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Kreislaufprobleme in der Schwangerschaft – ganz normal oder gefährlich?


Nicht nur in der Sommerhitze kommt es in der Schwangerschaft deutlich häufiger zu Kreislaufproblemen wie Schwindel, Herzrasen oder gar Ohnmacht. Wodurch diese Schwangerschaftsbeschwerden verursacht werden, was Du vorbeugend gegen Kreislaufprobleme in der Schwangerschaft tun kannst und wann Du zum Arzt gehen solltest, erkläre ich Dir in diesem Artikel.

Die häufigsten Kreislaufprobleme in der Schwangerschaft

  • Niedriger Blutdruck, Schwindel oder sonstige Kreislaufprobleme können in jeder Phase der Schwangerschaft auftreten.
  • Viele Schwangere klagen vor allem über Schwindelgefühle beim Aufstehen nach längerem Sitzen oder Liegen. In seltenen Fällen sogar bis hin zum Kreislaufkollaps.
  • Damit geht manchmal auch Herzrasen oder Kopfschmerzen einher, da der Körper versucht, die Minderdurchblutung durch einen schneller Herzschlag auszugleichen.
  • Auch das Gefühl, dass das Blut in den Beinen “versackt” kennen die meisten Sommerschwangeren zu Genüge.

Wodurch entstehen Kreislaufprobleme in der Schwangerschaft?

In der Schwangerschaft steigt das Blutvolumen etwa um 25% an, das entspricht etwa einem Liter mehr Blut, das Dein Körper pumpen muss. Einzelne Organe werden in den unterschiedlichen Stadien der Schwangerschaft besonders gut durchblutet, anfangs z.B.die Niere, später vor allem das Becken, die Brust und natürlich die Gebärmutter, in der Dein Baby umherschwimmt und heranwächst.

Durch die starke Durchblutung der für die Schwangerschaft besonders wichtigen Organe kommt es zu einer schlechteren Durchblutung mancher anderer Körperteile. Das kann dazu führen, dass Du Kreislaufprobleme bekommst und Dir schwindelig wird. Dein Körper vollbringt wahre Höchstleistungen und manchmal stößt er dabei eben auch an seine Grenzen.

Sind Kreislaufprobleme in der Schwangerschaft gefährlich für Dein Baby und Dich?

Im eigentlichen Sinne stellen leichte Kreislaufprobleme in der Schwangerschaft keine ernstzunehmende Gefahr dar. Ein niedriger Blutdruck an sich ist jedoch zwar unangenehm und lästig, hat aber im medizinischen Sinn keinen Krankheitswert. Dass Du Dir Sorgen machst und Angst um Dein Baby hast, ist völlig verständlich und nachvollziehbar, in den meisten Fällen aber wirklich nicht nötig.

Gefährlich werden kann es allerdings, wenn Du bei einem Ohnmachtsanfall stürzt. Dann besteht natürlich ein Verletzungsrisiko. Gerade dann ist es wichtig, dass Du unsere Tipps zur Vorbeugung beherzigst (siehe unten) und Dein Umfeld über Deine Kreislaufprobleme Bescheid weiß.

Wann solltest Du mit Kreislaufproblemen in der Schwangerschaft zum Arzt gehen?

Eine ärztliche Abklärung von Kreislaufproblemen oder Schwindel in der Schwangerschaft macht Sinn, wenn sie erstmals auftreten. So kannst Du Dich absichern, dass es sich lediglich um niedrigen Blutdruck handelt und nicht um Blutzuckerprobleme, einen zu hohen Blutdruck oder sonstige andere weitaus gefährlichere Krankheitsbilder mit ähnlichen Symptomen handelt.

Ist aber gesichert, dass der niedrige Blutdruck der Grund für die Beschwerden ist, ist ein Arztbesuch nicht bei jeder Schwindelattacke notwendig.

Zum Arzt oder ins Krankenhaus solltest Du gehen, wenn Du onmächtig geworden und kollabiert bist, damit gesichert ist, dass nach dem Sturz an der Plazenta und bei Deinem Baby alles ok ist.

Ansonsten musst Du Dir keine Sorgen machen, wenn das Baby sich normal bewegt, Du keine stärkere Wehentätigkeit bemerkst und es Dir bis auf die Kreislaufroblematik gut geht.

Wie kannst Du Kreislaufproblemen und Schwindelattaken vorbeugen?

