baby sanft abstillen 12 monate, abstillen 1 jahr, liebevoll abstillen, wann abstillen

Sanftes Abstillen mit 12 Monaten: Meine Erfahrungen


Ich bin unendlich dankbar, dass ich meinen Sohn stillen konnte. Das Gefühl, wenn er glückselig in meinen Armen liegt und gierig meine Milch trinkt, ist einfach unbeschreiblich schön. Doch mit 12 Monaten kam irgendwann der Punkt, an dem ich dachte, dass ich langsam mit dem Stillen aufhören möchte. Allerdings nicht sofort und mit Geschrei, sondern sanft und liebevoll. Wie ich beim sanften Abstillen meines einjährigen Sohnes vorgegangen bin und wie es geklappt hat, berichte ich Dir hier.

Mein Vorgehen beim sanften Abstillen

Beim sanften Abstillen habe ich ganz auf meinen Sohn und mich gehört und dabei keine Vorgaben aus Büchern oder von Hebammen befolgt. Wenn Du Dir unsicher bist, frage aber gerne Deine Hebamme oder Deinen Kinderarzt um Rat.

Monat für Monat weniger Muttermilch

Mit 11 Monaten habe ich meinen Sohn noch etwa viermal in 24 Stunden gestillt: immer nach dem Aufstehen, nachmittags, vor dem Schlafengehen und meist einmal in der Nacht. Dann habe ich begonnen, die Nachmittags-Milch durch einen Snack zu ersetzen. Meist gibt es eine Banane, eine Scheibe Brot oder anderes Obst.
Das klappte ziemlich gut. Zwar verlangte Max manchmal noch nach seiner Milch, wenn er müde oder weinerlich war, aber dann lenkte ich ihn mit seinen Spielsachen oder etwas Essen ab, so dass er seinen Wunsch wieder vergaß.

Händchenhalten in der Nacht

Mit 12 Monaten gab es dann nur noch morgens und abends Milch. Wenn Max in der Nacht aufwachte, versuchte ich ihn mit meiner Stimme und Händchenhalten zu beruhigen, was ebenfalls gut klappte. Manchmal weinte er zwar und wir mussten aufstehen, aber das war Gott sei Dank die Ausnahme.

24 Stunden Pause

Mit etwas über 13 Monaten ließ ich auch die Morgenmilch weg. Nach dem Aufwachen standen wir sofort zusammen auf, damit er beim Kuscheln kein großes Verlangen nach seiner Milch entwickelte. Durch seine Spielsachen und Bücher konnte ich ihn meist gut ablenken und anschließend gab es sofort Frühstück. Auch meine Brüste machten die 24 Stunden Pause gut mit. Sie waren zwar nach einem Tag schon etwas praller, taten aber nicht weh.

Ganz abgestillt mit 14 Monaten

Etwa zwei Wochen später versuchte ich dann, Max abends das erste Mal nicht zu stillen. Wider Erwarten verlangte er tatsächlich gar nicht nach seiner Milch und ließ sich problemlos von mir in sein Bettchen legen. Ich hielt ihm wie immer die Hand und nach 15 Minuten war er eingeschlafen. Echt super! Die nächsten zwei Wochen stillte ich ihn nur etwa jeden zweiten Abend und dann beschloss ich tatsächlich, ihn gar nicht mehr zu stillen. Was für eine Entscheidung! Das war schon ein komisches Gefühl — irgendwie so endgültig und ein Schritt vom Baby weg zum Kleinkind.

Gefühle meines Sohnes beim Abstillen

Komischerweise hatte Max nach dem Abstillen überhaupt keine Probleme, er zog nicht wie früher manchmal an meinem Shirt und verlangte auch sonst nicht nach Milch. Ich glaube fast, er fühlte, dass es mir nun ernst war und er die Milch auch nicht mehr brauchte.

Es war fast so, als hätte er schon immer so gut gegessen und nie Milch getrunken. Selbst als ich mit ihm einige Tage später zusammen duschte, versuchte er nicht mal an der Brust zu saugen, was er früher immer gerne gemacht hat.

Gründe für das Abstillen nach einem Jahr

Ich war vor dem Abstillen ziemlich gespannt, wie das Leben wohl ohne Stillen sein wird. Schließlich gehörte es zu unserem täglichen Alltag dazu und verband mich doch sehr mit meinem Sohn.

So gern ich Max das erste Jahr gestillt habe, so habe ich aber nach diesem Jahr auch gemerkt, dass es mir langsam reichte und Max auch einfach schon “groß” war. Ich wollte, dass auch mein Mann unseren Sohn abends ins Bett bringen und ich einfach mal auf dem Sofa liegen bleiben konnte. Dass ich keine Still-BHs mehr tragen muss und nach fast zwei Jahren mal wieder ein Gläschen Wein trinken kann.

