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Trennung in der Schwangerschaft: Alles, was Dir jetzt hilft


Ein Baby kündigt sich an! Eigentlich sollte es eine der schönsten Phasen des Lebens sein: Gemeinsame Vorfreude auf den Nachwuchs, schöne Unternehmungen zu zweit und ein Gefühl von Geborgenheit und Liebe. Die neue Situation mit dem Ausblick auf ein Leben zu dritt kann sich aber auch anders gestalten. Beziehungsstress in der Schwangerschaft ist keine Seltenheit. Vorher schon bestehende Differenzen zwischen den angehenden Eltern geraten unter der neuen Verantwortung eher an die Oberfläche und können zur Trennung in der Schwangerschaft führen. Da stellt sich schnell die Frage: Schwanger und allein – ist das überhaupt zu schaffen?

Ich selbst bin von Beginn an alleinerziehend und gebe Dir heute meine wertvollsten Tipps zu deinen Rechten, Formalitäten, Geburtsvorbereitung & Co. mit auf den Weg. So kannst Du die besondere Zeit der Schwangerschaft auch nach einer Trennung möglichst beruhigt genießen. Eins lass dir gesagt sein: Auch alleine – beziehungsweise mit Unterstützung aus Deinem Umfeld – wirst Du das wunderbar meistern. Selbst wenn es sich vielleicht gerade (noch) nicht so anfühlen mag.

Schwangerschaft alleine durchstehen: Hol dir Unterstützung

Die Trennung während Deiner Schwangerschaft ist Realität geworden. Nun wächst ein kleines Wunder in Deinem Bauch heran und Du bist wieder Single. Die nächsten Wochen können nicht nur emotional eine Achterbahnfahrt werden, auch organisatorisch kommt das eine und andere auf Dich zu. Und nicht zuletzt stehen Vorsorgen und vielleicht sogar ein Geburtsvorbereitungskurs an. Daher rate ich Dir: Hol Dir Unterstützung! Das, was Paare gemeinsam bewältigen und erleben, musst Du nicht alleine schaffen!

Nach einer Trennung vom Partner in der Schwangerschaft ist es wichtig, dass Du jetzt jemanden Vertrautes an Deiner Seite weißt. Eine mentale Stütze für die Zeit der Schwangerschaft und im Optimalfall sogar als Begleitperson für die Geburt Deines kleinen Schatzes. Daher ist es wichtig, dass Du Deine Bedürfnisse nahestehenden Personen aktiv kommunizierst. Sprich Deine Freunde und Familie also ruhig direkt an und sag ihnen, was Dir jetzt guttun würde. Zum Beispiel, wenn Dich eine nahestehende Person zu den Vorsorgeuntersuchungen begleitet? Teile Deine Ängste, Traurigkeit und auch Freudenmomente – wie beim ersten spürbaren Tritt in den Bauch. Du weißt nicht, an wen Du Dich wenden sollst? Online auf Social Media Plattformen hast Du die Möglichkeit in diversen Gruppen mit anderen Mamas in einer ähnlichen Lage in den Austausch zu gehen. Du bist nicht alleine!

Trennung vom Partner verarbeiten: Das kann helfen

Schon ohne Baby im Bauch ist eine Trennung oft emotional und es braucht Zeit, um die Situation zu verarbeiten. Ist Dein Schatz erstmal da, bleibt Dir wesentlich weniger Zeit für Dich und das Verarbeiten der Trennung von Deinem Partner in der Schwangerschaft. Daher ist es umso wichtiger, dass Du Dich jetzt um Dein Seelenleben kümmerst! Scheu Dich nicht davor therapeutische Hilfe in Anspruch zu nehmen. Es ist absolut legitim nach einer Trennung in der Schwangerschaft erst einmal am Boden zerstört zu sein und nicht weiter zu wissen. Weiterhin bieten Beratungsstellen der Diakonie, der Caritas, von Pro Familia oder Donum Vitae Dir wohnortnahe und kostenlose Unterstützung an.

Wichtig ist, dass Du Deinen Gefühlen Raum gibst. Ganz egal, ob Du Dich professionell begleiten lässt, Gespräche mit einer guten Freundin führst oder Dir Zeit für dich allein nimmst. Denke nur daran, das Thema nicht zu unterschätzen! Mir persönlich hat neben etlichen Gesprächen mit vertrauten Menschen viel Zeit mit mir selbst geholfen. Ich habe regelmäßig Yoga gemacht, weil es mir sehr hilft, ins Fühlen zu kommen. Das hat mir geholfen meine Emotionen fließen zu lassen.

