedeutet, dass Mann und Frau bislang keine Kinder zeugen konnten, der Grund dafür aber (noch) nicht erkannt wurde.

Ich wünsche Dir alles Gute und dass sich Dein Kinderwunsch schnell erfüllen lässt.

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