Ich glaube, dass mich die meisten Mütter da ganz bestimmt verstehen können, oder?

Zweifel am Abstillen?

Ich bereue das Abstillen auf keinen Fall, vor allem auch, weil es für meinen Sohn kein Problem war. Ich bin sehr froh, dass das Abstillen fast ohne Geschrei und ohne Stress funktioniert hat und wir einfach nur auf uns und unser Bauchgefühl gehört haben.

Ich denke, dass Max 14 Monate lang gesunde und wertvolle Milch bekommen hat und das sicher ein großer Vorteil für seine Gesundheit war und ist. Sicherlich hätte er auch noch weiter Muttermilch getrunken, ich habe aber einfach gemerkt, dass sie ihm gar nicht mehr so wichtig war und so war das Abstillen für uns auf jeden Fall der richtige Schritt.

Sanftes Abstillen: Gesundheitliche Aspekte

Ich hatte schon ein wenig Angst davor, einen Milchstau oder eine Brustentzündung während des Abstillens zu bekommen. Deshalb habe ich die Milchmahlzeiten über zwei Monate auch nur langsam weniger werden lassen, so dass sich meine Milchmenge nach und nach reduzieren konnte. Wenn ich gemerkt habe, dass meine Brüste schmerzen, habe ich Max einfach kurz angelegt oder die Milch etwas ausgestrichen. Als ich Max dann gar nicht mehr gestillt habe, fingen die Brüste nach etwa einer Woche an bei Berührung ziemlich weh zu tun. Deshalb strich ich die Milch öfter sanft aus und die Verhärtungen wurden wieder weniger.

Inzwischen sind zwei Monate vergangen und meine Brüste sind wieder weich, leider aber auch deutlich kleiner als während des Stillens :D

Abgestillt – und nun?

Ich vermisse die täglich Stillmahlzeiten überraschenderweise nicht, denn stattdessen kuscheln wir morgens nun lange im Bett und auch zwischendurch immer wieder.
Zwar bringe ich Max abends doch noch meistens ins Bett, ich weiß aber, dass es theoretisch auch mein Mann oder Oma und Opa könnten. Es ist schön, abends zusammen auf der Terrasse zu sitzen und ein Gläschen Wein zu trinken. Und auch Max ist glücklich und schläft ohne Stillen abends entspannt neben mir ein.

Übrigens hat sich das Schlafverhalten meines Sohnes nicht wirklich verändert – leider! Denn er ist noch immer nachts häufig wach und schläft sehr unruhig. Da hilft wohl nur die Zeit…

Jeder muss natürlich für sich entscheiden, ob er sein Kind vielleicht länger oder kürzer stillen will, für uns war es aber rückblickend genau der richtige Zeitpunkt zum Abstillen.
Vielleicht ist Dein Kind ja auch schon älter als ein Jahr? Dann schaue Dir doch mal den hilfreichen Bericht von Mutter und Bloggerin Hanna an.

Tipps zum sanften Abstillen

Die folgenden 10 Tipps haben meinem Sohn und mir geholfen, das Abstillen ganz entspannt angehen zu lassen:

  1. Zuerst die Milchmahlzeiten reduzieren, die für das Kind nicht so wichtig sind.
  2. Über mehrere Wochen die Milchmahlzeiten langsam reduzieren.
  3. Kuscheln ist schön, macht aber meistens auch Lust auf Milch.
  4. Das Kind am Tag mit Spielzeug, Essen, etc. ablenken.
  5. Nachts kann der Schnuller oder ein Kuscheltier helfen, evtl. auch eine Flasche mit Wasser oder Milch.
  6. Das Kind von Papa beruhigen lassen, der nicht nach Milch duftet.
  7. Nicht oberkörperfrei oder leicht bekleidet herumlaufen, um nicht die Lust auf Milch zu wecken.
  8. Erkläre Deinem Kind, dass es nun beispielsweise nachts keine Milch mehr gibt, Du aber natürlich trotzdem für es da bist.
  9. Wenn Du Dein Kind immer im Sessel im Kinderzimmer gestillt hast, meide diesen Ort einige Zeit, damit es nicht an das Stillen erinnert wird.
  10. Auch solltest Du keine typische Stillhaltung mit Deinem Kind einnehmen (beispielsweise die Wiegehaltung).

Ich drücke Dir die Daumen, dass es auch bei Euch so entspannt und sanft mit dem Abstillen klappt wie bei uns!

Das könnte Dir gefallen

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.