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Schlafregression: 7 Tipps für einen besseren Babyschlaf


Der Schlaf ist bei einer Familie mit Baby ein Kernthema. Das ist auch kein Wunder, denn davon hängt nicht nur die Laune des Säuglings, sondern auch seiner Eltern ab. Vielleicht hast Du bereits festgestellt, dass es immer wieder Phasen gibt, in denen Dein Kind deutlich schlechter schläft. Es kann sein, dass Dein wenige Monate altes Baby bereits einen guten Schlafrhythmus hatte und plötzlich ist wieder alles durcheinander. Wenn Dein Kleines scheinbar keine Ruhe mehr findet, könnte das an der Schlafregression liegen. 

Was ist die Schlafregression? 

Die Schlafregression beschreibt Phasen, in denen Dein Baby plötzlich schlechter schläft. Es scheint insgesamt Probleme dabei zu haben, zur Ruhe zu kommen. Es kann sein, dass es sich auf einmal gegen die Schläfchen tagsüber genauso wehrt wie gegen den Nachtschlaf.  

Kinder haben während der Schlafregression sowohl Schwierigkeiten beim Einschlafen als auch beim Durchschlafen.

Das wirkt sich natürlich auch negativ auf Euch als Eltern aus. In Zeiten der Schlafregression kann die Stimmung bei Dir zu Hause durchaus angespannt sein, denn Schlafmangel ist keine schöne Sache. Doch Du musst wissen, dass die Schlafregression völlig normal ist und auch wieder vorübergeht.  

Warum kommt es zur Schlafregression? 

Das Phänomen tritt in Phasen auf, in denen Dein Baby große Entwicklungsschritte macht. Vielleicht hat Dein Kind bereits den ein oder anderen Wachstumsschub hinter sich. Dann hast Du dabei wahrscheinlich bemerkt, dass es während dieser Zeit schlechter schläft.  

 

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Das Gehirn verarbeitet im Schlaf alle Erlebnisse und Informationen, die zuvor erhalten hat. Wenn sich Dein Kind in einer Wachstumsphase befindet, passiert besonders viel. Deshalb hat das Gehirn viel zu tun und kann nur schwer abschalten.

Die Schlafregression tritt in der Regel zu Zeiten der Wachstumsschübe auf.  

Während sich die motorischen und kognitiven Fähigkeiten Deines Babys in diesen Phasen weiterentwickeln, entwickelt sich Dein Kind in Bezug auf sein Schlafverhalten scheinbar zurück.

Im Wort „Regression“ kommt dieser Rückfall zum Ausdruck. Regression bedeutet so viel wie „zurückgehen“, „zurückfallen in der Entwicklung“ oder „rückläufige Tendenz“.  

Wann tritt die Schlafregression beim Baby auf? 

Wie bei den allen Entwicklungsschritten, ist der Zeitpunkt der nächsten Schlafregression Deines Babys nicht in Stein gemeißelt. Jedes Kind entwickelt sich anders.

Aber in der Regel tritt eine Schlafregression rund um die folgenden Lebensmonate auf:

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Baby 4 Monate – Schlafregression

Mit etwa 4 Monaten befinden sich viele Babys im 19-Wochen-Schub. Die Welt steht kopf und damit auch der Schlaf. Dein Baby lernt gerade viele neue Dinge kennen, es fängt an, gezielt nach Dingen zu greifen. Manche Babys können sich in diesem Alter bereits selbstständig umdrehen.  

Auch der Schlaf Deines Kindes verändert sich in diesem Alter. Ein gesunder Schlaf unterteilt sich in vier Phasen: Einschlafen, Leichtschlaf, Tiefschlaf und Traumschlaf.

Beim 4 Monate alten Baby prägen sich die einzelnen Schlafphasen nun stärker aus und sie dauern inzwischen auch länger an.

Weil das für Dein Baby ungewohnt ist, kann es sein, dass es bei den Übergängen aufwacht. Es kann also sein, dass Dein Kind plötzlich alle 1,5 Stunden aufwacht, während es zuvor vielleicht schon 4 oder 5 Stunden durchgeschlafen hat.

Schlafprobleme: Baby 8 Monate 

Ist Dein Baby 8 Monate alt, schreitet seine Entwicklung rasant voran. Vielleicht hat es den 37-Wochen-Schub schon hinter sich und kann bereits krabbeln. Die Babys sind mit 8 Monaten insgesamt viel mobiler als noch vor ein paar Wochen.

Viele Kinder robben in diesem Alter bereits vergnügt über den Boden und versuchen sich an allen möglichen Gegenständen hochzuziehen. Die Umgebung wird immer spannender. Durch die neuen Reize arbeitet das Gehirn Deines Babys auf Hochtouren.  

