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Schnuller oder Daumen – was ist besser?


Jedes Baby nuckelt gerne, denn Saugen ist ein Grundbedürfnis. Dein Kleines hat bereits in Deinem Bauch am Daumen gelutscht und saugt von Geburt an, sobald Du seine Lippen oder die Zungenspitze berührst. Der Saugreflex sichert das Überleben Deines Kindes, denn ohne ihn würde es verhungern. Säuglinge und Kleinkinder saugen aber auch, wenn sie schon satt sind. Wenn ein Baby sein Saugbedürfnis gerade nicht an der Brust stillen kann, nutzt es dafür die Finger oder auch einen Schnuller, sofern Du diesen anbietest. Doch was ist eigentlich besser für Dein Kind — Schnuller oder Daumen?

Schnuller oder Daumen? Am liebsten ohne!

Als Mama oder Papa wünschst Du Dir wahrscheinlich, dass Dein Kind weder schnullert noch am Daumen lutscht. Babys Saugbedürfnis ist allerdings so groß, dass die meisten Eltern früher oder später doch zum Nucki greifen — spätestens dann, wenn das Baby gefühlte 24 Stunden am Tag an die Brust will und sich ohne Nuckeln nur schlecht beruhigt. Erhebungen zufolge haben 6 bis 8 von 10 Kindern in den ersten beiden Lebensjahren einen Schnuller. Zwischen 65 und 90 % aller Kinder zwischen 0 und 2 Jahren lutschen am Daumen – oft zusätzlich zum Schnullern.

Vor- und Nachteile des Schnullers

Bevor Du Dich für oder gegen einen Schnuller für Dein Kind entscheidest, solltest Du Dich mit den Vor- und Nachteilen des Nuckis beschäftigen.

Der Schnuller hat einige Vorteile:

  • Der Schnuller beruhigt. Er spendet Trost und befriedigt das Saugbedürfnis Deines Babys. Das Saugen am Nuckel setzt Hormone frei, die Dein Kind entspannen.
  • Studien zufolge senkt der Einsatz des Schnullers im Schlaf die Gefahr des plötzlichen Kindstods um – je nach Erhebung – 50 bis 90 %. Warum dies so ist, ist bislang nicht bekannt.
  • Der Schnuller ist im Gegensatz zum Daumen nur dann verfügbar, wenn er dem Kind gegeben wird. Auf den ersten Blick ist der Schnuller deshalb leichter abzugewöhnen.
  • Schnullern fördert die Verdauung.
  • Die meisten Schnuller haben eine kiefergerechte Form. Im Gegensatz zum Daumen führt diese Form dazu, dass seltener Zahnfehlstellungen auftreten.

Die Nachteile des Nuckis:

  • Studien zufolge kann durch den Einsatz des Schnullers eine Saugverwirrung beim Baby ausgelöst werden. Dies bedeutet, dass Dein Baby an der Brust nicht mehr gut trinkt, sondern sich hin und her windet, die Brust gänzlich verweigert oder sehr unruhig beim Stillen ist. Ob es Saugverwirrungen überhaupt gibt, ist allerdings umstritten. Du solltest Deinem Kind den Nuckel aber vorsichtshalber erst ab dem Alter von ca. 6 bis 8 Wochen anbieten, um diesen Effekt zu vermeiden. Dann hat sich das Stillen oder Flasche geben in der Regel gut eingespielt und Du erkennst auch besser, ob Dein Kind Hunger hat oder ob es zur Beruhigung nuckelt.
  • Kinder, die über den 3. Geburtstag hinaus schnullern, bekommen häufiger Zahn- und Kieferfehlstellungen als Kinder, die keinen Nuckel nutzen. Dies ist allerdings auch beim Daumen der Fall. Du solltest den Schnuller deshalb dosiert und nur zum Beruhigen Deines Babys einsetzen.
  • Das Nuckeln kann die Sprachentwicklung des Kindes beeinträchtigen, da die Zunge des Kindes ständig am Schnuller anstößt.
  • Wenn sich Dein Baby an den Schnuller gewöhnt hat, musst Du ihn möglicherweise in der Nacht suchen und unterwegs immer dabei haben — insbesondere, wenn Du bereits abgestillt hast.
  • Schnuller musst Du regelmäßig sterilisieren und alle paar Monate in der passenden Größe nachkaufen.

Vor- und Nachteile des Daumens

  • Im Gegensatz zum Schnuller, den Du aktiv anbieten kannst (oder auch nicht), wird Dein Baby den Daumen irgendwann von alleine finden und daran saugen. Der Finger ist immer da, wenn Dein kleiner Schatz ihn braucht.
  • Das Problem am Daumenlutschen ist: Der Daumen ist hart und wenig kiefergerecht. Das Saugen am Daumen kann starke Kieferfehlstellungen hervorrufen. Laut der Gesellschaft für Zahngesundheit, Funktion und Ästhetik ist deshalb der Schnuller das kleinere Übel. Diese Empfehlung teilen auch die Kinder- und Jugendärzte im Netz.
  •  Daumenlutschen lässt sich nur schwer abgewöhnen, denn der Finger ist für Dein Kind jederzeit verfügbar. Kinder, die am Daumen lutschen, gewöhnen sich das Nuckeln deshalb oft erst später ab als Schnuller-Kinder.

Bis zu welchem Alter sind Schnuller oder Daumen vertretbar?

Die Kinder- und Zahnarztverbände empfehlen, dem Kind den Schnuller spätestens bis zum 3. Geburtstag abzugewöhnen. Bis dahin nimmt das Saugbedürfnis der Kleinen immer weiter ab.
Der Schnuller und der Daumen sind aber weit mehr als nur reine Sauger. Das Nuckeln spendet Trost und beruhigt — und viele Kleinkinder können deshalb nur schwer darauf verzichten. Deshalb ist es oft gar nicht so einfach, den Schnuller oder Daumen wieder abzugewöhnen.

Schnuller oder Daumen: Jedes Kind ist anders

Eines fehlt bei der Diskussion um Schnuller oder Daumen häufig: Die Frage, was sich das Kind wünscht. Genauso wie manche Babys den Schnuller grundsätzlich ablehnen, gibt es auch viele Kinder, die nicht am Daumen nuckeln. Viele Babys suchen sich auch andere Objekte zur Beruhigung, wie etwa ein Schnuffeltuch oder ein Gummitier. Und was natürlich auch passieren kann, ist, dass das schnullerentwöhnte Kind ersatzweise am Daumen lutscht. Natürlich kannst Du Deinem Baby vorsorglich einen Schnuller anbieten, damit es nicht am Daumen nuckelt — ob das funktioniert, kannst Du letztendlich aber nicht beeinflussen.

Allzu viele Gedanken solltest Du Dir um die Frage nach Schnuller oder Daumen also nicht machen. Wichtig ist, dass Du Dein Kind liebevoll begleitest und Schnulli oder Daumen rechtzeitig wieder aus dem Mund verschwinden.

Tipps und Tricks zur Schnullerentwöhnung findest Du in unserem Artikel: Wann und wie gewöhne ich meinem Kind dem Schnuller wieder ab?

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