Trennung in der Schwangerschaft: Welche Rechte habe ich?

Auch wenn Ihr Euch während der Schwangerschaft als Paar getrennt habt, so seid Ihr immer noch als Eltern miteinander verbunden. Schon während der Schwangerschaft ist es daher sinnvoll sich noch einmal gemeinsam über das Sorgerecht, den Unterhalt und Vorstellungen über das Umgangsrecht auszutauschen. Denn im Optimalfall spielt der Papa trotz Trennung eine wichtige Rolle im Leben des Kindes.

Mein Tipp: Informiere Dich über Deine Rechte und bereite alles Organisatorische vor der Geburt vor. Ist das Baby erst einmal da, ist Dein Fokus woanders.

Trennung in der Schwangerschaft: Lass’ die Vaterschaft anerkennen und kläre das Sorgerecht!

Insbesondere die Anerkennung der Vaterschaft ist nach einer Trennung in der Schwangerschaft von besonderer Bedeutung. Sie hat verschiedene rechtliche Folgen. Seid ihr als Eltern nicht miteinander verheiratet, besteht die Vaterschaft offiziell erst nach ihrer Anerkennung. Sprich: Anspruch des Kindes auf Unterhaltszahlungen, Erbe oder Waisenrente beim Tod des Vaters bestehen ohne sie nicht.

Seid Ihr schon beim Jugendamt, lässt sich bei dieser Gelegenheit gleich das Sorgerecht klären. Auch als getrennt lebende Eltern ist es nämlich möglich, das gemeinsame Sorgerecht zu haben. In einigen Fällen ist das alleinige Sorgerecht aber eher anzuraten. Wenn die Eltern z.B. weiter auseinanderwohnen, ist es praktikabler, die Entscheidungsbefugnis bei dem Elternteil zu belassen, bei dem das Kind lebt. So muss nicht etwa für die Kindergartenanmeldung, jeden Arztbesuch oder Reisen eine Unterschrift des anderen Elternteils organisiert werden.

Schwanger und alleine? Finanzielle Hilfen

Nicht nur für Deine seelische Unterstützung lohnt es sich schon in der Schwangerschaft, eine Beratungsstelle auszusuchen! Als (angehende) Alleinerziehende mit Einzelverdienst ist es gut möglich, dass Du finanzielle Unterstützung für Umstandskleidung und die Erstausstattung erhältst. Die Erstattung ist gehaltsabhängig. Setze Dich dazu am besten telefonisch mit der Dir nahegelegensten Beratungsstelle in Verbindung. Berichte von Deiner Situation und der Trennung in der Schwangerschaft. So kannst du einen persönlichen Termin vereinbaren und erfährst gleich, welche Unterlagen du dafür benötigst.

Der reguläre Unterhalt für Dein Kind richtet sich in der Regel nach der Düsseldorfer Tabelle und ist abhängig vom Gehalt des Vaters. Was viele nicht wissen: Nicht nur Dein Kind hat Anspruch auf Unterhalt! Auch Du hast ein Anrecht auf Betreuungsunterhalt – und zwar für die ersten drei Lebensjahre sofern Du Dein Kind selbst betreust.

Leistet der andere Elternteil nach der Geburt keinen Unterhalt, kannst Du (mit Vorlage der Vaterschaftsanerkennung) eine Beistandschaft beim Jugendamt beantragen. Sie tritt für die Interessen Deines Kindes ein. In dem Zuge kann übergangsweise ein Unterhaltsvorschuss als Sozialleistung der Jugendämter beantragt werden (aktuell 174€/Monat für bis 6-jährige, danach steigend).

Je nach persönlicher Situation gibt es noch weitere finanzielle Hilfen für Alleinerziehende.

So bereitest Du alle Anträge vor der Geburt vor!

Was Du ansonsten vor der Geburt noch vorbereiten solltest:

Ich habe gute Erfahrungen damit gemacht, alles vor der Geburt vorzubereiten. Dazu habe ich die nötigen Anträge und Kopien in schon passend adressierte Umschläge gelegt. Da die Anträge erst nach der Geburt mit der Geburtsurkunde in Kopie abgeschickt werden können, habe ich die Umschläge offengelassen. Mit Baby musste ich dann nur noch die Geburtsurkunde abholen, die Kopien in die Umschläge legen, zukleben, versenden – fertig!