Es versteht jetzt auch, dass die Welt aus verschiedenen Kategorien besteht: Dinge, Menschen und Tiere. Auch die ersten weißen Zahnspitzen können in diesem Alter durchbrechen.

Viele neue Eindrücke und Fähigkeiten können Deinen Säugling auch erst einmal verunsichern. Die Schlafregression mit 8 Monaten ist eine Folge davon.  

12 Monate altes Baby & Schlafregression

Viel Babys im Alter von 12 Monaten sind damit beschäftigt, das Laufen zu lernen. Das Zahnen geht ebenfalls weiter.

Die Kleinen werden immer selbstständiger. Sie haben den Wunsch, viele Dinge alleine zu machen, scheitern dann aber an den noch nicht vorhandenen Fähigkeiten. Dadurch kann Frustration entstehen. Die Kleinen sind leicht reizbar, fremdeln oder sind anhänglich – typische Anzeichen auch für den 55-Wochen-Schub rund um den ersten Geburtstag.

Zusätzlich kommt es für viele Babys mit 12 Monaten zu einer großen Veränderung in ihrem Alltag. Viele Mütter möchten wieder arbeiten, sodass die Eingewöhnung in einer Kindertagesstätte ansteht. Manche Kinder tun sich nicht leicht damit, ihre Trennungsängste und Unsicherheiten zu überwinden.

Der neue Alltag mit Kita kann sich natürlich auf den Schlaf Deines Kindes auswirken und eine Ursache für die Schlafregression rund um den 12. Monat sein.

Die Schlafregression rund um den ersten Geburtstag kann sich bei Deinem Kind z.B. darin äußern, dass es tagsüber nicht mehr so gerne 2 Nickerchen machen möchte. Dabei wäre bis zu einem Alter von ca. 15 Monaten mehr als 1 Mittagsschlaf notwendig, damit die Kleinen gut ausgeruht sind.  

Schlechtschlafphase: Baby im 18. Monat 

Falls Du denkst, dass es nach dem 1. Lebensjahr mit dem Schlaf Deines Babys leichter wird, hast Du recht. Aber es kommt auch danach zu einer Schlafregression, typischerweise um den 18. Monat.

Jetzt machen die Kleinkinder nochmal einen großen Wachstumsschub (75-Wochen-Schub). Sie fangen an zu verstehen, dass sie selbstständige Wesen sind, und können nun ihren Platz in der Familie einordnen.

Außerdem wird ihnen bewusst, dass sie eine eigene Meinung haben, weshalb das Wort „Nein“ jetzt besonders beliebt ist. Insgesamt sprechen und verstehen die Knirpse immer mehr.

Es passiert sehr viel im Leben der Kleinen, weshalb sie wieder in eine Schlafregression fallen können. Dabei kommt es auch vor, dass sie erste Albträume haben. Das ist mit rund 1,5 Jahren völlig normal und kein Grund zur Sorge.  

Wie lange dauert die Schlechtschlaf-Phase an? 

Babys und Kinder entwickeln sich recht unterschiedlich. Deshalb kann man weder genau vorhersagen, wann es zu einer Schlafregression kommt, noch wie lange diese andauern wird.

Solltet Ihr als Familie sehr unter der Schlafregression leiden, ist es vielleicht ein kleiner Trost zu wissen, dass es eine Phase ist, die auch wieder vorübergeht.

  • Die erste Schlafregression ist normalerweise etwas kürzer und dauert 2 bis 4 Wochen.
  • Die übrigen Schlechtschlaf-Phasen halten eher 4 bis 6 Wochen an.

In der Regel habt Ihr eine akute Schlafregression also nach 2 bis 6 Wochen überstanden.  

An welchen Symptomen erkennst Du die Schlafregression? 

Falls Du Dir nicht sicher bist, ob sich Dein Kind gerade in der Schlafregression befindet, dann kannst Du auf folgende Anzeichen achten:  

  • Schlechtes Einschlafen: Die Einschlafbegleitung dauert tagsüber und auch abends wesentlich länger als gewöhnlich. 
  • Größeres Nähe-Bedürfnis: Viele Babys wünschen sich während der Schlafregression sehr viel körperliche Nähe. Sie wollen sich nicht gerne ablegen lassen. Dadurch schlafen manche tagsüber auch nur in der Trage.
  • Mehr Weinen und Quengeln: Durch die vielen Reize weinen und quengeln die Babys mehr. Sie lassen sich schwerer beruhigen als normalerweise.  
  • Kurze Schlafdauer: Die Schlafdauer ist deutlich kürzer als sonst.  
  • Mehr Hunger: Manche Babys haben während der Schlafregression einen größeren Appetit. Sie brauchen mehr Energie für Ihre Entwicklung.  

