Mein Baby will nicht mehr gestillt werden


In letzter Zeit war so viel los, dass ich gar nicht hinterher gekommen bin, euch davon zu berichten. Daher fang ich einfach mal mit der größten Veränderung an: Mein Kleiner (9 Monate) will nicht mehr gestillt werden. Wie er darauf kam, weiß nur er alleine und da er noch nicht spricht, wird das auch vorerst sein Geheimnis bleiben ;-)

Manchmal kommt es anders als man denkt…

Eigentlich wollte ich meinen Kleinen 12 Monaten lang stillen und ihn dann langsam abstillen. Soweit war zumindest der Plan. Bei meinem Großen (fast 4), ging dieser Plan auch auf. Ihn hatte ich mit 12 Monaten nur noch zum Einschlafen gestillt und mit 14 Monaten dann abgestillt. Aber nicht alle Kinder sind gleich und so kam es, wie so oft, anders als man denkt.

Wieso will mein Baby nicht mehr gestillt werden?

Wir waren gerade zu Besuch bei meinen Eltern und hatten viel vor. Außerdem beschäftigte mich gerade noch das Thema „Trinkt mein Baby genug?“. Ich übte jeden Tag mit meinem Kleinen aus der Tasse trinken und es funktionierte immer noch gut. Er trank ein paar Schlückchen, grinste stolz und danach konnte man das Lätzchen auswringen – neuer Alltag also. Ebenfalls zu unserem neuen Alltag gehörte, dass mich mein kleiner Spatz ab und zu beim Stillen zwickte. Natürlich war ich alles andere als begeistert, aber ich war mir sicher, dass das bald wieder vergehen würde – zumindest war das bei meinem Großen so (tja, die beiden sind einfach sehr unterschiedlich …).

Mittwochs wollte er dann nur noch abends zum Einschlafen gestillt werden und donnerstags nicht mal mehr abends. Bei allen Versuchen ihn anzulegen machte er keine Anstalten mehr zu saugen. Er ging nur noch mit seinen Zähnen an die Brust. Da er Donnerstagabend sehr viel gegessen hatte, dachte ich noch, dass dies der Grund für seine Stillverweigerung war. Papa trug unseren Kleinen dann in den Schlaf, da ich noch verabredet war. Nachts trank unser kleiner Spatz von einer Brust ein bisschen was und schlief dabei wieder neben mir ein. Morgens spannte die andere Brust dann schon ganz schön. Bisher kein Problem, denn mein Kleiner trank normalerweise morgens eine Seite leer. Frühstück eben. Aber diesmal nicht. Er zwickte nur und machte wieder keine Anstalten zu trinken. Vielleicht ist er noch nicht hungrig, dachte ich mir und frühstückte daher erst. Dann versuchte ich erneut ihn anzulegen. Wieder Fehlanzeige. Ihr könnt Euch sicherlich vorstellen, wie frustriert, verwirrt und sauer ich langsam war.

Wo ist die nächste Milchpumpe?

Da mein Kleiner mittlerweile hungrig war, bekam er seinen ersten Frühstücksbrei. Mir war langsam klar, dass ich eine Milchpumpe brauchte. Meine Milchpumpe war noch zu Hause in Berlin. Alles war dabei, nur die Milchpumpe hatte ich vergessen. Kein Wunder, denn ich hatte sie seit der Geburt meines zweiten Sohnes noch nie gebraucht.

Da Feiertag war (natürlich!), telefonierte ich die Notapotheken durch. Manche Apotheken verleihen ja Milchpumpen. Leider waren jedoch keine Milchpumpen vorhanden oder alle verliehen. So ein Pech! Papa schlug vor, eine Nachbarin meiner Eltern zu fragen. Ich ging gleich zu ihr rüber und hatte diesmal Glück. Sie hatte ihre Milchpumpe noch im Keller und gab sie mir gleich mit. Ich war so erleichtert!

Meine Eltern und der Papa unternahmen etwas mit den Jungs und ich konnte in Ruhe alles vorbereiten. Erst alle Teile gründlich reinigen, dann auskochen, Brust vorwärmen und ENDLICH abpumpen. Nun hatte ich viel Zeit nachzudenken, schließlich dauerte es eine Stunde, bis die Milch aus beiden Brüsten abgepumpt waren. Zum ersten Mal kam mir der Gedanke, dass mein Kleiner vielleicht gar nicht mehr gestillt werden wollte. Doch ich muss zugeben, dass ich es nicht gleich wahr haben wollte. Das Ganze traf mich einfach sehr unvorbereitet. Daher versuchte ich, meinen kleinen Spatz noch ein paar Mal anzulegen. Aber er blieb dabei und wollte weiterhin nicht mehr an der Brust trinken.

Weiter probieren oder es akzeptieren?

Vielleicht wundert Ihr Euch, dass ich immer wieder versuchte mein Baby doch noch einmal anzulegen. Ich versuchte einfach ein Gefühl dafür zu bekommen, was mein Sohn wirklich will bzw. nicht mehr will.

Schließlich akzeptierte ich die neue Situation und kann nun sagen, dass ich nun froh bin, dass sich mein Sohn selbst abgestillt hat. Ich gebe zu, dass es ein bisschen gedauert hat, bis ich so weit war. Aber ich finde, jede Mutter sollte sich hier die Zeit nehmen, die sie braucht.

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