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HELLP-Syndrom: Symptome und Behandlung der Schwangerschaftserkrankung


In der Schwangerschaft befindet sich Dein Körper im Ausnahmezustand. Leider kann es gerade in dieser Zeit zu besonderen Komplikationen kommen, die gefährlich für Dich und Dein Baby sein können. Das HELLP-Syndrom zählt dazu. Wir erklären Dir, welche Symptome auf die schwere Schwangerschaftserkrankung hindeuten und was Du dann tun solltest.

HELLP-Syndrom: Was ist das?

Der Name des Syndroms, das 1982 erstmals durch Dr. Louis Weinstein beschrieben wurde, setzt sich aus seinen Symptomen zusammen:

  • H steht für “Hämolysis”, also auf deutsch “Blutzerfall”.
  • EL ist abgekürzt “Elevated Liver Enzyms”. Übersetzt sind das erhöhte Leberwerte, die bei der Erkrankung auftreten.
  • LP ist die Abkürzung für “Low Platelet Count”, also eine nachlassende Blutgerinnung.

Das HELLP-Syndrom zählt zu den schlimmsten Schwangerschaftsvergiftungen. Statistisch gesehen tritt diese Komplikation allerdings sehr selten auf: Bei etwa 0,2 % bis 0,85 % aller Schwangerschaften wird die Erkrankung festgestellt.

Wie erkenne ich, ob ich daran erkrankt bin?

Die Symptome des HELLP-Syndroms unterscheiden sich kaum von denen einer Magendarm-Grippe. Daher ist es auch schwierig, es festzustellen. Das kann nur durch einen Bluttest geschehen. Ist man daran erkrankt, zeigt man häufig diese Symptome:

  • starke Schmerzen im Oberbauch (oftmals rechts)
  • Übelkeit und/oder Erbrechen
  • Durchfall
  • starke Wassereinlagerungen
  • Nasenbluten
  • Sehstörungen
  • erhöhter Blutdruck
  • anhaltende, oft starke Kopfschmerzen

Solltest Du in der Schwangerschaft diese Symptome zeigen, solltest Du zur Sicherheit einen Arzt aufsuchen, vor allem, wenn die Symptome ganz plötzlich auftreten. Auch wichtig zu wissen: Bei etwa 20 % der Erkrankten treten Symptome erst nach der Geburt auf. Zeigst Du also nach der Entbindung die genannten Symptome, solltest Du ebenfalls einen Arzt aufsuchen.

Risikofaktoren

Was die Ursache für das HELLP-Syndrom ist, wurde noch nicht ausreichend erforscht. Es gibt aber Risikofaktoren, die eine Erkrankung begünstigen können:

  • Wenn Du bei einer vorausgegangenen Schwangerschaft am HELLP-Syndrom erkrankt warst, ist das Risiko bei einer darauffolgenden Schwangerschaft erhöht.
  • Auch bei einer Mehrlingsschwangerschaft besteht erhöhtes Risiko.
  • Unter 25 ist die Gefahr einer Erkrankung besonders gering, darüber ist es wahrscheinlicher, dass das HELLP-Syndrom auftritt.
  • Bluthochdruck oder Diabetes sowie Immunstörungen und Autoimmunerkrankungen können die Komplikationen begünstigen.
  • Künstliche Befruchtungen können das Risiko ebenfalls erhöhen. Der Grund: Durch sie wird ein Eingriff in den Hormonhaushalt durchgeführt.

Gefahren bei einer Erkrankung

Nicht nur für Dich kann eine solche Schwangerschaftsvergiftung lebensgefährlich sein. Vor allem für Dein ungeborenes Baby stellt das HELLP-Syndrom eine potenzielle Lebensgefahr dar. Umso wichtiger ist, dass die Erkrankung schnellstmöglich erkannt und behandelt wird.

Wie wird das HELLP-Syndrom behandelt?

Die Therapie richtet sich danach, wie weit die Schwangerschaft fortgeschritten ist. Vor der 32. Schwangerschaftswoche wird die Entbindung meist hinausgezögert. Es kommt dann zur medikamentösen Behandlung, bei der unter anderem blutdrucksenkende und krampflösende Medikamente zum Einsatz kommen. Oftmals kann aber nur ein Notkaiserschnitt das Leben der Schwangeren und des ungeborenen Kindes retten. Da dieser aber das Symptom nicht bekämpft, ist eine umfassende Nachsorge unabkömmlich.

Kann ich der Schwangerschaftsvergiftung vorbeugen?

Da nicht genau belegt ist, was die Ursache für das HELLP-Syndrom ist, ist es auch nicht möglich, ihm gezielt vorzubeugen. Folgendes kannst Du aber tun, um Risikofaktoren zu verringern und dafür zu sorgen, dass das Syndrom schnellstmöglich erkannt wird, falls Du daran leidest:

  • Halte Deine Vorsorgeuntersuchungen unbedingt ein. Nur so kann schnellstmöglich erkannt werden, wenn etwas nicht stimmt. Und: Beim kleinsten Verdacht auf eine Schwangerschaftsvergiftung solltest Du zum Arzt. Lieber einmal zu viel als zu wenig. Warst Du schon einmal daran erkrankt und bist erneut schwanger, ist eine regelmäßige Überwachung in der Schwangerschaft ratsam.
  • Eine gesunde Ernährung ist so oder so wichtig in der Schwangerschaft. Durch sie kann ein Nährstoffmangel ausgeglichen und Dein Immunsystem gestärkt werden.
  • Vermeide Stress! Da sich Stress auch auf den Hormonhaushalt auswirkt, ist es gerade in der Schwangerschaft wichtig, dass Du ihn vermeidest, Dir immer wieder Pausen und Ruhe gönnst.
  • Bluthochdruck senken: vor oder im frühen Stadium der Schwangerschaft kann Bluthochdruck durch blutdrucksenkende Medikamente gesenkt werden.

Unsere Texte zu Gesundheitsthemen ersetzen keinesfalls den Arztbesuch.
Mehr Infos dazu findest Du hier.

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