7 Tipps: So kannst Du Deinem Baby helfen 

Egal, ob Dein Baby als Neugeborenes, mit 4 Monaten, mit einem halben Jahr oder 1,5 Jahren schlechter schläft. In jedem Alter helfen diese 7 Tipps Deinem Kind, besser und ruhiger zu schlafen:

1. Routine im Alltag

Die Schlafregression wird unter anderem dadurch ausgelöst, dass das Gehirn Deines Babys sehr viel zu verarbeiten hat. Deshalb kann es helfen, wenn Euer Alltag möglichst regelmäßig abläuft.

Versuche, Eure Routinen so gut wie möglich einzuhalten. Dadurch gibst Du Deinem Kleinen Sicherheit. Aufregende Erlebnisse führen dazu, dass Dein Kind zusätzlichen Reizen ausgesetzt ist, die es verarbeiten muss. Um Euch Erleichterung zu verschaffen, verlege besondere Ausflüge und Aktivitäten lieber auf einen anderen Zeitpunkt.  

2. Einschlafritual

Bis zur ersten Schlafregression rund um den 4. Monat habt Ihr vielleicht schon ein schönes Schlafritual entwickelt. Halte daran fest, denn es hilft Deinem Kind jetzt, besser zur Ruhe zu kommen. Habt Ihr bisher noch keine feste Schlaf-Routine, ist nun ein guter Zeitpunkt dafür, eine einzuführen.

➔ Lass Dich von unserer Autorin Sandra inspirieren, die hier über ihre Schlafroutine schreibt.

3. Stressabbau

Die vielen neuen Eindrücke und neu erworbenen Fähigkeiten können bei Deinem Baby Stress auslösen. Versuche deshalb so viel Ruhe und Entspannung in Euren Tagesablauf einzuplanen wie möglich. Gute Optionen, um Stress abzubauen, sind Spaziergänge in der Natur. Auch ein Bad hilft den Kleinen oft beim Relaxen.  

4. Hilfsmittel

Damit Dein Baby besser schläft, darfst Du selbstverständlich auf bewährte Hilfsmittel zurückgreifen. Viele Familien schwören z.B. auf eine Federwiege, deren Bewegung die Kleinen sanft in den Schlaf schaukelt. Wie bereits erwähnt, kann auch eine Babytrage eine super Lösung sein. Manche Säuglinge reagieren gut auf Weißes Rauschen oder die sanfte Melodie einer Spieluhr.  

5. Zuneigung und Nähe

Auch wenn Du selbst erschöpft und übermüdet bist, versuche möglichst geduldig zu bleiben. Gib Deinem Baby jetzt die Nähe und Zuneigung, die es in der schwierigen Phase braucht.

Halte Dir vor Augen, dass Dein Kind Dich nicht absichtlich ärgert, wenn es in der Schlafregression nicht ein- oder durchschlafen kann. Es ist einfach verunsichert und braucht deshalb Deine Aufmerksamkeit.  

6. Angenehme Schlafumgebung

Sorge dafür, dass Dein Baby eine angenehme Schlafumgebung hat:

  • Die Temperatur sollte zwischen 16 und 18 Grad liegen.
  • Lüfte das Zimmer regelmäßig.
  • Wähle einen zur Jahreszeit bzw. Schlafzimmer-Temperatur passenden Schlafsack für Dein Kind
  • Sorge dafür, dass es im Zimmer zum Schlafen ruhig und abgedunkelt ist.
  • Ab dem 4. Monat produziert Dein Baby selbst Melatonin, das für einen guten Schlaf notwendig ist. Damit die Produktion einwandfrei funktioniert, sollte es so dunkel wie möglich sein. Gegen ein kleines Nachtlicht ist aber nichts einzuwenden.  

7. Hilfe suchen

Wenn Du merkst, dass es Dir selbst nicht gut geht, suche Dir Unterstützung. Wer bis zu 6 Wochen kaum Schlaf bekommt, der kriecht auf dem Zahnfleisch.

  • Wechsle Dich mit Deinem Partner bzw. Deiner Partnerin ab.
  • Versuche, den notwendigen Schlaf tagsüber nachzuholen.
  • Vielleicht können Dich auch Großeltern, Freunde oder Nachbarn unterstützen. Je besser Dein Netzwerk ist, desto entspannter kommst Du auch durch schwierige Phasen.  

Die Zeiten der Schlafregression können, müssen aber nicht, eine große Herausforderung für Dich und Dein Baby sein. Sollte es Euch richtig schlimm erwischt haben, dann denke daran: Die Schlafregression ist nur eine Phase und geht auch wieder vorbei. Jedes Kind schläft früher oder später durch und auch Dein Baby wird es schaffen!

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