Alles Wichtige rund um dieses Thema hat Dir Sandra in ihrem Beitrag “Anträge vor und nach der Geburt – einfach erklärt” übersichtlich zusammengefasst.

Trennung in der Schwangerschaft: Bereite Dich auf das Wochenbett vor!

Plötzlich bist Du alleine mit Baby zuhause? Das Wochenbett ist dazu da, dass Mama und Baby Kraft tanken können, um sich von der Geburt zu erholen und sich richtig kennenzulernen. In dieser Zeit ist Unterstützung wahnsinnig wichtig! Überlege Dir unbedingt vorher wie Du Dir den Alltag erleichtern kannst und baue Dir mindestens für die ersten Wochen ein Supportnetz auf!

Hier sind meine Anregungen:

  • Als Alleinerziehende hast Du Anspruch auf eine Haushaltshilfe, die Du schon vor der Geburt beantragen kannst. Alternativ: Frage Freunde oder Familie, ob sie Dich im Haushalt unterstützen können!
  • Koche so gut es geht Essen vor und friere es ein. So bleibst Du nährstoffmäßig gut versorgt und kannst kuscheln statt kochen.
  • Bitte Freunde und Familie aus Deiner Nähe Dir fertige Mahlzeiten zu bringen, indem sie was für Dich mitkochen.
  • Deine Waschmaschine ist nicht in der Wohnung, sondern im Keller? Wiederverwertbare große Plastiktaschen (gibt’s beim Discounter) sind optimal für eine Wäscheladung! Sie lassen sich bequemer auf der Schulter mit Baby in der Trage tragen als jeder Wäschekorb vor dem Bauch. Wer hat sein Baby schon gerne alleine in der Wohnung?
  • Wer kann in den ersten Tagen und Wochen für Dich einkaufen? Freunde? Lieferdienst vom Supermarkt?
  • Sinnvoll ist es auch eine Begleitung für die U-Untersuchungen direkt nach Geburt zu organisieren. Falls Ihr das Auto nutzt, kannst Du Dich so hinten neben Dein Baby setzen und musst Dir keine Gedanken um das Fahren bzw. ein weinendes Baby auf dem Rücksitz machen!

Trennung während der Schwangerschaft = alleine zur Geburt?

Du kannst zwar jetzt noch nicht sicher sagen, was Deine Bedürfnisse während der Geburt sein werden. Manche Frauen sind ganz in sich vertieft, nehmen ihr Umfeld kaum wahr und wollen keinen Körperkontakt. Andere wünschen sich eine bekannte Person nah bei sich. Unabhängig davon ist es aber Gold wert eine vertraute Person auf Abruf zu haben, die Dich bei Bedarf ins Krankenhaus fahren kann, für Dich einsteht und Dich während der Geburt so unterstützt wie Du es brauchst. Daher rate ich Dir in den nächsten Wochen in Dich hinein zu spüren: Bei welcher Person kannst Du vollkommen Du selbst sein?

Ich persönlich habe nach meiner Trennung in der Schwangerschaft meine Schwester und eine Freundin gefragt, ob sie sich vorstellen könnten mich ins Geburtshaus zu begleiten. Als die Wehen einsetzten rief ich meine Schwester an und war vollkommen happy damit – meine Freundin brauchte nicht mehr kommen.

Wichtig: Entscheide in der Situation! Es geht nur darum, was Dir guttut und Du musst es niemandem „recht machen“. Besprich das am besten in Ruhe vorab und geh mit den möglichen Begleitpersonen Deine Wünsche für den Ablauf der Geburt durch. So können sie Dich anstelle eines Partners unterstützen, während Du mit dem Veratmen der Wehen beschäftigt bist.

Fazit

Du hast jetzt einige Jahre vor Dir, in denen Du mit deinem kleinen Schatz das Abenteuer namens Familienleben verbringen darfst. Und glaub mir – auch wenn es alleine immer mal wieder herausfordernd sein kann – es hat auch viele Vorteile! Die letzten bald vier Jahre als Single-Mama waren für mich die spannendste Reise überhaupt. Ich wünsche Dir, dass Du genauso das Positive darin sehen kannst.  

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Du und Dein Baby: Mit der richtigen Unterstützung werdet Ihr trotz der Trennung in der Schwangerschaft Geburt und Wochenbett meistern

Haben meine Tipps zur Trennung in der Schwangerschaft Dir geholfen? Wie erlebst du Deine Schwangerschaft nach der Trennung? Ich freue mich auf Deinen Kommentar!

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