  • ausreichend Trinken
    Zwei bis drei Liter täglich sollten es mindestens sein.
  • regelmäßige Mahlzeiten
    Gegebenenfalls auch öfter kleinere Snacks (Obst, Joghurt, Nüsse) über den Tag verteilt, um starke Schwankungen des Blutzuckerspiegels zu vermeiden.
  • Wechselduschen
    Am Besten in leicht gemäßigter Form (lauwarm/ kühl statt heiss/ kalt). Bewege den Duschstrahl in Herzrichtung, die Wechseldusche sollte mit dem kühlen Strahl enden.
  • Massage
    Beispielsweise mit einem Igel- oder auch Tennisball, ebenfalls immer zum Herzen hin.
  • Sport/Bewegung
    In einer gesunden Schwangerschaft spricht nichts gegen körperliche Betätigung. Gerade Schwimmen, spazieren gehen oder Rad fahren sind super, um den Kreislauf in Schwung und den Blutdruck in geregelte Bahnen zu leiten. Erfahre in diesem Artikel mehr zum Thema Sport in der Schwangerschaft.

Welche Therapie hilft gegen Kreislaufbeschwerden und niedrigen Blutdruck in der Schwangerschaft?

  • Kompressionsstrümpfe
    Auch wenn es für viele Schwangere eine Horrorvorstellung ist, im Sommer mit Kompressionsstrümpfen herumlaufen zu müssen: Ich kann Dir aus eigener und langjähriger beruflicher Erfahrung sagen, dass die wirklich Gold wert sind. Wichtig ist, dass Du sie gleich am Morgen nach dem Aufstehen anziehst. Dann sind die Beine noch nicht so dick und schwer und das Anziehen ist mit etwas Übung schnell erledigt. Frag  Deinen Frauenarzt nach einem Rezept, dann bekommst Du sie ggf. sogar speziell angepasst und die Kasse übernimmt die Kosten.
  • Aetherische Öle
    Rosmarin oder auch Pfefferminzöl, entweder in einer Duftlampe im Zimmer, als Badezusatz oder einfach auf ein Tuch geträufelt unter die Nase gehalten, können helfen.
  • Homöopathie
    In der Homöopathie gibt es einige Mittel, die bei Kreislaufbeschwerden, Schwindel oder niedrigem Blutdruck eingesetzt werden. Sprich am Besten mit Deiner Hebamme oder einem Homöopathen oder Heilpraktiker.

Kann das Vena cava Syndrom Kreislaufprobleme verursachen?

Beim Vena Cava Syndrom handelt es sich um ein ganz normales, wenn auch teilweise etwas beängstigendes Phänomen, das bei schwangeren Frauen in Rückenlage auftreten kann. Durch die wachsende Gebärmutter und das zunehmende Gewicht des Babys kann in Rückenlage die große Hohlvene (Vena Cava), die alle wichtigen Organe im mütterlichen Körper mit Blut versorgt, abgedrückt werden. Dadurch kommt es zu einer kurzfristigen Minderdurchblutung, die zu massiven Kreislaufbeschwerden, Übelkeit, Schwindel und Herzrasen führen kann. Zeitgleich wird auch die Gebärmutter meistens etwas schlechter durchblutet und das Baby durch die Nabelschnur etwas weniger optimal mit sauerstoffreichem Blut versorgt, was sich beim  Ultraschall oder am CTG durch einen Abfall der kindlichen Herztöne zeigen kann.

Solltest Du also vor allem in Rückenlage unter Schwindel und Kreislaufbeschwerden leiden, kann es durchaus sein, dass das Vena Cava Syndrom ein (Mit)Grund ist. Die Beschwerden geben sich meistens nach Umlagerung auf die Seite (am aller-allerbesten die linke Seite) sehr schnell wieder.

Wichtig: Bei einem aktuten Schwindelanfall in der Schwangerschaft solltest Du Dich also nicht auf den Rücken legen! Die Regel “Bei Schwindel auf den Rücken legen und Füße hoch” aus dem Erste-Hilfe-Kurs gilt also nicht für Schwangere.

Du musst Dir aber keine Sorgen machen, dass Du durch die Rückenlage, z.B. beim Schlafen Deinem Baby nachhaltig schadest. Die Natur hat das schon ganz gut geregelt, dass Dir als Mama ebenfalls irgendwann übel oder komisch wird und Du Dich automatisch umdrehst. Also mach Dir keine Sorgen, wenn Du morgens mal quietschfidel auf dem Rücken liegend aufwachst — das hat Deinem Baby sicher nicht geschadet.

Hattest oder hast Du in der Schwangerschaft Kreislaufprobleme? Was hast Du dagegen gemacht? Wir freuen uns über Deinen Kommentar!

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